Korruption beim UN-Flüchtlingshilfswerk: Afrikaner für 2500 US-Dollar nach Europa umgesiedelt

Epoch Times9. Januar 2020 Aktualisiert: 9. Januar 2020 15:03
Beim UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR gibt es Hinweise auf Korruptionsfälle. Offenbar haben Mitarbeiter des Flüchtlingshilfswerks Afrikanern gegen Geldzahlungen eine Umsiedlung in den Westen ermöglicht.

Mitarbeiter des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sollen Afrikanern gegen Geldzahlungen eine Umsiedlung in den Westen ermöglicht haben. Das berichtet das Magazin „Stern“.

Demnach stellten die Mitarbeiter dafür unter anderem falsche Papiere aus, mit denen es die Afrikaner auf die begehrten Listen des sogenannten „Resettlement“-Programms schafften. In dessen Rahmen bieten mehrere westliche Staaten, darunter auch Deutschland, besonders schutzwürdigen Flüchtlingen eine sichere Zukunft in ihrem Land.

Profitieren sollen davon vor allem Menschen, die aufgrund von Krankheiten und Verfolgung bedroht sind. Da aber derzeit weltweit nur 50.000 bis 60.000 solcher Umsiedlungen pro Jahr stattfinden, sind die Chancen verschwindend gering, einen der Plätze zu bekommen.

Auch Ärzte am Betrug beteiligt

Nach Angaben des „Stern“, hat sich in der ugandischen Hauptstadt Kampala, ein Markt mit Vermittlern für illegale Geschäfte rund um die Umsiedlungen gebildet. Kampala gilt als einer der Hauptanlaufpunkte für Flüchtlinge und Migranten in Ostafrika.

Im „Stern“ beschreibt einer dieser Vermittler, wie er das Geschäft zwischen zahlungsbereiten Afrikanern und örtlichen UNHCR-Mitarbeitern einfädelt.

Letztlich koste ein Platz auf der Liste den Afrikaner etwa 2500 US-Dollar. Für das Geld beschaffe der UNHCR-Mitarbeiter beispielsweise gefälschte ärztliche Atteste. An dem Betrug seien daher auch Mediziner beteiligt.

Das Magazin beschreibt auch Fälle von wirklich hilfsbedürftigen Flüchtlingen, denen ein Platz auf den „Resettlement“-Listen zugestanden hätte, die aber leer ausgingen – denn ihre Identitäten sollen an andere Afrikaner verkauft worden sein, die damit ausreisten.

Bestechungsgelder in Millionenhöhe kassiert

Die Genfer Zentrale des UNHCR bestätigte dem „Stern“, dass auch sie Hinweise auf Korruption in Uganda und Kenia erhalten habe. Dort, wo ausreichend Informationen zur Verfügung stünden, würde auch ermittelt.

„Die Integrität des Resettlement-Programmes hat oberste Priorität“, teilte eine der Sprecherinnen des UNHCR mit. Sie verwies darauf, dass inzwischen auch Fingerabdrücke, Netzhaut und Fotos der Flüchtlinge erfasst würden – um Manipulationen zu erschweren. Das Verfahren gelte allerdings nur für neu registrierte Flüchtlinge.

Wer früher als 2018 Asyl beantragte, ist weiter nur mit einem Passbild und einer Fallnummer in der UNHCR-Datenbank gespeichert. Der UNHCR hatte schon in der Vergangenheit mit Korruption im „Resettlement“ zu kämpfen.

2001 wurden zum ersten Mal neun Personen, unter ihnen ein Deutscher, in Kenia verklagt, weil sie über Jahre Bestechungsgelder in Millionenhöhe kassiert hatten. 2017 sorgte ein ähnlicher Fall im kenianischen Kakuma für Schlagzeilen und zuletzt berichtete die Reporter-Website „The new Humanitarian“ über Korruptionsfälle im Sudan. (so)

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