Die offizielle Position der Bundesregierung ist dass Tegel nach Eröffnung des BER geschlossen werden soll, so wie es im Planfeststellungsbeschluss steht.Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Berliner Senat beharrt trotz Volksentscheids weiterhin auf einer Schließung des Flughafen Tegels

Epoch Times25. September 2017 Aktualisiert: 25. September 2017 19:10
Der rot-rot-grüne Senat hält an der Schließung des Flughafen Tegel fest, obwohl 56,1 Prozent für den Weiterbetrieb und nur 41,7 Prozent für die Schließung stimmten. Die Wahlbeteilgung lag bei 71,3 Prozent.

Ungeachtet des siegreichen Volksentscheids für eine Weiternutzung Tegels hält Berlins rot-rot-grüner Senat am Ziel einer Schließung des innerstädtischen Flughafens fest. „Meine Position ist glasklar, und die hat sich auch seit gestern nicht verändert“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) nach einem Treffen des Koalitionsausschusses am Montag. „Für mich ist die rechtliche Lage keine andere als vor dem Volksentscheid.“

Die Berliner Wähler hatten sich am Sonntag deutlich für eine Offenhaltung des Flughafens im Nordwesten Berlins ausgesprochen. Bei einer Wahlbeteiligung von 71,3 Prozent stimmten 56,1 Prozent für den Weiterbetrieb und nur 41,7 Prozent für die Schließung. Allerdings ist der Volksentscheid rechtlich nicht bindend und fordert den Senat lediglich zum Handeln auf.

Müller will das Ergebnis nun mit den übrigen Gesellschaftern des neuen Flughafens BER besprechen, dem Land Brandenburg und der Bundesregierung. Er werde nun rasch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) anschreiben. Beide hatten sich bislang ebenfalls gegen die Weiternutzung Tegels ausgesprochen.

Er werde die beiden Gesellschafter fragen, ob sie ihre Position angesichts des Volksentscheids verändern wollten, sagte Müller. Allerdings müsse abgewartet werden, wann der Bund „sprachfähig“ sei. Nach der Bundestagswahl stehen schwierige Verhandlungen über eine Regierungsbildung bevor.

Müller warnte vor einer einseitigen Kündigung des gemeinsamen Landesentwicklungsplans mit Brandenburg. Dieser schreibt vor, dass spätestens sechs Monate nach Eröffnung des BER der Altflughafen Tegel zu schließen ist. Künftig gelte es, die Hauptstadt und den Flächenstaat noch enger miteinander zu verzahnen. Eine einseitige Absage an gemeinsame Pläne wäre daher „abenteuerlich“, sagte Müller. (afp)



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