MESA-Allianz als Bollwerk gegen den Iran – Trump will „Arabische NATO“

Epoch Times30. Juli 2018 Aktualisiert: 30. Juli 2018 15:33
Im Nahen Osten soll eine neue Allianz entstehen - die "Arabische NATO".

Die USA sprechen sich für eine neue militärische und politische Allianz im Nahen Osten aus – für eine „Arabische NATO“.

Sechs arabische Golfstaaten, Ägypten und Jordanien sollen hierbei als Verbündete der USA agieren. Es gehe unter anderem darum, der Expansion des Iran in der Region entgegenzuwirken, heißt es.

Das Weiße Haus strebe eine engere Zusammenarbeit zwischen diesen arabischen Ländern an – vor allem bei der Raketenabwehr, der militärischen Ausbildung, der Terrorismusbekämpfung und anderen Fragen, wie der Stärkung der regionalen wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen, berichten Insider.

Der vorläufige Name des strategischen Bündnisses lautet Middle East Strategic Alliance, kurz MESA. Verschiedenen Quellen zufolge sollen die Details zu dem Projekt während eines Gipfels vom 12. bis zum 13. Oktober in Washington DC besprochen werden.

Der Plan einer „Arabischen NATO“ im Nahen Osten, wird die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem schiitischen Iran wahrscheinlich erhöhen. Das Weiße Haus bestätigte, dass es mit seinen „regionalen Partnern, seit einigen Monaten“ an dem Konzept einer Allianz arbeitet.

Vertreter einiger der involvierten arabischen Länder sagten, sie seien sich der Wichtigkeit dieses Vorhabens bewusst. Andere mögliche Verbündete waren nicht zu einer Stellungnahme bereit.

MESA soll als Bollwerk gegen den Iran dienen

„MESA wird als Bollwerk dienen, um Irans Aggression, Terrorismus und Extremismus aufzuhalten und um Stabilität in den Nahen Osten zu bringen“, sagte ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates des Weißen Hauses.

Der Sprecher machte jedoch keine Angaben dazu, ob US-Präsident Donald Trump einen Gipfel im Oktober veranstalten werde. Er warnte diesbezüglich vor Spekulationen.

Ähnliche Initiativen früherer US-Regierungen zur Entwicklung eines formelleren Bündnisses mit den Golfstaaten und anderen arabischen Verbündeten sind in der Vergangenheit gescheitert.

Washington, Riad und Abu Dhabi werfen dem Iran vor, die Region zu destabilisieren, Unruhen in einigen arabischen Ländern durch Proxy-Gruppen zu schüren und Israel zunehmend zu bedrohen.

Das Bündnis würde den Schwerpunkt darauf legen, dass die Golf-Schwergewichte Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate bei einer Konfrontation mit dem Iran enger mit Trumps Regierung zusammenarbeiten.

Es ist unklar, wie die Allianz aktuell gegen Teheran vorgehen könnte. Aber die USA, ihre Verbündeten im Nahen Osten und der Iran sind alle in die Konflikte im Jemen und in Syrien involviert. Jede Seite versucht in diesen Kriegen ihre Interessen zu sichern. Großes Interesse besteht auch an der Verteidigung der Schifffahrtswege am Golf, durch die ein Großteil der weltweiten Ölvorräte transportiert wird.

Ein hoher iranischer Beamter sagte Reuters, dass „unter dem Vorwand, die Stabilität im Nahen Osten zu sichern, die Amerikaner und ihre regionalen Verbündeten Spannungen in der Region schüren.“

Vorhaben nicht ohne Hindernisse

Ein Hindernis für die geplante Allianz ist ein Streit zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten mit Katar – der Heimat der größten US-Luftwaffenbasis in der Region. Andere arabische Nationen haben Katar beschuldigt, den Terrorismus zu unterstützen.

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Beobachter meinen, der Streit sei ein Hindernis bei der Umsetzung der geplanten Allianz. Ein arabischer Beamter sagte aber, dass Riad und Abu Dhabi der US-Regierung versichert hätten, dass der Streit in Bezug auf das Bündnis kein Problem darstellen werde.

Die Vereinigten Arabischen Emirate sind bereit, mehr Truppen im gesamten Nahen Osten einzusetzen, um ihren Feinden zu begegnen. Sie glauben, sich nicht länger auf westliche Verbündete wie die USA und Großbritannien verlassen können, sagte VAE-Minister Anwar Gargash am Donnerstag.

Die Einrichtung eines regionalen Raketenabwehrschildes, über das die USA und die Golfstaaten jahrelang ohne Ergebnis diskutiert hatten, wäre ein Ziel der Allianz, berichtet eine Quelle die mit dem Plan vertraut ist, sowie die Militärausbildung und Aufrüstung dieser Länder betreut.

Seit Trump im Mai bekannt gab, dass sich die USA aus dem Atom-Abkommen mit dem Iran zurückziehen, haben die Spannungen zugenommen. Der Präsident will Teherans nukleare Ambitionen einschränken. (reuters/so)

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