Ein Netzwerkkabel in einem Serverraum.Foto: Sebastian Kahnert/zb/dpa/dpa

Internet-Branche überholt klassische Wirtschaftssektoren

Epoch Times23. Juni 2020 Aktualisiert: 23. Juni 2020 12:47
Die Wirtschaft in Deutschland wird seit Jahrzehnten von klassischen Branchen wie der Automobilindustrie oder dem Maschinenbau geprägt. Deutlich höhere Wachstumsraten erzielt aber die Internetwirtschaft, die künftig klassische Wirtschaftssektoren hinter sich lassen dürfte.

Die Internetwirtschaft hat auch in Deutschland einen immer größeren Anteil an der Wertschöpfung und ist mit Abstand der am dynamischsten wachsende Wirtschaftssektor.

Das geht aus einer Studie des Branchenverbandes eco und der Unternehmensberatung Arthur D. Little hervor, die am Dienstag in Berlin veröffentlicht wurde. Die Internetwirtschaft sei bereits in etwa so groß wie die Chemie- & Pharmaindustrie und werde in den nächsten Jahren die Elektro- und Ernährungsindustrie einholen. „Wir sind noch nicht die neue Automobilwirtschaft, aber auf einem guten Weg dahin“, sagte Vorstandsvorsitzender Oliver Süme.

Die mit Abstand größte Branche in Deutschland ist die Automobilindustrie gefolgt von der Logistik- und Transport-Branche. Danach folgen die Informations- und Telekommunikationstechnik sowie der Maschinenbau.

Die Größe der Internetwirtschaft sei mit Blick auf die Umsätze in Deutschland im Vergleich zu anderen Branchen noch gewichtiger, da in Sektoren wie der Automobilindustrie ein erheblicher Anteil der Umsätze durch Exporte generiert werde. Er liege in der Automobilindustrie bei etwa 65 Prozent.

Folge man den Annahmen zur Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes im Kontext der Corona-Krise im April 2020 durch die Experten, werde die Internetwirtschaft in Deutschland bis 2025 weiter an Bedeutung gewinnen. Während im Jahr 2019 4,2 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Leistung auf die Internetwirtschaft entfielen, werde sich dieser Anteil demnach bis 2025 auf knapp sieben Prozent erhöhen. „Auch in den nächsten fünf Jahren wird die Internetwirtschaft in Deutschland weiter Arbeitsplätze schaffen. Bis zum Jahr 2025 wird eine halbe Million Arbeitnehmer in der Internetwirtschaft beschäftigt sein.“

Die Studie geht davon aus, dass verschiedene Wirtschaftsbereiche in den kommenden Jahren ein vergleichbares Wachstum ausweisen wie in den vorherigen Jahren. Demnach würde die Internetwirtschaft im Jahr 2021 die Chemie- und Pharmaindustrie überholen. Im Jahr 2023 lägen die Zahlen der Internetwirtschaft dann höher als in der Elektro- und Ernährungsindustrie. Zwei Jahre später werden sie dann auch die Maschinenbauindustrie in Deutschland gemessen am Umsatzvolumen überholen.

Lars Riegel von Arthur D. Little wies gleichzeitig darauf hin, dass die Einschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie auch die Internetwirtschaft getroffen hätten. Trotz des feststellbaren Digitalisierungsschubs müsse die Branche wegen der angespannten gesamtwirtschaftlichen Situation im laufenden Jahr mit einem Umsatzrückgang von 1,2 Prozent rechnen. „In 2020 wird die Internetwirtschaft voraussichtlich rund 145 Milliarden Euro umsetzen und sich nach einem anfänglichen „Corona-Schock“ in den meisten Bereichen schnell wieder erholen.“ Bis 2025 sei mit einer Umsatzsteigerung um knapp 75 Prozent auf circa 253 Milliarden Euro zu rechnen.

Einen steten Wandel prognostizieren eco und Arthur D. Little bei der technischen Infrastruktur: Langfristig würden schnellere Breitbandzugänge – getrieben durch massiven Glasfaserausbau – eine immer zuverlässigere Grundlage der Internetwirtschaft. Der Anteil von direkten Glasfaseranschlüssen (FTTH) werde von 4 Prozent im Jahr 2019 auf 39 Prozent im Jahr 2030 wachsen. Derzeit liege Deutschland ähnlich wie Österreich im internationalen Vergleich weit zurück. (dpa)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion