Georgia: Größte händische Nachzählung von Wählerstimmen in der Geschichte der USA

Von 13. November 2020 Aktualisiert: 14. November 2020 9:29
Im US-Bundesstaat Georgia beginnt die größte händische Nachzählung von Stimmen zur Präsidentenwahl in der Geschichte der USA. Die zuvor größte betraf 2016 zwei Millionen Stimmen in Michigan. Die Ergebnisse veränderten sich damals nur im dreistelligen Bereich.

In allen 159 Bezirken des US-Bundesstaates Georgia läuft zurzeit die händische Nachzählung aller Stimmzettel zur Präsidentenwahl vom 3. November. Grund dafür ist die „risikobegrenzende Überprüfung“, die das Wahlgesetz des Staates angesichts des knappen Ausgangs der ursprünglichen Auszählung als Möglichkeit vorsieht. Wie die englischsprachige Ausgabe der Epoch Times schreibt, wird die Neuauszählung zur größten in der Geschichte der USA werden.

„Vertrauen in die Zählmaschinen und die Wahlen insgesamt festigen“

Mittels der händischen Auszählung soll überprüft werden, ob die Wahlmaschinen die Stimmzettel richtig gezählt hatten. Der Secretary of State von Georgia, Brad Raffensperger, hat entschieden, dass die Präsidentschaftswahl überprüft werden müsse. Das knappe Ergebnis – Herausforderer Joe Biden liegt mit 14.072 Stimmen vor Amtsinhaber Donald Trump – rechtfertige eine komplette landesweite Neuauszählung.

Der Verantwortliche für die Implementierung des Wahlsystems im Bundesstaat, Gabriel Sterling, erklärte in einer Pressekonferenz am Donnerstag (12. Oktober), der händische Recount sei ein normales Procedere im Rahmen der Risikominimierung und sein Ziel sei es, „das Vertrauen zu festigen“ in die Funktionstüchtigkeit der Zählmaschinen und in die Wahl allgemein.

Nachzählung von Wahlkommission selbst angeordnet

„Im Moment gibt es eine erhebliche Anzahl an Wählern im Bundesstaat und im ganzen Land, die sagen, diese Maschinen hätten betrogen, diese Maschinen hätten falsch gezählt, jemand hätte sie gehackt, irgendwas sei passiert, denn es könne nicht sein, dass der eine gewonnen, dass der andere verloren hat“, erklärt Sterling, „und deshalb haben wir uns dafür entschieden, das diesmal auf diese Weise zu überprüfen.“

Die Kontrollklausel ist Teil eines 2019 verabschiedeten Gesetzes im Bundesstaat, das die Anschaffung des Dominion-Wahlsystems für mehr als 100 Millionen US-Dollar begleitete. Präsident Donald Trump hatte jüngst auf Twitter erklärt, die Dominion-Software sei dafür verantwortlich, dass ihm landesweit 2,7 Millionen Stimmen abhandengekommen wären. Tatsächlich wurden beispielsweise in Antrim County, Michigan, über längere Zeit hinweg falsche Ergebnisse 6.000 Stimmen für Joe Biden angezeigt, die tatsächlich für Donald Trump abgegeben worden waren.

Das Team Trump machte dafür die Software verantwortlich. Die Vorsitzende des Republikanischen Nationalkomitees Ronna McDaniel spricht von einer Fehlfunktion. Die Außenministerin des Bundesstaats, Jocelyn Benson, und die Bezirkssekretärin von Antrim County, Sheryl Guy, erklärten, dass der Fehler auf menschliches Versagen zurückzuführen gewesen wäre, weil ein Mitarbeiter nicht rechtzeitig Updates im Vorfeld der Wahl eingespielt hätte. Die Software selbst habe keine Unregelmäßigkeiten gezeigt. Auch die Geschäftsführung von Dominion Voting Systems dementierte „jedwede Behauptung über Stimmen-Switching oder angebliche Software-Fehler in unseren Wahlsystemen“.

Ehrenerklärung der Cybersicherheits-Agentur

Aber auch in Georgia soll es zu Software-Abstürzen gekommen sein. Aus diesem Grund fordert das Wahlkampfteam Trump eine Untersuchung der Software – zusätzlich wurden auch Wahlanfechtungsklagen eingebracht. Am Donnerstag gab die Behörde für Cybersicherheit und Schutz der Infrastruktur zusammen mit Mitgliedern von Wahlbehörden auf Bundes- und Bundesstaatsebene eine Erklärung heraus, in der es hieß, dass es „keine Beweise gibt, dass irgendein Wahlsystem Stimmen verloren, verändert oder in sonstiger Weise kompromittiert hätte“.

Allerdings würde es landesweit Überprüfungen auf allen Ebenen geben, die abgeschlossen werden sollen, bevor es zu einer Zertifizierung der Ergebnisse kommt. Damit will auch die Cybersicherheitsagentur dazu beitragen, dass die Bevölkerung vollstes Vertrauen in die Richtigkeit der Wahlergebnisse bewahrt.

Biden in Georgia um 0,28 Prozent voran

Sterling erwartet vom größten händischen Nachzählprozess „leicht veränderte“ Wahlergebnisse – und verweist auf den bislang größten Recount in der Geschichte des Landes. Dieser fand 2016 in Michigan statt, wo zwei Millionen Stimmen nachgezählt wurden. Die im Bundesstaat unterlegene demokratische Kandidatin Hillary Clinton gewann gegenüber der Maschinenzählung 150 Stimmen dazu. Donald Trump hatte um 750 mehr als zuvor.

Der Kontrollzählungsprozess wird am Freitag um 9 Uhr Ortszeit beginnen und sollte um 24 Uhr am kommenden Mittwoch, dem 18. November, enden.

Das Wahlgesetz des Staates sieht die Option einer Neuauszählung vor, wenn der nach der ersten Zählung zurückliegende Kandidat einen Rückstand von weniger als 0,5 Prozent der Stimmen aufweist. Bidens Vorsprung liegt in Georgia derzeit bei 0,28 Prozent. Im konkreten Fall handelt es sich jedoch nicht um eine beantragte Neuauszählung, sondern um eine von der Wahlbehörde selbst veranlasste „risikominimierende Kontrollzählung“. Endet diese mit einem ähnlichen Ergebnis, kann der zurückliegende Kandidat noch eine reguläre Neuauszählung beantragen.

Neben der händischen Nachzählung der Ergebnisse sollen auch andere Faktoren kontrolliert werden, um einen ordnungsgemäßen Wahlprozess zu gewährleisten. So soll es einen Abgleich von persönlichen Wählern und Briefwählern mit der gesamten Wählerevidenz geben, zudem soll geprüft werden, ob kein Wahlausschließungsgrund wie etwa eine nicht getilgte Gerichtsstrafe vorliegt.

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN

Unsere Buchempfehlung

Alle Völker der Welt kennen den Teufel aus ihren Geschichten und Legenden, Traditionen und Religionen. Auch in der modernen Zeit führt er – verborgen oder offen – auf jedem erdenklichen Gebiet seinen Kampf gegen die Menschheit: Religion, Familie, Politik, Wirtschaft, Finanzen, Militär, Bildung, Kunst, Kultur, Medien, Unterhaltung, soziale Angelegenheiten und internationale Beziehungen.

Er verdirbt die Jugend und formt sich eine neue, noch leichter beeinflussbare Generation. Er fördert Massenbewegungen, Aufstände und Revolutionen, destabilisiert Länder und führt sie in Krisen. Er heftet sich - einer zehrenden Krankheit gleich - an die staatlichen Organe und die Gesellschaft und verschwendet ihre Ressourcen für seine Zwecke.

In ihrer Verzweiflung greifen die Menschen dann zum erstbesten „Retter“, der im Mantel bestimmter Ideologien erscheint, wie Kommunismus und Sozialismus, Liberalismus und Feminismus, bis hin zur Globalisierungsbewegung. Grenzenloses Glück und Freiheit für alle werden versprochen. Der Köder ist allzu verlockend. Doch der Weg führt in die Dunkelheit und die Falle ist bereits aufgestellt. Hier mehr zum Buch.

Jetzt bestellen - Das dreibändige Buch ist sofort erhältlich zum Sonderpreis von 50,50 Euro im Epoch Times Online Shop

Das dreibändige Buch „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ untersucht auf insgesamt 1008 Seiten historische Trends und die Entwicklung von Jahrhunderten aus einer neuen Perspektive. Es analysiert, wie der Teufel unsere Welt in verschiedenen Masken und mit raffinierten Mitteln besetzt und manipuliert hat.

Gebundenes Buch: Alle 3 Bände für 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands); Hörbuch und E-Book: 43,- Euro.

Weitere Bestellmöglichkeiten: Bei Amazon oder direkt beim Verlag der Epoch Times – Tel.: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]

Kommentieren
Werte Leserinnen und Leser,
Ihre Kommentare sind uns willkommen, bitte lesen Sie vorher die Netiquette HIER.
Die Kommentare durchlaufen eine stichprobenartige Moderation.
Beiträge können gelöscht oder Teilnehmer können gesperrt werden.
Bitte bleiben Sie respektvoll und sachlich.

Ihre Epoch Times-Redaktion