Chinajahr 2012 in Köln

Von 14. September 2012 Aktualisiert: 14. September 2012 9:14

Als der ehemalige Bundespräsident Köhler im Jahre 2010 nach China reiste und dort in Shanghai die EXPO besuchte, ging es vor allem um die Völkerfreundschaft. Es war Köhlers dritter Chinabesuch als Bundespräsident. Außer finanzpolitischen Themen stand ein Gespräch mit seinem Amtskollegen Hu Jintao auf dem Programm über Chinas Wunsch im Jahr 2012 in Deutschland ein Chinajahr zu veranstalten.

Nihao und Willkommen zum Chinajahr in Köln

Wir schreiben das Jahr 2012 und das Chinajahr in Deutschland hat längst begonnen mit seinen Veranstaltungen in vielen Städten. Es sollen damit 40 Jahre diplomatischer Beziehungen zur VR China gewürdigt werden. Eine besondere Bedeutung kommt hier der Stadt Köln zu, da das 25-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft mit der Stadt Peking an diesem Wochenende vom 14. bis 16. September gefeiert werden soll.

In einem Veranstaltungsprospekt wird den Kölner Bürgerinnen und Bürgern ein vielseitiges Programm für Jung und Alt und eine spannende Reise in die Partnerstadt und das Heimatland von Pandabär und Taiji versprochen.

Nicht zuletzt wird politische Prominenz aus China, NRW, Peking und Köln auf der Bühne Informationen und Perspektiven zu den Beziehungen zwischen den beiden Nationen und ihren beiden Partnerstädten vermitteln. Auf der Homepage der Stadt Köln findet man Grußbotschaften von Jürgen Roters, Oberbürgermeister der Stadt Köln, Dr. Michael Schaefer, deutscher Botschafter in China, neben Guo Jinlong, Bürgermeister der Stadt Peking, und Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein Westfalen.

Kritik von der Menschenrechtsorganisation GfbV

Die Menschenrechtsorganisation Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) kritisierte schon im Januar 2012 eindringlich die Stadt Köln und das Land NRW in Bezug auf die Feiern zum China-Jahr 2012.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) wirft der Stadt Köln vor, bei ihren Feiern zum „China-Jahr 2012“ der Wirtschaftsförderung Vorrang vor den Menschenrechten zu geben. Bei den geplanten Veranstaltungen mit kulturellem Schwerpunkt würde nur die „Schokoladenseite“ Chinas gezeigt, „das Schicksal des inhaftierten Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo, des von den Behörden mundtot gemachten Künstlers Ai Weiwei und Dutzender verfolgter Schriftsteller, Menschenrechtsanwälte, Bittsteller und bedrängter Angehöriger ethnischer Minderheiten ist Köln nur eine Randnotiz wert“, kritisierte der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius. „Stattdessen werden Wirtschaftsforen organisiert, um die Kooperation zu vertiefen, und Chinas Generalkonsulat ein Forum zur unkritischen Imagewerbung gegeben.“

Falun Gong in China verfolgt – in Köln präsent

Falun Gong wird mit einem eigenen Programm am Wochenende in der Domstadt auf dem Bahnhofsvorplatz zu sehen sein. Falun Gong ist die traditionelle buddhistische Kultivierungsschule, die seit 13 Jahren auf brutale Weise in China verfolgt wird. Auch wenn schon mildere Töne aus China zu hören sind, werden immer noch Falun Gong-Praktizierende ohne Prozess und Rechtsbeistand in Arbeitslagern und Gehirnwäschezentren inhaftiert und gefoltert.

Amnesty International rief zuletzt am 22. August zu einer „Urgent Action“ auf: Die Falun-Gong-Anhängerin Wang Xiuqing und ihre Tochter Qin Hailong sind in der Einrichtung für ‚Umerziehung durch Arbeit‘ Qianjin in Harbin, Provinz Heilongjiang, gefoltert worden. Beide Frauen sitzen seit Januar 2012 ohne Gerichtsverfahren in dem Lager ein.“

Konkrete Unterschriftenlisten von Amnesty International und der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) mit Verfolgungsfällen aus dem Jahr 2012 werden die Gruppen am Dom auslegen.

Am Samstag, dem 15. September, wollen Gruppen von Falun Gong nicht nur auf das Unrecht hinweisen, das in China geschieht, sondern mit kulturellen Darbietungen die Schönheit und Weisheit der alten spirituellen Kultur lebendig werden lassen. Mit einer Kundgebung und Begegnungen von 10:30 bis 17:00 Uhr sind sie am Bahnhofsvorplatz des Kölner Hauptbahnhofs vertreten.

 

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