EMA begutachtet umstrittenen chinesischen Corona-Impfstoff

Epoch Times4. Mai 2021

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) startet die Begutachtung für den Corona-Impfstoff des chinesischen Pharmaunternehmens Sinovac.

Das „Rolling Review“-Verfahren sei gestartet worden, teilte die EMA am Dienstag mit. Dabei werden die Daten für eine Zulassung bereits teilweise unter die Lupe genommen, selbst wenn sie noch nicht vollständig sind.

Damit soll der Zulassungsprozess beschleunigt werden. Dass das Verfahren überhaupt gestartet wurde, zeigt aber schon, dass bestimmte Informationen eine Wirksamkeit vermuten lassen.

So seien entsprechende Labordaten und Daten aus klinischen Studien eingereicht worden, die nahe legen, dass der Impfstoff die Produktion von Antikörpern auslöse, so die EMA am Dienstag.

Eine Zulassung erfolge aber erst, wenn genügend Informationen über Wirksamkeit, Verträglichkeit und Qualität vorliegen, hieß es. Bei dem Sinovac-Wirkstoff handelt es sich um einen Totimpfstoff, der inaktivierte Viruspartikel und Aluminiumhydroxid zur Stärkung der Immunreaktion enthält.

Schutzwirkung von nur rund 50 Prozent

Chinesische Impfstoffe von Sinovac und Sinopharm machen den Großteil der chinesischen Impfstoffe aus, die in mehreren Dutzend Ländern vertrieben werden, darunter Mexiko, Indonesien, Ungarn, Brasilien und die Türkei.

In klinischen Studien in Brasilien erzielte der Impfstoff des chinesischen Herstellers Sinovac eine Schutzwirkung von nur rund 50 Prozent gegen Infektionen mit dem Coronavirus. Schwere Krankheitsverläufe, die eine medizinische Behandlung erfordern, verhindert der Impfstoff nach Unternehmensangaben zu 80 Prozent.

Die beiden Corona-Impfstoffe des staatlichen Unternehmens Sinopharm haben eine Wirksamkeit von rund 79,3 beziehungsweise 72,5 Prozent. Das Vakzin von CanSino schützt zu 65 Prozent vor einer Corona-Infektion.

Ein Sinovac-Sprecher, Liu Peicheng, räumte ein, dass unterschiedliche Wirksamkeitsniveaus festgestellt wurden, sagte jedoch, dass dies auf das Alter der untersuchten Personen in der Studie, den Virusstamm und andere Faktoren zurückzuführen sein kann.

Das chinesische Regime hat noch keine ausländischen Impfstoffe für die Verwendung in China zugelassen.

China zweifelt Wirksamkeit eigener Impfstoffe an – und erwägt, Präparate zu mischen

Chinesische Staatsmedien und populäre Gesundheits- und Wissenschaftsblogs haben auch die Sicherheit und Wirksamkeit des Pfizer-BioNTech-Impfstoffs infrage gestellt.

Nachdem Peking andere Länder bereits mit hunderten Millionen Dosen Coronavirus-Impfstoffe beliefert hat, gab Fu Gao, ein ranghoher Regierungsvertreter und Gesundheitsexperte des Landes Anfang April zum ersten Mal zu, dass die Wirksamkeit chinesischer Impfstoffe gering ist.

Die Regierung erwägt, verschiedene chinesische Präparate miteinander zu vermischen, um die Wirksamkeit zu erhöhen.

Die Behörden müssten „über Wege nachdenken, wie das Problem gelöst werden kann, dass die Wirksamkeit der existierenden Impfstoffe nicht hoch ist“, sagte der Generaldirektor des Chinesischen Zentrums für Krankheitskontrolle und -prävention laut Staatsmedienberichten am 10. April bei einer Konferenz in der südwestlichen Stadt Chengdu.

Es ist das erste Mal, dass ein ranghoher Vertreter Chinas die relativ geringe Wirksamkeit der von China entwickelten Corona-Impfstoffe öffentlich eingeräumt hat.

161 Millionen Impfdosen wurden verspritzt

In dem Land haben bislang vier Corona-Impfstoffe eine bedingte Marktzulassung erhalten, 161 Millionen Dosen wurden seit dem Start der Impfkampagne im vergangenen Jahr verabreicht. Ziel Pekings ist die vollständige „Immunisierung“ von 40 Prozent der 1,4 Milliarden Einwohner Chinas bis Juni.

„Es wird derzeit formell geprüft, ob wir für den Immunisierungsprozess verschiedene Impfstoffe aus verschiedenen technischen Bereichen verwenden sollten“, erklärte damals Gao. (dts/er)



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