Von den Medien wenig beachtet – die Katastrophe im Jemen: Ein Volk demonstriert gegen den saudischen Angriffskrieg

Epoch Times5. April 2017 Aktualisiert: 5. April 2017 13:21
Im Jemen demonstrierten Hunderttausende Menschen gegen den Krieg. Saudi Arabien bombardiert sein Nachbarland bereits seit zwei Jahren. Dadurch wurde die "weltweit größte humanitäre Krise" ausgelöst, so die Hilfsorganisation Oxfam.

Am Wochenende kam es zu einem von den Medien wenig beachteten Massenprotest im Jemen. Hunderttausende zogen in die Hauptstadt Sanaa, um gegen den Krieg zu demonstrieren.

Eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition bombardiert das Land und verursachte damit eine verheerende Hungerkatastrophe. Die Demonstration markierte die bereits zwei Jahre andauernde militärische Intervention der Saudis im benachbarten Jemen.

Rund sieben Millionen Menschen von extremer Not und Hunger betroffen

Die Hilfsorganisation Oxfam warnte bereits vor einer drohenden Hungersnot in dem Land. Zwei Jahre nach der Eskalation des Konflikts „leiden fast sieben Millionen Menschen extreme Not und sind von Hunger bedroht“, erklärte die Organisation. Mehr als zehn Millionen weitere Menschen seien von Nahrungsmangel bedroht und benötigen dringend humanitäre Hilfe.

Die jemenitische Wirtschaft liege am Boden, dringend benötigte Nahrungsmittelimporte würden erschwert und der Hilfsaufruf der UNO sei „dramatisch unterfinanziert“, heißt es in dem Bericht mit dem Titel „Yemen pushed towards man-made famine“ (etwa: Jemen wird in eine von Menschen verschuldete Hungersnot getrieben). Die UNO habe den Bedarf für Nothilfe im Jemen auf 2,1 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro) beziffert, doch nur sieben Prozent davon seien derzeit durch Finanzierungszusagen der Geberländer gedeckt. „Die katastrophale Versorgungslage wird von den Konfliktparteien und ihren Unterstützern bisher weitgehend ignoriert“, kritisierte Oxfam. Die Organisation sprach von der derzeit „weltweit größten humanitären Krise“.

Oxfam forderte die Konfliktparteien auf, die Kämpfe zu beenden. Die durch Luftangriffe verursachten Zerstörungen von Häfen, Straßen, Brücken, Lagerhallen und Märkten wirkten sich dramatisch auf die Nahrungsmittelversorgung aus. Denn Jemen müsse rund 90 Prozent seiner Nahrungsmittel importieren. Zudem behinderten Behörden internationale Hilfslieferungen.

Die Kämpfe hätten sich „trotz aller Warnungen nach Abbruch der Friedensverhandlungen im August 2016 verschärft und weitere drei Millionen Zivilisten vom sicheren Zugang zu Nahrung abgeschnitten“, warnte Oxfam. Die internationalen Gemeinschaft müsse alle Waffenlieferungen in den Jemen stoppen, forderte Oxfam.

USA und Großbritannien verkaufen den Saudis Waffen in Milliardenhöhe

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte die USA und Großbritannien für Lieferungen von Waffen an Saudi-Arabien, die im Konflikt im Jemen eingesetzt würden. Beide Länder hätten Riad seit der Ausweitung des militärischen Konflikts im Jemen im Jahr 2015  Waffen im Wert von insgesamt 4,6 Milliarden Euro verkauft.

Die Summe übersteige die humanitäre Hilfe beider Länder für den Jemen im selben Zeitraum um das Zehnfache, erklärte Amnesty. „Das sei ein beschämender Widerspruch“. Die Regierungen in London und Washington genehmigten weiter Waffenlieferungen, während sie zur selben Zeit Hilfen gewährten, um die mit erzeugte Krise im Jemen „abzumildern“.

Ein Ende des Krieges scheint nicht in Sicht: General Ahmed al-Asiri, Sprecher der Saudi-geführten Koalition im Jemen, erklärte kürzlich nach einem Treffen in Washington, dass die USA ihre Kooperation mit Riad ausweiten wollen. Zudem genehmigte Washington Anfang März einen großen Waffenverkauf in das Königreich, den Barack Obama 2016 noch wegen Bedenken zur Menschenrechtssituation blockiert hatte. (so/afp)

 

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