Über ein Viertel aller positiv Getesteten trotz vollständiger Impfung infiziert

Von 2. November 2021 Aktualisiert: 3. November 2021 9:46
Ursprünglich sollten in der Stadt Weimar nicht mehr nach ungeimpften und geimpften Corona-Fällen unterschieden werden. Der Wochenbericht für die 42. Kalenderwoche gibt nun jedoch weitere Aufschlüsse.

In den vergangenen Tagen sorgte eine Meldung aus Weimar für Empörung. Demnach sollten bei der Meldung von hospitalisierten COVID-Patienten nicht mehr nach geimpften und ungeimpften Patienten unterschieden werden.

Oberbürgermeister Peter Kleine begründete dieses Vorgehen mit den Worten: „Wir wollen in unserer Zahlenmeldung so transparent wie irgendwie möglich sein. Die Angabe der Personen, die mit Impfung im Klinikum behandelt werden, verzerrt die Realität jedoch deutlich und spielt damit Corona-Leugnern und Impfgegnern in die Hände.“

Ab dem 22. Oktober waren zunächst entsprechend Hinweise auf den Impfstatus der positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Personen nicht mehr in den tagesaktuellen Meldungen der Stadt zu finden. Am 27. Oktober hat die Stadt Weimar erstmals einen Lagebericht für die 42. Kalenderwoche (18. bis 24. Oktober) herausgegeben, aus dem weitere Details hervorgehen.

Laut dem Wochenbericht wurden in der 42. Kalenderwoche in Weimar 181 Menschen positiv auf SARS-CoV-2 getestet. In der Stadt leben rund 65.000 Einwohner. In der Übersicht ergibt sich folgendes Bild.

Von 25 Personen der 181 positiv Getesteten war der Impfstatus unbekannt. Die Frage, warum der Impfstatus nicht erhoben werden konnte, beantwortete die Stadt Weimar gegenüber Epoch Times nicht.

In der Altersgruppe 60+ war der Anteil der trotz vollständiger Impfung positiv getesteten Personen mit elf von 15 besonders hoch. Bei zweien war der Impfstatus unbekannt, während die übrigen zwei Personen als ungeimpft oder unvollständig geimpft eingestuft wurden. In derselben Altersgruppe wurden sechs Personen hospitalisiert, davon wurde eine vollständig geimpfte Person  aufgrund einer SARS-CoV-2-Infektion behandelt. Bei den anderen fünf Patienten hatte der Krankenhausaufenthalt jedoch „eine andere Ursache“.

Bei den 18- bis 59-Jährigen waren von 93 positiv Getesteten insgesamt 35 vollständig geimpft. Bei 13 Personen war der Impfstatus unbekannt. Ein Patient der Altersklasse wurde im Krankenhaus behandelt. Laut Mitteilung der Stadt war diese Person ungeimpft beziehungsweise unvollständig geimpft.

Bei den bis 12-Jährigen, für die es aktuell keine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) gibt, wurden 38 Kinder positiv getestet. Sie alle liefen unter dem Status „ungeimpft oder unvollständig geimpft“. In der Altersklasse der 12 bis 17-Jährigen wurden 35 positive Fälle gemeldet, wobei vier geimpft waren. Bei zehn von ihnen war der Impfstatus unbekannt.

Tagesaktuelle Berichte ohne Impfstatus

In den tagesaktuellen Berichten hingegen wird wie vom Bürgermeister angekündigt nicht näher nach geimpften und ungeimpften Personen unterschieden, die positiv auf SARS-CoV-2 getestet und/oder hospitalisiert sind. Eine Anfrage zu den Corona-Zahlen für die Zeit ab 25. Oktober blieb von der Pressestelle der Stadt trotz mehrfacher Anfragen gegenüber Epoch Times unbeantwortet.

Auch das Gesundheitsamt gab keinerlei Einzelheiten  zu ungeimpften und geimpften Personen bekannt. Von dort hieß es: „Für die Beantwortung journalistischer Anfragen ist die Presseabteilung zuständig. Bitte sehen Sie von weiteren Anfragen direkt an das Gesundheitsamt ab.“

Laut Lagebericht vom 31. Oktober gelten in Weimar 342 Personen als „aktuell infiziert“. Wie viele der Personen geimpft sind, ist unbekannt. Der Bericht für die 43. Kalenderwoche wurde noch nicht veröffentlicht. Der Bericht für die 42. Kalenderwoche der Stadt Weimar kann hier vollständig eingesehen werden.

Dass eine vollständige COVID-Impfung oder der Nachweis über eine durchgemachte Infektion nicht zwangsläufig vor einer neuen Corona-Infektion schützen, zeigt ein Fall aus Münster. Nach einer 2G-Party am 3. September mit rund 380 Gästen waren bis zum 17. September 85 Personen positiv auf Corona getestet worden. Dabei handelte es sich laut Angaben der Stadt Münster um Impfdurchbrüche und Ansteckungen bereits Genesener, die milde oder gar keine Symptome hatten.

Bei der Überprüfung  der Impfnachweise konnten keine Verstöße festgestellt werden. Auch das seitens des Clubs eingebrachte Hygienekonzept wurde verwaltungsseitig als „vorbildlich“ gewertet. „Die Impfung schützt vor einer schweren Erkrankung, eine Ansteckung und weitere Übertragungen sind hingegen nicht auszuschließen“, erklärte  Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer aus Münster.



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