Venezuelas Präsident entgeht Sprengstoffanschlag mit Drohnen – Mitarbeiter der Nationalgarde verletzt

Epoch Times5. August 2018 Aktualisiert: 5. August 2018 9:25
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro ist nach Regierungsangaben einem Sprengstoffanschlag entgangen. Auf Maduro sei ein Anschlag mit mehreren mit sprengstoffbeladenen Drohnen verübt worden, sagte Kommunikationsminister Jorge Rodríguez.

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro ist nach Regierungsangaben einem Sprengstoffanschlag entgangen. Während einer Rede in Caracas am Samstag seien mehrere mit Sprengstoff beladene Drohnen in der Nähe des Präsidenten explodiert, sagte Kommunikationsminister Jorge Rodríguez. Der Staatschef sei unversehrt. Maduro sprach von einem versuchten Anschlag auf sein Leben und beschuldigte Kolumbien, dahinter zu stecken.

Sieben Mitglieder der Nationalgarde wurden laut Regierung verletzt. Fernsehbilder zeigten, wie Maduro eine live übertragene Rede bei einer Militärzeremonie in der Hauptstadt plötzlich abbrach und Richtung Himmel schaute, während Soldaten davonliefen.

Laut Kommunikationsminister Rodríguez explodierte ein Sprengsatz in der Nähe des Podiums, auf dem Maduro stand, weitere detonierten an verschiedenen Orten entlang der Militärparade im Zentrum der Hauptstadt Caracas.

Ein AFP-Reporter beobachtete, wie Soldaten wenige Minuten nach dem Zwischenfall in der Nähe des Paradeortes ein Wohnhaus mit rußgeschwärzter Fassade untersuchten.

Maduro: Kolumbianischer Präsident und die USA für Anschlag verantwortlich

„Es war ein Anschlag um mich zu töten, heute haben sie versucht mich umzubringen“, sagte Maduro kurze Zeit nach dem Zwischenfall im Staatsfernsehen.

Er habe „keinen Zweifel“, dass der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos dahinter stecke. Die „Geldgeber“ des „Attentats“ säßen in den USA. Mehrere Verdächtige seien festgenommen worden.

Maduro beschuldigt regelmäßig die Opposition oder die USA, einen Staatsstreich gegen ihn zu planen. Die wirtschaftliche Misere seines Landes ist nach seiner Darstellung Folge eines „Wirtschaftskrieges“ des Auslands.

„Nationale Bewegung der Flanell-Soldaten“ bekennt sich zum Anschlag

Etwas später bekannte sich eine bislang unbekannte Gruppe zu dem versuchten Anschlag. Es verstoße gegen die „militärische Ehre“, eine Regierung zu unterstützen, die „die Verfassung vergessen und aus dem Staatsdienst einen obszönen Weg zur Selbstbereicherung gemacht hat“, hieß es in einer am Samstag im Internet veröffentlichten Erklärung. Unterzeichnet war sie von einer „Nationalen Bewegung der Flanell-Soldaten“.

Venezuela steckt seit Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise. Durch den Verfall des Ölpreises seit 2014 – Öl ist die Haupteinnahme-Quelle für Venezuela – fehlt dem südamerikanischen Staat das Geld, es gibt gravierende Versorgungsengpässe. Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) könnte die Inflationsrate bis Jahresende bei eine Million Prozent liegen.

Kritiker im In- und Ausland werfen dem sozialistischen Präsidenten Maduro vor, durch die Entmachtung des Parlaments eine Diktatur errichtet zu haben. (afp)

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