Massenkonfiszierung von Kirchen: Evangelische Kirche wirft Türkei „bewusst angestrebten Akt von Kulturzerstörung“ vor

In vergangen Wochen wurden in der Türkei mehr als 50 Kirchen und Klöster vom Staat konfisziert. Das sei "nicht hinnehmbar", beklagt die evangelische Kirche in Deutschland und ruft die internationale Gemeinschaft zu einem Protest auf.

Die evangelische Kirche in Deutschland protestiert scharf gegen Enteignungen des Besitzes christlicher Kirchen in der Türkei.

Der Landesbischof von Berlin und Vorsitzende der Evangelischen Mittelost-Kommission, Markus Dröge, warf dem türkischen Staat am Montag in Berlin einen „bewusst angestrebten Akt von Kulturzerstörung“ vor.

„Ich fordere die internationale Gemeinschaft auf, gegen die Massenkonfiszierungen in Tur Abdin im Südosten der Türkei Protest einzulegen“, erklärte Dröge weiter.

Dröge nannte es „nicht hinnehmbar“, dass die staatliche türkische Religionsbehörde „Diyanet“ jahrtausendealtes syrisch-orthodoxes Kulturerbe an Dritte veräußern und in Museen oder in Moscheen umwidmen wolle.

Auch kritisierte er, dass die wenigen noch im Südosten der Türkei lebenden christlichen Aramäer in ihrem Recht auf Religionsausübung massiv behindert würden.

„Beispiellose Massenkonfiszierungen“ in der Türkei

Bereits vergangene Woche hatte auch der Bundesverband der Aramäer in Deutschland gegen die Enteignung aramäischen Eigentums in der Türkei protestiert.

Nach Angaben des Bundesverbands wurden in den vergangenen Wochen bereits mehr als 50 christliche Kirchen und Klöster sowie Grabstätten enteignet und der Religionsbehörde „Diyanet“ übertragen. Der Verband sprach von „beispiellosen Massenkonfiszierungen“ und rief die Bundesregierung zur Unterstützung auf. (afp)

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