Psychologische Kriegsführung gegen Südafrika (Teil 1): Nationaler Schuldkomplex und Presselügen

Epoch Times20. November 2018 Aktualisiert: 21. November 2018 6:23
War die weltweite Diffamierung Südafrikas vor allem in den Achtzigerjahren Teil eines größeren globalen Plans, in dem der Westen mit dem Osten gemeinsame Zielvorstellungen hatte? Dabei bestand das wichtigste Ziel der Kampagne gegen Südafrika darin, der Außenwelt ein falsches Bild des Landes zu vermitteln.

Lenin sagte schon: „Die höchste Kunst des Krieges ist, militärische Auseinandersetzungen völlig zu vermeiden und stattdessen den Feind dadurch zu besiegen, dass man seine Prinzipien, seine Religion, seine Kultur und seine Traditionen zerstört. Wenn ein Land so demoralisiert ist, kann man es übernehmen, ohne einen einzigen Schuss abzufeuern.“

Auch der chinesische Philosoph Sun Tsu lehrte schon um 450 v. Chr.: „Zersetzt alles, was am Leben eurer Gegner gut ist. Unterhöhlt ihr Ansehen und gebt sie im rechten Augenblick der öffentlichen Schande preis. Nutzt die Mitarbeit auch der niedrigsten und abscheulichsten Menschen. Verbreitet Streit und Uneinigkeit unter den Bürgern des feindlichen Landes. Stachelt die Jugend gegen die Alten auf. Stört mit allen Mitteln die Tätigkeit der Regierung. Entwertet alle Überlieferungen und Götter Eurer Feinde. Sendet leichte Frauen aus, um das Werk des Verfalls zu vervollständigen.“

Ein Krieg auf dieser Grundlage wird zu 80% psychologisch und zu 20% militärisch geführt. Die Absicht ist, das Selbstbild eines Volkes des betreffenden Landes so zu manipulieren, dass es glaubt, seine gegenwärtige Gesellschaftsform sei unvereinbar mit einer dauerhaften glücklichen Lebensweise und wirtschaftlichem Wohlstand. Das eigene System wird hingegen als überlegen, moralisch vertretbarer und vor dem Volk und der Welt als bedeutend akzeptierbarer dargestellt. Nur jenes System würde einen dauerhaften Frieden, Harmonie im Lande und mit der Aussenwelt sowie wirtschaftlichen Fortschritt garantieren. Wenn die Mehrheit der Bevölkerung diese Geistesmanipulation erst einmal akzeptiert hat, ist es kaum noch nötig, eine militärische Auseinandersetzung zu führen, bevor das Land kapituliert.

Einer der ersten Schritte psychologischer Kriegsführung besteht in der Isolierung des gegnerischen Landes, physisch sowohl als auch psychisch. Man versucht es zum Ausgestossenen der Welt abzustempeln. Das Land wird von internationalen Gremien und Sportveranstaltungen ausgeschlossen. Handelsboykotte und Reisebeschränkungen werden eingeführt. Touristen, Sportler und Geschäftsleute werden von ihren Regierungen und den Medien so unter Druck gesetzt, dass sie es kaum noch wagen, in das betreffende Land zu reisen. Zeitungen und Fernsehen bringen Zerrbilder der Wirklichkeit; aufgebauschte bürgerkriegsähnliche Zustände, Terrorismus, Mord und Gewaltakte sollen jeden abschrecken, das Land zu besuchen.

Berühmte Sportler und Schauspieler, die sich nicht einschüchtern lassen, werden von UNO-Dienststellen auf „schwarzen Listen“ geführt, Repressalien ausgesetzt und bei ihrer Rückkehr von vielen Ländern boykottiert. Durch den Medienterror in ihren Heimatländern und den damit verbundenen negativen Einfluss auf Karriere und Verdienstmöglichkeit werden viele dazu gebracht, das stereotype Geschwätz vorzuplappern, das man von ihnen erwartet, obwohl sie eigentlich eine völlig andere Auffassung von dem „bösen“ Staat und seinen Bewohnern gewonnen haben.

Nationaler Schuldkomplex

Ein weiteres wichtiges Ziel psychologischer Kriegsführung besteht darin, der Aussenwelt ein falsches Bild des Regierungssystems des betreffenden Landes zu vermitteln, das als ausbeuterisch, unterdrückend und gegen die Interessen der Mehrheit seiner Bevölkerung dargestellt wird. Es wird alles getan, um den Kontakt von Besuchern mit dem Land auf ein Minimum zu beschränken, um das sorgfältig konstruierte Zerrbild nicht zu gefährden. Wichtiger noch als die physische Isolierung des Landes ist die geistige. Die – am Beispiel Südafrikas weisse – Bevölkerung sollte sich als Ausgestossene einer Weltgemeinschaft empfinden, die von und mit einem abstossend ungerechten System lebt, das es ihnen erlaubt, auf Kosten der „Unterdrückten“ im Wohlstand zu schwelgen.

Wenn sie das Wohlwollen der Welt wiedergewinnen wollten, so wurde ihnen gesagt, müssten sie dazu beitragen, das System zu zerstören. Das ihnen eingepflanzte Schuldbewusstsein wurde von den Medien des Establishments geschickt benutzt, um in jeden Winkel des Landes verbreitet zu werden. Bekannte Persönlichkeiten aus Kirche, Sport, Unterhaltung und Wirtschaft, die aus Naivität oder marxistisch-ideologischen Neigungen ihr zersetzendes Gift ausstreuten, waren die Lieblinge der gesteuerten Presse im  In- und Ausland. Es verging kaum ein Tag, ohne dass ihre „Weisheiten“ und Appelle an die eigene Bevölkerung nicht in irgendeiner Zeitung erschienen, in der sie für mehr „Gerechtigkeit“, „Versöhnung“ und „Reformen“ plädierten. (Vgl. heutige Kampagnen gegen „rechts“)

So wurde ein nationaler Schuldkomplex aufgebaut, der – zusammen mit der Isolierung des Landes – die (weisse) Bevölkerung zum Nachgeben und zur Übergabe der Macht an eine radikale sozialistische schwarze Mehrheit führen sollte. Man versuchte den Weissen einzureden: „Gebt doch endlich auf! Es hat doch keinen Sinn, gegen die Kommunisten, die Vereinigten Staaten, die UNO und gegen den ANC anzukämpfen. Eine ANC-Regierung ist unausweichlich.“

Viele schwarze Führer innerhalb Südafrikas bemerkten dies auch und machten es sich zunutze. Besonders der Zuluhäuptling, Chief Mangosuthu Buthelezi, Führer des sieben Millionen starken grössten schwarzen Volkes, warnte seine Leute vor einem selbstmörderischen Konflikt mit den Weissen. Er hatte längst begriffen, dass starke ausländische Kräfte mit diplomatischen Drohungen, Pressionen und wirtschaftlichen Massnahmen gegen das Land weit mehr ausrichten konnten als seine Zulukrieger. Er erwartete früher oder später, dass diese Kräfte siegreich sein und die Regierung zum Abdanken zwingen würden, wonach er kraft der Mehrheitsverhältnisse unter den schwarzen Völkern die Regierungsgewalt übernehmen wollte.

Presselügen gegen Südafrika

1984 veröffentlichte die amerikanische Gesellschaft „Accuracy in Media“ („Genauigkeit in den Medien“) eine Analyse der Berichterstattung über Menschenrechte während des Jahres 1982 in der Washington Post, der New York Times und der CBS-Fernsehstation in Amerika. Daraus ging hervor, dass zum Beispiel die New York Times bei ihren Südafrika-Reportagen über die Hälfte (53%) ausschliesslich dem Thema „Menschenrechten“ widmete, gegenüber Reportagen über die Sowjetunion mit 27%, Nicaragua 18%, Rotchina 14%, Ostdeutschland 9%, Iran und Angola je 6% und Ghana 3%. Drei der repressivsten Regime der Welt, Albanien, Nordkorea und Kambodscha wurden kaum erwähnt; und nur ganz am Rande wurde auf die Völkermord-Aktivitäten von Robert Mugabes „Fünfter Brigade“ in Simbabwe hingewiesen.

Am 12. Januar 1985 brachte die New York Times einen Bericht ihres Südafrika-Korrespondenten Alan Cowell unter der Schlagzeile „Hunger in Südafrika selektiv“. In ihm wurde behauptet, dass Apartheid für 2,9 Millionen Schwarze „Hungersnot garantiere“, weil eine „beständige Gesetzgebung der schwarzen Bevölkerung das fruchtbare Land vorenthalte“. Es nützte wenig, dass der zuständige südafrikanische Minister derartige Lügenmärchen entschieden zurückwies und der Zeitung die wahren Gegebenheiten mitteilte. Der Schaden war getan und der Propagandaeffekt bei Millionen von Lesern nicht mehr rückgängig zu machen.

Deutsche Presseleute warfen in Südafrika Hände voll Bonbons in Mülltonnen und fotografierten dann die schwarzen Kinder, als diese kopfüber in den Mülltonnen danach suchten. Tage später erschienen die Aufnahmen in deutschen und ausländischen Illustrierten unter Schlagzeilen wie „Hungernde schwarze Kinder leben von den Abfällen der Weissen“. Dieses waren beileibe keine Ausnahmefälle. In der „Deutschen Wochenzeitung“ Nr. 50/85 wurde der folgende Bericht eines Korrespondenten abgedruckt, der für sich selbst spricht: „Die Journaille und Südafrika, Sie berichtet ständig über ‚Rassenunruhen‘, die es nicht gibt.

Der Kampf unter Schwarzen wird von Agenten, Pfarrern und Journalisten angeheizt. Es vergeht kein Tag, an dem Fernsehen, Funk und Presse in der Bundesrepublik Deutschland nicht von ‚Rassenunruhen‘ in der Republik Südafrika berichten. Demgegenüber kann jeder Reisende nur bestätigen, dass im Land Ruhe und Ordnung herrscht und von ‚Rassenunruhen‘ nicht gesprochen werden kann. Richtig ist, dass es hier und dort unter schwarzen Südafrikanern in den schwarzen Vorstädten der industriellen Ballungsräume bald tagtäglich zu politisch bedingten Auseinandersetzungen kommt, die sich nach afrikanischen Regeln meist blutig vollziehen.“

Die Wichtigkeit und Zusammenarbeit der westlichen Massenmedien bei der geplanten Revolution im südlichen Afrika (Rhodesien/ Namibia/Südafrika) wurde schon vor langer Zeit von dem damaligen kommunistischen Vize-Staatschef Mosambiks, Joaquim Chissano, zugegeben. Eine britische Zeitung schrieb: „Bald nachdem FRELIMO-Guerillas (Anm.: siehe S.25) nach dem Portugiesen die Macht in Mosambik übernommen hatten, interviewte ein deutscher Journalist, Lutz Herold, den Stellvertreter Samora Machels, Joaquim Chissano. Er fragte ihn, welche Chancen die ZAPU/ ZANU-Rebellen gegen die rhodesische Armee hätten.

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Chissano, der eine Ausbildung in revolutionärer Taktik und Propaganda in Ostdeutschland, der Tschechoslowakei und UdSSR erhalten hatte, erwiderte, dass die Guerillas auf sich allein gestellt wenig Hoffnung auf einen Sieg über die rhodesischen Streitkräfte hätten. Er fügte auch hinzu, dass der ANC allein absolut keine Möglichkeit hätte, die südafrikanischen Sicherheitskräfte zu besiegen. ‚Aber‘, sagte er, ‚das macht nichts. […]Wir wissen schon, dass die Weissen des südlichen Afrikas von ihren eigenen Medien so beeinflusst werden, dass sie ihre Machtposition auf dem Kontinent aufgeben werden.‘“

Die westlichen Medien verurteilten jede Reform der Regierung als nicht weitgehend genug. Fast alle Presseorgane forderten die Freilassung des kommunistischen Hochverräters Nelson Mandela. Sie verharmlosten oder ignorierten die kommunistische Bedrohung innerhalb oder ausserhalb des Landes, befürworteten radikale Reformen und sofortige Aufhebung aller Rassentrennungsgesetze, deren geschäftliche Auswirkungen besonders dem „Big Business“ in Südafrika zugutekommen würden.

Sie traten für ein Entgegenkommen und den Dialog mit terroristischen „Befreiungsbewegungen“ ein, forderten den Abzug des Militärs aus schwarzen Unruhegebieten und die Aufhebung des Ausnahmezustands – ungeachtet der Tatsache, dass gerade die zwei letztgenannten Massnahmen der Regierung erheblich dazu beigetragen hatten, dass das Morden und Brandschatzen innerhalb der schwarzen Wohngebiete auf ein Minimum gesenkt werden konnte und wieder Ruhe und Ordnung im Lande hergestellt wurde, sodass die grosse friedliebende Masse der schwarzen und weissen Bürger ihren normalen Tätigkeiten nachgehen konnte.

Bei Zusammenstössen zwischen Polizei und Militär mit radikalen Aufrührern wurde fast ohne Ausnahme die Hauptschuld dem „brutalen, provokativen Auftreten“ der Sicherheitskräfte zugeschrieben (siehe S.40 f.). Es wurde alles getan, um das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Sicherheitsorgane Südafrikas zu unterminieren.

Fortsetzung folgt

Der Artikel erschien zuerst in der Schweizer „Express-Zeitung“ Ausgabe 20, Oktober 2018. Für mehr Informationen über die Zeitung bitte auf das blaue Feld klicken. Die „Express-Zeitung“ ist auch im monatlichen Abo erhältlich, mehr Infos ebenfalls über den blauen Button.