Immer mehr Autodiebstähle in Deutschland: Wo steht ihr Auto am unsichersten?

Von 12. Oktober 2016 Aktualisiert: 12. Oktober 2016 13:23
In Deutschland schlagen Autodiebe besonders gerne in Großstädten zu. In Berlin finden die meisten Autodiebstähle statt, in Bayern die wenigsten. In 2015 hatten es die Diebe vor allem auf SUVs der Marke Landrover, Jaguars und SUVs der Marken Toyota, Lexus, Audi und BMW abgesehen.

Autodiebe schlugen im vergangenen Jahr in Deutschland 18.659 Mal zu. Der verursachte wirtschaftliche Schaden von 291 Millionen Euro liegt um 11 Prozent höher als in 2014.

Bei den Autodieben besonders beliebt waren 2015 zumeist SUVs der Marke Landrover, so ein Bericht vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Ähnlich beliebt waren Autos des Herstellers Jaguar. Hoch im Kurs standen zudem SUVs der Marken Toyota, Lexus, Audi und BMW. Durchschnittlich mussten Versicherer pro Diebstahl eine Entschädigung von 15.611 Euro zahlen. Das sind 11 Prozent mehr als im Vorjahr.

Großstädte bleiben bei Dieben besonders beliebt, angeführt von Berlin, wo 2015 3200 Pkw gestohlen wurden. Das entspricht einer Diebstahlrate von 3,5 pro 1000 kaskoversicherter Pkw’s. Es folgen Hamburg (1,8), Hannover (1,6), Leipzig (1,5) und Dresden (1,4). In Bayern gab es am wenigsten Diebstähle (0,1). Der Bundesdurchschnitt lag bei 0,5 Prozent.

Tabelle_Autodiebstahl_2015_nachMarken_Rate

Während in bestimmten Städten und Bundesländern die Autodiebstähle zunahmen, gingen sie in anderen Teilen der Bundesrepublik zurück. Mehr Diebstähle gab es in Hamburg (+14 Prozent), Niedersachsen (+18 Prozent), Nordrhein-Westfalen (+11 Prozent), Thüringen (+11 Prozent) und Sachsen-Anhalt (+11 Prozent). Weniger Diebstähle dagegen gab es in Baden-Württemberg (-5 Prozent), Sachsen (-7 Prozent), Schleswig-Holstein (-5 Prozent) und im Saarland (-22 Prozent).

Insgesamt registrierte das Bundeskriminalamt (BKA) Wiesbaden in 2015 19.391 dauerhaft verschwundene Autos.

 

Wie können sich Autofahrer schützen?

„Serienmäßige Sicherungseinrichtungen stellen für professionelle Autodiebe oft kein großes Problem dar“, so Kriminaloberrat Harald Schmidt, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, laut „Merkur“.

Um das Auto zu sichern, sei eine Kombination aus mechanischen und elektrischen Sicherungen am besten. Empfehlenswert: individuell eingebaute Sicherungen wie eine Gangschaltungssperre, eine Parkkralle oder eine Diebstahlwarnanlage. Außerdem sollte man:

  • das Auto möglichst sicher parken: Am besten in einer abschließbaren Garage oder auf einem nicht-öffentlichen Parkplatz. Ist das nicht möglich, das Auto in gut beleuchteten und belebten Straßen abstellen.
  • auch bei kurzer Abwesenheit den Schlüssel abziehen und Scheiben, Türen, Schiebe- oder Cabrio-Dach schließen.
  • beim Abschließen mit der Fernbedienung auf das optische bzw. akustische Signal des Autos achten. Diebe können das Signal mithilfe von Funkblockern stören.
  • Originalpapiere und Zweitschlüssel nicht im Auto aufbewahren. Möchte man auf Nummer sicher gehen, kann man sich auch erkundigen, ob sich die Fernbedienung fürs Türschloss ganz abschalten lässt.

Ist ein Schlüssel weg, soll umgehend gehandelt werden. Steht das Auto in der Nähe, sollte es bewacht und wenn möglich an einen sicheren Ort gebracht werden. Danach sollte der Versicherer informiert und ein Schlüssel-Diebstahl bei der Polizei angezeigt werden.

Auto verschwunden: Was tun?

Ist das Auto verschwunden, sollte zunächst die 110 der Polizei angerufen werden. Diese prüfe sofort, ob das Auto nicht eventuell abgeschleppt wurde, so Schmidt. Wurde das Auto nicht abgeschleppt, muss sofort:

  • Anzeige erstattet werden.
  • Die Polizei sollte umgehend informiert werden, ob in dem gestohlenen Fahrzeug ein Ortungssystem verbaut ist – entweder serienmäßig oder nachgerüstet. „Mit einem Ortungssystem erhöht sich die Chance, das Fahrzeug wiederzubekommen“, erklärt Schmidt.

Erst im zweiten Schritt wird die Versicherung informiert. Diese benötigt alle zugehörigen Papiere, also Fahrzeugschein, Fahrzeugbrief und alle Schlüssel, die zum Auto gehören, so Kathrin Jarosch vom GDV. Der entstandene Schaden wird von der Teilkasko- bzw. Vollkaskoversicherung übernommen. Auf den persönlichen Schadenfreiheitsrabatt hat ein Autodiebstahl keinen Einfluss, informiert der GDV.

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