Die Delegationsmitglieder von Bundespräsident Steinmeier steigen in ein Flugzeug der Flugbereitschaft der Bundeswehr.Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Bundeswehrsoldat der Flugbereitschaft positiv auf neuartiges Coronavirus getestet

Epoch Times26. Februar 2020 Aktualisiert: 11. März 2020 15:00
Bei der Bundeswehr gibt es die erste Infektion mit dem Coronavirus. Ein mittlerweile im Bundeswehrkrankenhaus in Koblenz in Behandlung befindlicher Soldat sei positiv auf das Virus getestet worden. Der Mann stand außerhalb des Dienstes mit dem ersten Coronavirus-Patienten in NRW in Kontakt.

In Deutschland hat sich auch ein Soldat der Flugbereitschaft der Bundeswehr mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Der 41-Jährige sei am Mittwoch in das Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz eingeliefert worden, teilte der Sanitätsdienst der Bundeswehr am Abend via Twitter mit. Dort sei der Mann positiv auf das Virus getestet worden.

Der behandelnde Arzt sagte in einer Pressekonferenz, der Soldat habe offenbar am 15. Februar im privaten Umfeld Kontakt zu einem schwer Erkrankten oder dessen Frau aus Gangelt im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg beim dortigen Karneval gehabt. Das erkrankte Ehepaar wird zurzeit in der Uniklinik Düsseldorf behandelt. Am Dienstagabend habe der Soldat von der Infektion seines Bekannten erfahren und sich daher an seinen Arbeitgeber gewandt.

Der 41-Jährige hatte dem Arzt zufolge seit Donnerstag vergangener Woche Symptome eines grippalen Infekts – offenbar erhöhte Temperatur und „ein wenig Husten“. Mittlerweile leide der Mann nur noch unter einem Kratzen im Halsbereich und es gehe ihm „gut“. Woher der Mann stammt, wurde nicht mitgeteilt.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) war am Mittwoch mit der Flugbereitschaft nach New York geflogen. Aus der Delegation hieß es, man sei über den Virus-Verdachtsfall informiert worden.

Zehn Mitarbeitende der Uniklinik und 31 Personen im Wartezimmer

Der schwer erkrankte Mann aus Gangelt, der den 41-jährigen Bundeswehrsoldat angesteckt hat, kämpft derzeit um sein Überleben. Er hielt sich laut Pressemitteilung der Stadt Köln im Februar zweimal in der Uniklinik Köln zu ambulanten Untersuchungen im Zusammenhang mit einer anderen Erkrankung auf. Wegen der Möglichkeit weiterer Infizierter hat das Gesundheitsamt Köln und die Uniklinik Maßnahmen eingeleitet.

Dabei halten sich die Stadt Köln und die Uniklinik an die Vorgaben und Empfehlungen des Robert Koch-Instituts. Zehn Mitarbeitende der Uniklinik und 31 Personen, die in den gleichen Wartezimmern gesessen haben, wurden identifiziert. Manche befinden sich noch im Krankenhaus und werden dort getestet. Alle anderen Betroffenen werden an ihrem Wohnort aufgesucht, informiert und untersucht. Die genommenen Proben werden im Labor untersucht. Ergebnisse der Tests werden im Laufe des heutigen Abends erwartet.

Alle Kontaktpersonen müssen die angenommene Inkubationszeit von zwei Wochen zu Hause verbringen. Sie führen ein Tagebuch und haben täglichen Kontakt zu Mitarbeitenden des Gesundheitsamtes. Zurzeit zeigt nur eine Kontaktperson aus der Uniklinik Köln Symptome wie Fieber. Die Ursache hierfür ist derzeit unbekannt. Noch gibt es keinen bestätigten Corona-Fall in Köln.

Spahn sieht Deutschland am Beginn einer Coronavirus-Epidemie

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht Deutschland „am Beginn einer Coronavirus-Epidemie“. Er habe die Gesundheitsminister der Länder in einer Telefonkonferenz aufgefordert, ihre Pandemiepläne „zu aktivieren und ihr mögliches Inkrafttreten vorzubereiten“, sagte Spahn am Mittwoch in Berlin. „Die Lage hat sich in den letzten Stunden geändert, das muss man leider sagen“, fügte der Minister hinzu.

Spahn forderte die Bürger zu besonderer Wachsamkeit auf. „Wir empfehlen der Bevölkerung, nicht hinter jedem Husten eine Coronainfektion zu vermuten“, sagte er. Er fordere die Bürger aber ausdrücklich auf, „dass Sie Ihren Hausarzt anrufen und die Behandlung abklären, wenn innerhalb von 14 Tagen nach Reisen in Gebiete, in denen Infektionen vorgekommen sind, Fieber, Husten oder Atemnot sich entwickeln – oder wenn Sie Kontakt hatten mit Personen, die in diesen Gebieten gewesen sind“. (afp)

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