Steigende Strompreise führen auch zu steigenden Steuereinnahmen. 2019 sind es fast 300 Millionen Euro.Foto: iStock

300 Millionen Euro zusätzlich – Staat sahnt bei steigenden Strompreisen kräftig ab

Epoch Times25. April 2019 Aktualisiert: 25. April 2019 18:21
Strom gilt nicht als lebensnotwendig - zumindest nicht in Deutschland. Das zahlt sich aus für den Staat, denn steigende Strompreise führen auch zu steigenden Steuereinnahmen.

Strom gilt nicht als lebensnotwendig – zumindest nicht in Deutschland – denn während Nahrungsmittel und andere lebensnotwendige Dinge, einschließlich Bücher, Haustierfutter und „Körperersatzstücke“ (Prothesen) dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz unterliegen, werden die Strompreise mit 19 Prozent besteuert. Und das zahlt sich aus. Für den Staat.

Laut dem Vergleichsportal Verivox stiegt der durchschnittliche Strompreis – für Privatkunden – um etwa fünf Prozent. 2018 kostete die Kilowattstunde durchschnittlich 27,82 Cent. 2019 zahlen Verbraucher bereits 29,23 Cent pro Kilowattstunde. Damit steigt auch die fällige Mehrwertsteuer von 4,44 auf 4,67 Cent pro Kilowattstunde.

Auf dem Papier ist dieser Anstieg marginal. 0,23 Cent pro Kilowattstunde. Dies bedeute aber auch, dass der Staat an jeder Kilowattstunde zusätzlich 0,23 Cent verdient. Bei einem Jahresverbrauch von etwa 129 Milliarden Kilowattstunden beträgt dieser Gewinn 300 Millionen Euro.

Der kleine Betrag von zusätzlich 0,23 Cent pro Kilowattstunde summiert sich auf rund 300 Millionen Euro zusätzlicher Steuereinnahmen“, so der Verivox- Energieexperte Valerian Vogel gegenüber Focus.

Mit Abgaben, Umlagen und Steuern verdient der Staat jedoch bereits kräftig am Strom mit. 54 Prozent des Strompreises gehen an den Staat. Den Rest teilen sich Netzbetreiber und Stromversorger zu gleichen Teilen. Allein durch den Strom, den die Privathaushalte beziehen, fließen dem Staat damit Einnahmen in Höhe von 20,4 Milliarden Euro zu.

Strom ist kein lebensnotwendiges Gut

„Die Mehrwertsteuer von 19 Prozent wird auf den Nettopreis aufgeschlagen, der bereits Posten wie die Konzessionsabgabe, die EEG-Umlage und die Stromsteuer enthält“, erklärt Valerian Vogel. Das bedeutet jedoch auch, dass die Stromsteuer nochmals besteuert wird.

Seit 1968 stieg die Mehrwertsteuer von anfangs zehn auf heute 19 Prozent, der ermäßigte Steuersatz beträgt hingegen seit 1983 lediglich sieben Prozent. Dieser reduzierte Steuersatz gilt laut § 12 UStG und Anlage 2 UStG für viele „sozial oder kulturell motivierte“ Güter sowie für lebensnotwendige Dinge, wie (die meisten) Lebensmittel und Getränke.

Valerian Vogel sagt:

Unsere alltägliche Lebenswelt ist auf der Voraussetzung aufgebaut, dass bezahlbarer Strom jederzeit verfügbar ist. Ohne Strom geht nichts mehr. Daher kann man Elektrizität durchaus als lebensnotwendig bezeichnen.“

Der Staat sieht das offensichtlich nicht so und verlangt weiterhin 19 Mehrwertsteuer für Strom.

Müssten Verbraucher lediglich sieben Prozent Mehrwertsteuer bezahlen, würde der Strompreis um 10,1 Prozent sinken – und dem Staat insgesamt Einnahmen in Höhe von über 600 Millionen Euro flöten gehen. (ts)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

In letzter Zeit beobachten wir, wie Hacker immer wieder beliebige Nicks verwenden und üble Kommentare unter eben diesen Namen schreiben. Trolle schrecken nicht davor zurück, das Epoch Times Logo als Profilbild sich anzueignen und ebenfalls die Kommentarfunktion auf schlimmste Weise zu missbrauchen.

Aufgrund der großen Menge solcher Angriffe haben wir uns entschieden, einen eigenen Kommentarbereich zu programmieren, den wir gut kontrollieren können und dadurch für unsere Leser eine wirklich gute Kommentar-Umgebung schaffen können.

In Kürze werden wir diese Kommentarfunktion online stellen. Bis dahin bitten wir Sie noch um etwas Geduld.


Ihre Epoch Times - Redaktion