Krisenexperte Eichelburg: Bald jeder Zweite arbeitslos

Von 15. Juli 2009 Aktualisiert: 15. Juli 2009 14:51
Dunkle Zukunftsvoraussagen des österreichischen Gold-Experten und Crash-Propheten

Er ist in Zeiten, in denen nicht nur Liebhaberei zum Golde drängt, einer derjenigen Investoren, der schon lange am Golde hängt: Der bekennende Hartgeldinvestor Walter K. Eichelburg. Seine Vorhersagen der Pleiten der US-Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac trafen ein, nun rechnet er mit Staatsbankrotten auch in Europa. Die USA sind laut dem in Wien lebenden Eichelburg bereits 2009 dran. Was ihn so sicher macht? Er sieht die wirtschaftliche Bewegung in Kondratieff-Zyklen, von denen nun einer dieser 50 bis 60 Jahre dauernden Zyklen sein Ende erreicht habe. Sein Glaube an eine kommende Hyperinflation ist mindestens ebenso stark wie sein Glaube an einen deutlich über 1.000 Dollar je Feinunze steigenden Goldpreis. „Bei 1.000 Dollar ist Gold noch günstig“, lautet sein Credo. Im dritten Teil eines Interviews mit der Epoch Times sprach er mit uns über die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf den Arbeitsmarkt.

The Epoch Times: Was heißt es für die Beschäftigung, wenn die Wirtschaftskrise voll durchschlägt?

Walter K. Eichelburg: Rechnen Sie mit 40 bis 50 Prozent Arbeitslosigkeit.

The Epoch Times: Wieviel hatten wir in den 30er Jahren?

Eichelburg: Etwa 20 bis 25 Prozent. Die haben wir in Österreich in Wirklichkeit heute schon. Leicht 20 Prozent – wenn die Frühpensionisten mit drin wären, die Sozialhilfeempfänger, die in Schulungsmaßnahmen befindlichen … Es gibt zwei Statistiken, die sind massiv gefälscht: die Inflationsstatistik und die Arbeitslosenstatistik. In Deutschland ist es noch schlimmer. Allein 6,9 Millionen Hartz IV-Empfänger. Das sind fast zehn Prozent der Bevölkerung. Ich würde sagen, 20 Prozent sind realistisch. Bei uns in Österreich so um die 600.000 Menschen, etwa auf dem Niveau der 30er Jahre. Mit Kreditausdehnung geht es noch, die zu füttern. Wenn es nicht mehr geht, werden es so um die 40 bis 50 Prozent sein. Davor hat die Politik Angst.

Die Politik hat vor zwei Dingen Angst: Zum einen, dass die Spareinlagen der Bevölkerung wertlos werden und diese ihr Geld verliert. Zum zweiten, dass die Arbeitslosigkeit massiv explodiert, sich mindestens verdoppelt.

The Epoch Times: Auf lange Sicht stellt sich auch die Frage, was das für die Pensionen der Menschen bedeutet.

Eichelburg: Die Pensionen können Sie abschreiben. Egal ob staatliche oder private, die können sie alle abschreiben. Schauen Sie sich die Pensionskassen an, die haben überall Riesenverluste. Die privaten können sie abschreiben, weil dort Wertpapiere drin sind.

Epoch Times: Aber hat nicht Österreich einen Vorteil durch das Umlageverfahren?

Eichelburg: Das gilt sowohl für das Umlage- als auch für das Kapitaldeckungsverfahren. Lebensversicherungen, Pensionskassen, jeder Investor hasst das, weil er dort nicht mehr herauskommt. Sowohl die private als auch die staatliche Pensionsvorsorge wird untergehen. Beide gehen unter, sobald die Staatsanleihen untergehen.

Epoch Times: Wann wird das passieren?

Eichelburg: Für die USA rechne ich mit dem Staatsbankrott 2009, bei uns wird er auch nicht mehr fern sein. Man wird zwar versuchen, Geld zu drucken, allerdings verliert es durch die Hyperinflation völlig an Wert. Es wird ein neuer Goldstandard, also ein neues, durch Gold gedecktes Geld kommen müssen. In so einem System kann der Staatsanteil nicht mehr als zehn Prozent sein, da sonst das ganze Gold abfließt.

Epoch Times: Kann man ihrer Meinung nach derzeit noch in etwas Anderes als Gold sinnvollerweise investieren? Wie sieht es mit Immobilien aus?

Eichelburg: Immobilien kann man vergessen, die sind wie Anleihen.

Epoch Times: Sie schreiben auf ihrer Webseite, die einzig sinnvolle Immobilie, in die es sich lohnt zu investieren, sind Bauernhöfe?

Eichelburg: Kleine bis mittelgroße Bauernhöfe. Wenn die Währungen unkonvertierbar werden – und das sind sie teilweise schon – dann können sie nicht mehr importieren, sondern müssen selbst produzieren. Das heißt, Agrarflächen zur wirklichen Produktion machen Sinn. Nicht zur Spekulation. Sehen Sie, die Kleingärten werden auch wieder kommen.

Am Besten wären Energiequellen, Öl, Wald, eine Kohlengrube…Die eigene Ölquelle wäre in dieser Situation perfekt. Solar- und Windenergie können Sie hingegen vergessen.

Epoch Times: Wir befinden uns aus ihrer Sicht am Ende eines Kondratieff-Wirtschafts-Zyklus, den es nicht zum ersten Mal gab. Da stellt sich die Frage: Lernen wir nicht?

Eichelburg: Natürlich nicht. 1931 war es genauso. Seit damals hat man nichts gelernt, auch die Banker nicht. Es wiederholt sich immer wieder. Es wird erst dann aufwärts gehen, wenn zwei Dinge geschehen sind: Es gibt ein neues Geld, keine Schulden mehr, also ein mit Gold gedecktes Geld. Und zweitens: Neue Eliten.

Epoch Times: Wird es die geben?

Eichelburg: Wenn es die nicht gibt, werden wir in die Depression kommen. Ich kann ihnen nicht sagen, ob die kommen werden. Wenn sie nicht kommen, bleiben wir in der Depression.

Das Interview führte Florian Godovits.

Erschienen in The Epoch Times Deutschland Nr. 26/09

 

 



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