Die russische und die ukrainische Delegation (l.) beim ersten Treffen in Gomel, Belarus.
Die russische und die ukrainische Delegation (l.) beim ersten Treffen in Gomel, Belarus.Foto: Sergei Kholodilin/BelTA/AP/dpa

Zweite Verhandlungsrunde Donnerstagfrüh – Russlands Forderungen sind klar

Epoch Times2. März 2022 Aktualisiert: 2. März 2022 18:41
Zum zweiten Mal treffen sich Unterhändler Moskaus und Kiews. Russland meldet, 1500 ukrainische Militärobjekte seien zerstört. Die deutschen Waffen sind soeben in der Ukraine angekommen.

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Zum zweiten Mal seit Kriegsbeginn wollen Unterhändler Russlands und der Ukraine zu offiziellen Gesprächen über eine Waffenruhe zusammenkommen. Die russischen Angriffe auf ukrainische Städte dauerten auch heute, dem siebten Kriegstag.

Zweite Runde Friedensgespräche geplant

Russland zeigte sich bereit, die Verhandlungen mit der Ukraine noch heute Abend fortzusetzen, wie Dmitri Peskow, Sprecher von Russlands Präsident Wladimir Putin, laut Agentur Interfax sagte.

Da die ukrainische Delegation aber noch auf dem Weg zum Verhandlungsort sei, der sich nahe der polnischen Grenze in Belarus befinde, würden die Verhandlungen erst Donnerstagfrüh stattfinden, teilte der russische Unterhändler Wladimir Medinski am Mittwoch mit. Bei den Gesprächen solle es auch um eine Waffenruhe gehen.

Die Pressestelle des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bestätigte, dass die Delegation auf dem Weg an den Verhandlungsort sei. Nach Angaben Medinskis wurde der Verhandlungsort „gemeinsam“ von beiden Seiten vereinbart. Eine erste Verhandlungsrunde zwischen Kiew und Moskau in der belarussischen Grenzregion Gomel war am Montag ohne Ergebnisse geblieben.

Peskow unterstrich die Forderungen Putins: Die Regierung in Kiew müsse die „Volksrepubliken“ Luhansk und Donezk sowie Russlands Souveränität über die Schwarzmeer-Halbinsel Krim anerkennen. Zudem fordert Russland eine „Demilitarisierung“ der Ukraine.

Die Ukraine hat der Nachrichtenagentur Unian zufolge neuen Verhandlungen mit Russland zugestimmt. Unian bezog sich dabei auf Informationen des ukrainischen Delegationsleiters David Arachamija. Uhrzeit und Ort für die Gespräche wurden nicht genannt.

Deutsche Waffen angekommen

Die von Deutschland bereitgestellten Waffen für die Ukraine sind übergeben worden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen in Berlin. Am Samstag hatte die Bundesregierung angekündigt, die ukrainischen Streitkräfte mit 1000 Panzerabwehrwaffen sowie 500 Boden-Luft-Raketen vom Typ „Stinger“ unterstützen zu wollen.

Angriff auf Fernsehturm in Kiew

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte den russischen Angriff auf den Fernsehturm in Kiew nahe der Holocaust-Gedenkstätte Babyn Jar. Am Dienstag waren mutmaßlich zwei Raketen in unmittelbarer Nähe von Babyn Jar eingeschlagen.

Russische Angriffe gegen Cherkiw und Cherson

Sowohl die Ukraine als auch Russland berichteten von militärischen Erfolgen. Zu eigenen Verlusten machten weder Moskau noch Kiew Angaben. Unabhängig können die Berichte nicht überprüft werden.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, gegen Geheimdienst-Einrichtungen in Kiew seien „hochpräzise Waffen“ eingesetzt worden. Der Fernsehturm sei deaktiviert. Seit Beginn des Krieges seien mehr als 1500 ukrainische Militärobjekte zerstört worden. Das ukrainische Verteidigungsministerium teilte mit, mehr als 5840 russische Soldaten seien getötet worden, mehr als 200 Panzer, 860 weitere militärische Fahrzeuge, 30 Flugzeuge und 31 Hubschrauber zerstört.

Das russische Militär gab an, Kontrolle über die seit Tagen umkämpfte südukrainische Großstadt Cherson zu haben – die Ukraine weist das zurück. Die Kämpfe dauerten noch an, sagte der Berater des Büroleiters im ukrainischen Präsidialamt, Olexij Arestowitsch. Mit der Einnahme Chersons könnte Russland den ukrainischen Nachschub zwischen dem Westen und dem Osten des Landes schwer treffen. Auch die ostukrainische Millionenstadt Charkiw erlebte erneut schwere Angriffe.

Mehr als 2000 tote Zivilisten gemeldet

Seit Beginn des Krieges sind nach Angaben aus Kiew mindestens 2000 Zivilisten getötet worden. In dieser Zahl seien gestorbene Soldaten des Landes nicht inbegriffen, teilt der Rettungsdienst bei Facebook mit. Unter den Toten seien zehn Rettungskräfte. Die UN sprach zuletzt von 142 Toten. Auch diese Berichte können nicht unabhängig überprüft werden.

Mehr als 400 Brände, die „durch Feindbeschuss“ entstanden, seien seit vergangenen Donnerstag gelöscht worden. Den Angaben zufolge wurden 500 Menschen in Sicherheit gebracht. Mit Blick auf die andauernden Angriffe hieß es: „Jede Stunde kostet das Leben unserer Kinder, Frauen und Verteidiger.“

Die militärische Einschätzung

Eine langfristige Besatzung der Ukraine wäre nach Ansicht des britischen Verteidigungsministers Ben Wallace eine große Herausforderung. Russland müsse sich auf „Jahre des Widerstands“ einstellen. Der Vorsitzende des Bundeswehrverbands, André Wüstner, rechnet mit einem Guerillakrieg in den ukrainischen Städten.

Sanktionen gegen Russland und Belarus verschärft

Die USA werden – wie zuvor die Europäische Union und Kanada – ihren Luftraum für russische Flugzeuge sperren. Die EU setzte ihre Sanktionen zum Ausschluss sieben russischer Finanzinstitute aus dem Banken-Kommunikationsnetzwerk Swift in Kraft. Es gilt eine Übergangsfrist von zehn Tagen. Die Banken werden damit keine internationalen Zahlungen mehr vornehmen können. Die größte russische Bank Sberbank sowie die Gazprombank sind nicht betroffen.

Die EU-Staaten verständigten sich auf neue Sanktionen gegen Russlands Verbündeten Belarus, wie die französische EU-Ratspräsidentschaft auf Twitter mitteilte. Betroffen sind demnach vor allem die belarussische Holz-, Kali,- und Stahlindustrie.

Die Türkei verhinderte den Versuch Russlands, weitere Kriegsschiffe durch die türkischen Meerengen ins Schwarze Meer zu bringen, wie Außenminister Mevlüt Cavusoglu mitteilte.

Deutschland sorgt bei Versorgung mit Gas vor

Der Bund hat für 1,5 Milliarden Euro Gas als Reserve für die nächste Zeit gekauft. Regierungskreise bestätigten einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenportals „The Pioneer“. (dpa/red)



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