Russland fordert Prüfung seiner „legitimen Fragen“ im Fall Skripal – Vorsichtige Kritik aus Deutschland

Epoch Times5. April 2018 Aktualisiert: 6. April 2018 9:31
Im Fall Skripal ist London in Erklärungsnot. Die Behauptungen, Russland habe den Ex-Doppelagenten vergiftet sind nicht haltbar. Es gibt keine Beweise. Jetzt kommt erstmals Kritik aus Deutschland.

In der Affäre um den vergifteten Ex-Doppelagenten Sergej Skripal hat der russische Außenminister Sergej Lawrow weitere Vorwürfe gegen Großbritannien erhoben.

Die britische Regierung könne „legitime Fragen“ Russlands nicht übergehen (siehe unten), sagte Lawrow am Donnerstag vor einer für den Tag geplanten Sitzung des UN-Sicherheitsrates zu dem Fall.

Lawrow erneuerte die Forderung nach einer „substanziellen und verantwortlichen“ Untersuchung in Übereinstimmung mit der Chemiewaffen-Konvention.

Der frühere russische Doppelagent Skripal war am 4. März gemeinsam mit seiner Tochter Julia im südenglischen Salisbury vergiftet worden. Der 66-Jährige befindet sich in einem kritischen Zustand, seiner 33 Jahre alten Tochter geht es besser.

Erstmals leichte Kritik aus Deutschland

Die Briten beschuldigen Russland, für das Attentat verantwortlich zu sein. Doch es gibt keine Beweise. Deshalb kommt nun erstmals auch aus dem Umfeld von Kanzlerin Merkel Kritik am Vorgehen der Briten.

CDU-Vize Armin Laschet schreibt auf Twitter:

Dementi des britischen Außenministers

Unterdessen bestreitet das britische Außenministerium seine Aussage, dass das Nervengas direkt aus Russland kam – und löschte den Tweet, in dem dieses behauptet wurde.

Zuvor erklärte das Foreign and Commonwealth Office (FCO) noch:

Die Analyse durch weltweit führende Experten des Defence Science and Technology Laboratory in Porton Down machte deutlich, dass es sich um einen in Russland hergestellten Nowitschok-Nervenkampfstoff von militärischer Qualität handelt.

Der Tweet wurde später entfernt. Das FCO schrieb:

Ein Briefing der HMA Moskau am 22. März wurde in Echtzeit getwittert. […] Einer der Tweets wurde abgeschnitten und berichtete nicht genau über die Worte unseres Botschafters. Wir haben diesen Tweet entfernt.

Hier der gelöschte Tweet:

Wissenschafter widerspricht Außenminister

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Zudem räumten nun auch ein britischer Wissenschaftler ein, dass sie trotz intensiver Untersuchungen nicht sagen konnten, woher das Gift kam, berichtet RT.

Die Aussage widerspricht den Behauptungen, die zuvor vom Außenministerium in London verbreitet wurden – so auch denen des britischen Außenministers im Interview mit der Deutschen Welle:

Russland stellte am 31. März 14 Fragen zu dem Fall

Der Pressesprecher der russischen Botschaft in Großbritannien stellte am 31. März 2018 weitere Fragen an das Vereinigte Königreich bezüglich der Salisbury-Vergiftung. Über Antworten wurde noch nichts bekannt. Sie lauten:

1) Warum wurde Russland der konsularische Zugang zu den beiden russischen Staatsangehörigen Sergei und Julia Skripal verweigert, die auf dem britischen Territorium Opfer von Verbrechen geworden sind?

2) Welche spezifischen Gegenmittel wurden Herrn und Frau Skripal verabreicht und in welcher Form? Wie konnte dieses Gegenmittel dem medizinischen Personal vor Ort zur Verfügung gestellt werden?

3) Aus welchen Gründen war Frankreich an der technischen Zusammenarbeit bei der Untersuchung eines Vorfalls beteiligt, bei dem russische Staatsangehörige betroffen waren?

4) Hat das Vereinigte Königreich die OPCW über die Beteiligung Frankreichs an der Untersuchung informiert?

5) Wie relevant ist Frankreich für den Vorfall mit zwei russischen Staatsangehörigen im Vereinigten Königreich?

6) Welche britischen Regeln erlauben es einem ausländischen Staat, sich an einer inländischen Ermittlung zu beteiligen?

7) Welche Beweise wurden an Frankreich zum Zweck einer Prüfung und/oder für eine französische Untersuchung weitergeleitet?

8) Waren französische Experten zugegen, als biologisches Material von Herrn und Frau Skripal genommen wurde?

9) Haben französische Experten biologisches Material von Herrn und Frau Skripal untersucht und in welchen Labors?

10) Besitzt das Vereinigte Königreich die Ergebnisse der französischen Untersuchung?

11) Sind die Ergebnisse der französischen Untersuchung an das Technische Sekretariat der OPCW weitergeleitet worden?

12) Aufgrund welcher Merkmale („Marker“) wurde festgestellt, dass die in Salisbury verwendete Substanz „aus Russland stammt“?

13) Besitzt das Vereinigte Königreich Referenzproben der militärischen Giftstoffe, die von britischen Offiziellen als „Novichok“ bezeichnet werden?

14) Wurde der von britischen Offiziellen als „Novichok“ bezeichnete Stoff in Großbritannien erforscht, entwickelt oder hergestellt? (afp/so)

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