NRW: Schulen durch Zuwanderung überlastet – Muslimische Jungen fallen im Unterricht häufiger auf

Epoch Times22. Februar 2018 Aktualisiert: 23. Februar 2018 7:42
Das Bildungssystem in Deutschland ist durch die Zuwanderung in den letzten Jahren schwer überlastet. Besonders Nordrhein-Westfalen ist davon betroffen, wie Zahlen belegen.

In Nordrhein-Westfalen (NRW) weist mittlerweile jedes dritte Schulkind einen Migrationshintergrund auf. Allein zwischen dem Schuljahr 2015/16 und dem Schuljahr 2016/17 stieg die Zahl der Kinder mit „Zuwanderungsgeschichte“ um 76.997 Kinder. Das brachte nicht nur räumliche und personelle Probleme mit sich, sondern veränderte manchmal auch die Unterrichtsatmosphäre gravierend.

Der größte Teil der Kinder mit sog. Zuwanderungsgeschichte weist dabei einen muslimischen Hintergrund auf. Darunter gibt es einige Jungs, die gerade, wenn der Lehrer weiblich ist, häufiger auffallen.

Wenn Lehrerautorität nicht anerkannt wird, folgen Schwierigkeiten

Klaus Spenlen, Lehrbeauftragte der Heinrich-Heine-Universität stellt dazu im Focus fest, dass es zu erheblichen Verstimmungen kommt, wenn Flüchtlinge aus dem orientalischen Kulturkreis die Autorität von Lehrerinnen nicht anerkennen. „Manche fühlen sich als die tollsten Hechte im Teich, und das kann zu Schwierigkeiten führen.“

Gleichzeitig macht Spenlen deutlich, dass das nicht allein auf die Herkunft zurückzuführen sei. „Das ist eine Milieu-Frage.“ Falsch wäre der Eindruck, muslimische Jungen aus orientalischen Ländern seien per se eine Problemgruppe, mahnt der Bildungsforscher.“ In dem Alter bringen fast alle genügend Auffälligkeiten mit“.

„Man darf den Konflikt nicht auf die Spitze treiben und sich in der Lehrerrolle als so hilflos darstellen, dass man ständig zum Schulleiter läuft“, rät der Autor im Focus, der zahlreiche Lehrerleitfäden zum Themenkomplex „Schule und Islam“ veröffentlichte.

Aktivitäten abseits des „normalen“ Unterrichts hilfreich

Allerdings sagt er gleichzeitig: „Die Aufgaben sind überbordend bis überfordernd und die Personalausstattung ist miserabel“. Beim Deutschen Schulleiterkongress in Düsseldorf im März will er daher Lehrern vor allem vermitteln, wie sie mit der Flüchtlingsgruppe „jung, ledig, männlich, Muslim“ besser umgehen können.

Aufgrund seiner eigenen Lehrertätigkeit haben sich Aktivitäten abseits des „normalen“ Unterrichts bewährt: „Man muss sich auch über Mathe und Englisch hinaus mit den Kindern beschäftigen und sie in anderen Situationen erleben. Ich habe mich an vielen Nachmittagen mit Kindern und Jugendlichen verabredet und außerhalb des Unterrichts Musik oder Sport mit ihnen gemacht“, berichtet Spenlen im Focus.

„Das sind Türöffner zu den Kindern.“ Für ihn wäre es wünschenswert, wenn den Lehrern solches Engagement nicht ehrenamtlich abverlangt wird, sondern ein Stück der Unterrichtsverpflichtung als Freiraum für solche Aktivitäten genutzt werden kann, äußert er dem Focus gegenüber.

Doch haben Lehrer Zeit für freizeitliche Aktivitäten mit Schülern?

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer von der FDP sagt dem Focus, das sie sich der wachsenden Aufgaben für die Lehrer bewusst ist: Sprache, Orientierung im Alltagsleben, im deutschen Rechtsstaat, Grundwerte. „Zweifelsohne ist dies eine besondere Herausforderung“

Nach Überzeugung der Schulministerin hat NRW, was Integrationsmaßnahmen betrifft, bereits viel getan. Jetzt sieht sie den Bund in der Pflicht, seiner Verantwortung für diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe gerecht zu werden.

So schuf NRW seit 2015 nach Angaben des Ministeriums 7.343 Stellen für den erhöhten Bedarf von Flüchtlingskindern – darunter 1.500 Integrationsstellen für Sprachförderung. Tausende befristete Stellen sind demnach mit dem Haushalt 2018 in reguläre Stellen umgewandelt worden. Für Deutsch als Zweitfremdsprache seien 2,4 Millionen Euro in die Lehrerfortbildung investiert worden.

Beziehungsarbeit genauso wichtig wie Sprachförderung

Doch so wichtig die Sprachförderung ist, darf der gezielte Beziehungsaufbau der über die Beziehungsarbeit im Unterricht hinausgeht, nicht zu kurz kommen. Es muss zeit für Einzelgespräche und Aktivitäten abseits des „normalen“ Unterrichts sein. Nur so lassen sich auch nachhaltig Werte und Normen vermitteln.

Doch aufgrund wachsender Klassenstärken mit immer mehr auffälligen Kindern und personellen Engpässen ist das schwer umzusetzen.

Ob die angekündigte Aufstockung der Stellen für die sozialpädagogischen Fachkräfte in der Schuleingangsphase das ändert, wird sich zeigen. Geplant sind 600 zusätzliche Stellen für Sozialpädagogen, die Hand in Hand mit den Lehrern arbeiten. So könnten Sozialpädagogen dann auch vormittags im Unterricht unterstützend eingesetzt werden.

Außerdem sollen mehr Multiprofessionelle Teams speziell für die Schulformen der Sekundarstufe I zur Verfügung gestellt werden, um die Lern- und Unterstützungsbedingungen insbesondere an inklusiv arbeitenden Schulen nachhaltig zu verbessern.

Ohne Integration der Eltern – ist das Kind gespalten

Doch die Integration der Kinder wird bei allen Maßnahmen und personellen Aufstockungen nur dann fruchten, wenn auch der Rest der Familie, allen voran die Eltern, in einem Prozess der Integration in die deutsche Gesellschaft sind und dabei begleitet werden.

Ansonsten entstehen bei dem Kind gegensätzliche „Welten“. Auf der einen Seite das Schulleben mit seinen Werten und Normen und auf der anderen Seite das Familienleben mit ganz anderen Werten und Normen. Das erschwert die Integration und beeinflusst möglicherweise die persönliche Entwicklung negativ.

(er)

Mehr dazu:

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