Ein Kreuzfahrtschiff ist so dreckig wie 21,45 Millionen VW Passat

Epoch Times13. November 2017 Aktualisiert: 10. Oktober 2018 17:59
Kreuzfahrtschiffe sind besonders dreckige Verkehrsmittel - allein die "Harmony of the Seas" stößt so viel Feinstaub aus wie 21,45 Millionen Passat - täglich. In ganz Deutschland fahren "nur" 45,8 Millionen Autos.

Die meisten Kreuzfahrtschiffe sind besonders dreckige Verkehrsmittel, wie die Hafenstädte sehr wohl wissen. Neue Schiffe wie AIDAprima und AIDAperla (2016 und 2017) werden bereits zum Teil mit Flüssiggas betrieben, in Häfen und Schutzregionen nach MARPOL (z.B. Ostsee), sonst mit Marine-Diesel.

Durch neue internationale Vorschriften werden immer mehr Schiffe nachgerüstet, besonders Kreuzfahrer, aber auch Frachter werden mit „Scrubbern“ zur Gasreinigung (ein Nassverfahren) ausgestattet.

Nicht alle Hafenstädte haben die nötige Infrastruktur, um die Schiffe, während sie im Hafen liegen, ausreichend über Landstrom zu versorgen – und nicht alle Reedereien wollen das vorhandene Angebot annehmen. Somit werden auch in den Hafenliegezeiten die Städte stark belastet.

Kreuzfahrtschiffe fahren mit besonders dreckigem Schweröl

Nach Angaben von Wikipedia gibt zum Beispiel die 2016 fertiggestellte „Harmony of the Seas“ 450 kg Feinstaub täglich ab (bei einem Verbrauch von 150 Tonnen Schweröl/Tag).

Diese Feinstaubmenge entspricht 21,45 Millionen VW Passat (Variant 2.0 TDI mit 190 PS), schreibt die „Autozeitung“– täglich. In ganz Deutschland fahren „nur“ 45,8 Millionen Autos.

Bei einem Audi Q5 2.0 quattro werden 11,5 mg pro Tag und Person abgegeben – die „Harmony of the Seas“ schafft 5146 mg pro Tag und Person.

Auch bei den Stickoxiden liegen die Kreuzfahrtschiffe vorn: Messungen des ARD-Magazins „Plusminus“ ergaben 26.000 Fein-Rußpartikel pro Kubikzentimeter Luft. Das ist mehr als an einer Kreuzung im Berufsverkehr. Die „Harmony of the Seas“ besitzt immerhin eine Abgasreinigung, um Schwefeloxide zu reduzieren.

Schiffahrtindustrie verlangt Planungssicherheit

Die Schifffahrtindustrie fordert von der Politik dafür vor allem Planungssicherheit. Der Weg in eine CO2-neutrale und emissionsfreie Schifffahrt sei sehr aufwendig, die technischen Lösungen müssten weiterentwickelt werden, und das gehe nicht ohne einen klaren rechtlichen Rahmen, hieß es bei einer Diskussion der Branche zur „Maritimen Energiewende“ auf der Weltklimakonferenz in Bonn.

Die Schifffahrtindustrie unterstütze die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens, die Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, erklärte am Montag der Verband der Maschinenbauer (VDMA), der zu der Podiumsdiskussion auf der Bonner Klimakonferenz eingeladen hatte.

Erreichen könne die Branche die ehrgeizigen Ziele aber nur mit Vorgaben der Internationalen Schifffahrtsorganisation (IMO), also mit einer international harmonisierten Gesetzgebung.

Die Branche hält die Verteuerung von CO2 dabei für die beste Lösung: Ein Preis für Treibhausgas biete die Chance, dass in emissionsreduzierende Technologien und auch in synthetische, CO2-neutrale Kraftstoffe investiert werde. Um die notwendigen Investitionen zu stemmen, benötige die Industrie vor allem Planungssicherheit.

Nichts zu tun, werde nur teurer

Nichts zu tun, werde nur teurer, warnte Peter Müller-Baum vom VDMA: „Eine Verzögerung der internationalen Klimaschutzbemühungen bedeutet, dass Investitionen in saubere Technologien zu einem späteren Zeitpunkt zu höheren Kosten nachgeholt werden müssen. Das wäre für die Industrie von großem Nachteil.“

Der VDMA wies darauf hin, dass viele Mitgliedsunternehmen der Branche Vorreiter für saubere Technologien seien – und etwa Schiffe bauen, die mit umweltfreundlicherem Flüssigerdgas (LNG) angetrieben werden.

Der Maschinenbau verstehe sich als „Schlüsselindustrie“ in der Klimapolitik, weil seine Unternehmen andere Branchen mit effizienten und emissionsmindernden Technologien ausrüsteten. Im VDMA sind mehr als 3200 Firmen des Maschinen- und Anlagenbaus vertreten. (afp/ks)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion