Flensburger Mädchen-Mord: Lebenslang für Ahmad G. – Mireille (17) wurde mit 14 Messerstichen getötet

Von 7. Februar 2019 Aktualisiert: 7. Februar 2019 12:50
Sie war in Obhut des Jugendamtes, wohnte in einem betreuten Mädchenhaus an der Ostsee. Hier traf sie im Rahmen eines Freizeitangebotes für minderjährige Migranten auf den späteren Täter. Sie verliebte sich in den jungen Fremden, der sie nach Angaben des Gerichts als seinen Besitz ansah. Als sie es nicht mehr aushalten konnte und sich trennen wollte, tötete er das Mädchen mit insgesamt 14 Messerstichen.

Mireille hatte kein leichtes Leben. Frühzeitig musste sie familiäre Verluste hinnehmen, kam später in Obhut des Jugendamtes und zog in ein betreutes Jugendhaus ein, nahe dem Ostseestrand. Dort traf sie auf Ahmad G. aus Afghanistan im Rahmen eines Freizeitangebotes für minderjährige Migranten. Aus der anfänglichen Liebe wurde bald schon eine verhängnisvolle Herrschaft des jungen Afghanen über das Mädchen. Sogar einen Notruf bei der Polizei setzte die Jugendliche noch im Januar 2018 ab. Rund zwei Monate später war sie bereits tot.

Am Montag, 12. März 2018, 18.35 Uhr, rief Ahmad G. selbst die Polizei und Rettung an. Doch für Mireille konnte niemand mehr etwas tun. In einem ersten Polizeibericht hieß es:

Ein 17-jähriges Mädchen hatte schwere Stichverletzungen, an denen sie trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen verstarb.“

(Polizeibericht)

Wie der „NDR“ berichtet, urteilte das Landgericht Flensburg am Montag, 4. Januar, auf lebenslange Haft wegen Mordes. Der junge Afghane hatte Mireille aus niedrigen Beweggründen in ihrer Wohnung mit 14 Messerstichen getötet.

Ein Mädchen als Besitz

Das Gericht bescheinigte dem Täter eine narzisstische Persönlichkeit und dass er habe das Mädchen besitzen wollen. Als sie sich Anfang März 2018 endgültig von ihm trennen wollte, konnte er dies offenbar nicht ertragen.

Die Beendigung der Beziehung sei nicht mit der narzisstischen Persönlichkeit des Täters vereinbar gewesen, sagte der Richter nach „NDR“-Angaben. Die Staatsanwaltschaft hatte diesbezüglich Zeugenaussagen und Chat-Protokolle angeführt.

Ahmad G. habe das Mireille während der Beziehung kontrolliert und manipuliert, so der Richter.

Der Tatabend in zwei Versionen

Am Abend der Tat wollte sich der Afghane mit ihr erneut treffen, doch sie kam nicht, so dessen Aussage vor Gericht. Dann habe er sie blutend in ihrer Wohnung gefunden.

Doch nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hatte Ahmad Mireille bereits am Bahnhof abgefangen und ging mit ihr in die Wohnung. Die Auswertung von Mobilfunkdaten und Überwachungskameras hatte das ergeben.

Die Messerstiche seien mit einer solchen Gewalt ausgeführt worden, dass Selbstmord ausgeschlossen werden könne, so der Richter zu den 14 Stichverletzungen.

Die übliche Altersfrage

Nach eigenen Angaben soll der als UMA nach Deutschland gekommene Afghane 18 Jahre alt gewesen sein und im Rückschluss dazu zum Tatzeitpunkt minderjährig. Gutachter kamen jedoch zum Ergebnis, dass der Ahmad G. mindestens 21 Jahre alt sei. Das Gericht wandte daraufhin auf den abgelehnten Asylbewerber das Erwachsenenstrafrecht in der Urteilsfindung an.

Die Verteidigung will in Revision gehen.

Die Geschichte des Mädchens Mireille

Mireille lebte nach der Trennung ihrer Eltern seit ihrem ersten Lebensjahr bei ihren Großeltern. Als sie etwa elf Jahre alt war, starb ihr geliebter Großvater. Innerhalb von drei Jahren starben dann auch die Großmutter und ihr Vater. Mit der Mutter hatte sie kaum Kontakt. Das Jugendamt übernahm die Fürsorge und Mi zog in das betreute Jugendhaus ein, nahe dem Ostseestrand, berichtete die „Bild“.

Das war 2015 und „Mi“, wie Mireilles Spitzname war, dürfte 15 Jahre alt gewesen sein und Ahmad – wenn sein Name und seine Altersangaben stimmen – ebenfalls 15 oder 16. Jedenfalls kam er in diesem Jahr als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling nach Deutschland. „Bild“ sprach mit einer Freundin des Mädchens über diese gemeinsame Zeit:

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An den Freizeitangeboten nahmen auch minderjährige Flüchtlinge teil. Einer von ihnen war Ahmad. Er kochte mit uns in der Gruppe Suppe, kam mit zum Schwimmen und spielte mit anderen Jungs Fußball.“

(Mireilles Freundin, heute 19)

Mireille verliebte sich in den Jungen, schwärmte geradezu von ihm, weil er so höflich und so schüchtern gewesen sei, wie die Freundin sich erinnerte. Dann wurden beide ein Paar. Das war am 30. Januar 2016.

„Mi“ & Ahmad

Ahmad soll dann eine eigene 1-Zimmer-Wohnung bekommen haben, wann genau, ist derzeit nicht bekannt. Auch Mireille wechselte im Oktober 2016 in ihre eigene kleine 1-Zimmer-Wohnung mit 40 Quadratmetern in der Straße Zur Exe in Flensburg, wurde weiterhin vom Jugendamt betreut, wie auch ihr Freund Ahmad. Bei dieser Form dürfte es sich um ein Betreutes Einzelwohnen (BEW) gehandelt haben, das bereits ab 15 Jahren möglich ist.

Doch Mireille veränderte sich, verabredete sich immer seltener mit ihrer Freundin. Eines Tages erschien sie dazu mit einem Kopftuch. Die Freundin fragte nach und das Mädchen sagte ihr, dass das ihre eigene Entscheidung sei. Die Freundin hatte jedoch das Gefühl, dass „Mi“ nicht mehr glücklich wirkte.

Der junge Afghane setzte „Mi“ offenbar stark unter Druck.

Es gab häufiger Streit. Er wollte, dass sie immer ein Kopftuch trägt und zum Islam konvertiert.“

(Freundin des Opfers)

In dieser Zeit sahen auch ihre Nachbarn ihre Veränderung. Ab Mitte 2017 bemerkten sie dann, dass das Mädchen nur noch mit Kopftuch vor die Tür ging. Zuvor war Mireille laut einem Nachbarn ein „fröhliches, aufgeschlossenes Mädchen“ gewesen. Die Nachbarn erinnerten sich, dass sie zurückhaltend wurde, es habe auch mehrmals lauten Streit in der Wohnung zwischen Mireille und Ahmad gegeben, auch körperlicher Art.

Ein anderer Junge …

Dann lernte Mireille einen anderen Jungen kennen. Ihrer Freundin sagte sie, dass dieser in Streitsituationen ruhig blieb, das habe ihr an ihm gefallen, nicht so wie Ahmad, der habe immer sofort zugeschlagen, so die Freundin rückblickend.

Dann kam jener verhängnisvolle 12. März 2018, ein Montag. Bei der Polizei geht gegen 18.35 Uhr ein Notruf ein, von Ahmad. Polizei und Rettungskräfte rasen zu der kleinen Wohnung in dem Mehrfamilienhaus in der Straße Zur Exe. Doch sie können für Mireille nichts mehr tun.