Iran: Neue Repressionswelle gegen politische Gegner – Christen sind ganz oben auf der Liste

Epoch Times6. September 2018 Aktualisiert: 6. September 2018 11:41
Angesichts einer neuen Repressionswelle der Regierung gegen sogenannte Staatsfeinde befinden sich Christen im Iran in akuter Gefahr. Wegen der Wirtschaftskrise im Iran und der zahlreichen Proteste der Bevölkerung im Land gegen das Regime wird über die Verfolgung der Christen in den Medien nur wenig berichtet.

Die Mullahs im Iran haben eine aggressive Kampagne gestartet, um gegen die Gegner des Regimes vorzugehen, berichtet „Mena Watch“, ein unabhängiger Nahost-Thinktank am Dienstag. Ganz oben auf ihrer Liste stünden dabei, die im Iran lebenden Christen, die von der Regierung als „Einfallstor des Westens“ verteufelt werden – obwohl es Christen bereits seit der Antike in dieser Region gibt.

„Artikel 18“, eine Organisation, die sich für die Religionsfreiheit im Iran einsetzt, tweetete am 9. August ein Foto eines iranischen Ehepaares, das zusammen mit zehn weiteren Iranern vom Gericht Bushehr zu einem Jahr Gefängnis verurteilt wurde. Der Vorwurf lautet „Propaganda gegen die Islamische Republik durch Verbreitung des Christentums“. Die Iraner, die zum Christentum konvertiert sind, wurden bereits am 7. April festgenommen.

A #Christian couple have reported that a court in Boushehr has just sentenced them & 10 other #Iranian Christians to one year in prison each for „Propagating against the Islamic Republic in favour of Christianity“. This group of Christian converts were arrested on April 7th, 2015 pic.twitter.com/Q8omy4iYUa— Article 18 (@articleeighteen) 9. August 2018

Im Juli dieses Jahres hatte der iranische Präsident Hassan Rohani, der im Westen als gemäßigter Reformer gilt, noch erklärt, dass „Christen über die gleichen Rechte wie alle anderen verfügen“, berichtete „Fox News“.

In der iranischen Verfassung, die sich auf der islamisch-fundamentalistischen Scharia gründet, heißt es dazu:

Der Zoroastrismus (uralte persische Religion), die Juden und Christen, außer derjenigen, die sich vom Islam abgewendet haben, dürfen innerhalb des gesetzlichen Rahmens ihren Glauben ausüben.“

Laut Statistik der Welt-Christen-Datenbank leben im Iran etwa 350.000 Christen, wobei die Zahl der Übertritte zum Christentum stetig zunimmt. Die staatliche Statistikbehörde des Iran hingegen geht von 117.700 Christen bei einer Gesamtbevölkerung von mehr als 82 Millionen Menschen aus. Aufgrund der Repressalien gegenüber Christen wird die tatsächliche Anzahl der Christen jedoch höher geschätzt, als die offiziell registrierten.

Rechtlich seien Nichtmuslime im Iran massiv benachteiligt, berichtet „Mena Watch“. Seit der Islamischen Revolution von 1979 seien sie von allen einflussreichen Positionen in den zentralen Staatsorganen ausgeschlossen. Auf Blasphemie und Apostasie stehe nach wie vor die Todesstrafe.

Die Verfolgung der iranischen Christen trifft jedoch nicht nur die evangelischen Christen. Im vergangenen Jahr berichtete „Fox News“, dass iranische Korps der Islamischen Revolutionsgarden im Rahmen einer brutalen Kampagne gegen die Katholiken in der Provinz West-Aserbaidschan zwei Christen, eine Mutter und deren Sohn festgenommen hatten.

Die iranischen Behörden verhaften laut „Freedom of Thought“-Bericht regelmäßig Gottesdienstbesucher, durchsuchen Hauskirchen und beschlagnahmen Bibeln, christliche CDs und andere religiöse Publikationen. Zugleich würden die vom Regime kontrollierten Medien antichristliche Propaganda verbreiten.

In einem 2018 von der Commission for International Religious Freedom veröffentlichten Bericht heißt es: „Im vergangenen Jahr hat die Religionsfreiheit im Iran weiter abgenommen. Dies betrifft sowohl anerkannte als auch nicht anerkannte Religionsgruppen. Insbesondere geht die Regierung gegen die Baha’i und Konvertiten zum Christentum vor.“ (nh)

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