Nach Thüringen-Wahldebakel: Junge Union-Chef stellt AKK-Führung in Frage

Epoch Times28. Oktober 2019 Aktualisiert: 28. Oktober 2019 15:34

Nach dem Wahl-Debakel bei der Landtagswahl in Thüringen ist in der CDU einem Medienbericht zufolge ein offener Machtkampf ausgebrochen. Junge-Union-Chef Tilman Kuban sei in der Sitzung des CDU-Bundesvorstandes am Montag offen auf Distanz zu CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer gegangen, berichtet das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Dienstagsausgaben) unter Berufung auf Teilnehmerkreise. Demnach soll Kuban gefordert haben, die Kanzlerkandidatenfrage zu klären.

Außerdem habe der Vorsitzende des CDU-Nachwuchsverbandes die Frage aufgeworfen, ob Kramp-Karrenbauer noch die richtige Parteichefin sei.

Die CDU-Vorsitzende soll sich daraufhin heftig verteidigt und mit dem Hinweis reagiert haben, Kuban könne ja einen Antrag dazu stellen. Kramp-Karrenbauer habe für ihre Erwiderungen deutlichen Applaus bekommen, berichteten Teilnehmer der Sitzung.

AKK fordert CDU-interne Kritiker heraus

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hat ihre innerparteilichen Kritiker aufgefordert, aus der Deckung zu kommen.

Sie wolle an ihrem Plan festhalten, die Frage der Kanzlerkandidatur erst auf dem Parteitag Ende 2020 zu klären, sagte Kramp-Karrenbauer am Montag in Berlin.

Wer auch immer meint, die Frage müsse jetzt in diesem Herbst geklärt werden, hat auf diesem Bundesparteitag die Gelegenheit“, sagte sie mit Blick auf den Parteitag Ende November 2019 in Leipzig.

In der Vorstandssitzung am Montag nach der Thüringen-Wahl habe der Chef der Jungen Union, Tilmann Kuban, „die Führungsfrage gestellt“, sagte Kramp-Karrenbauer.

Sie selbst habe darauf hingewiesen, dass bei der Union in der Vergangenheit Parteivorsitz und Kanzlerschaft in einer Hand gelegen hätten. Sie halte an ihrem Plan zur Bestimmung des Kandidaten oder der Kandidatin fest. Wer daran etwas ändern wolle, solle auf dem Bundesparteitag dafür werben.

Kramp-Karrenbauer verwies auf die „Unruhe, die wir im Moment in der Partei haben“. Diese Situation erfordere „ein Höchstmaß an Verantwortung“. Sie fügte hinzu: „Dieser Verantwortung stelle ich mich. Jeder andere, der in einem Führungsgremium der CDU ist, hat seine eigene Verantwortung und muss sich entscheiden, ob er dieser Verantwortung gerecht wird.“ (dts/nh)

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