Chiquita-Bananen im Öko-Deckmäntelchen

Epoch Times5. November 2005 Aktualisiert: 5. November 2005 16:08

Als irreführenden Marketing-Gag kritisiert die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 die ab heute beginnende Kennzeichnung aller Chiquita-Bananen mit dem „Rainforest Alliance“-Aufkleber. „Die Marketingaktion von Chiquita soll bei den KonsumentInnen den Eindruck erwecken, mit dem Kauf der Bananen ein umweltfreundliches Produkt zu erwerben. Dies ist jedoch nicht der Fall. Nur fair gehandelte Bio-Bananen können als ökologisch verträglich bezeichnet werden“, kritisiert GLOBAL 2000-Regenwald-Sprecher Daniel Hausknost.

Die Umweltschützer kritisieren nicht die von Chiquita durchgeführten Maßnahmen auf den Bananenplantagen, sondern deren offensive Auslobung mit dem „grünen Frosch“ der Rainforest Alliance. „Chiquita hat seine Produktionsbedingungen von menschenunwürdig auf halbwegs erträglich korrigiert. Dies sollte jedoch der zu erwartende Mindeststandard sein und rechtfertigt kein überzogenes Eigenlob.“ Nach wie vor werden von Chiquita massiv Pestizide und Fungizide eingesetzt und nach wie vor werden nur die miserablen gesetzlichen Mindestlöhne ausbezahlt. „Die Konsumenten sollen nun jedoch glauben, mit dem grünen Frosch auf der Banane den Umweltprinzen wachzuküssen. Das ist schlicht irreführend!“, argumentiert Hausknost.

„Der Regenwald Süd- und Mittelamerikas wird nach wie vor am besten durch die Unterstützung biologisch wirtschaftender und fair entlohnter kleinbäuerlicher Kooperationen geschützt, wie dies bei den Fair-Trade-Bananen der Fall ist. Chiquita gräbt diesen richtungsweisenden Initiativen mit seiner Marketingaktion nun das Wasser am Markt ab. Das lehnen wir entschieden ab“, argumentiert Hausknost.

Bananen sind wahre Pestizid-Schlucker: so beträgt der durchschnittliche Hektareinsatz von Pestiziden bei Bananen etwa in Costa Rica rund 44 kg pro Jahr, verglichen mit 2,7 kg, die üblicherweise für Ackerfrüchte im gemäßigten Klima ausgebracht werden. „Wer tropische Bananen essen und zugleich wirklich etwas für die Umwelt und die Verbesserung der Lebensbedingungen der Plantagenarbeiter tun will, muss zu gerecht gehandelten und biologisch angebauten Bananen greifen, die es mittlerweile in vielen großen Supermärkten zu kaufen gibt“, rät Hausknost. „Denn nur diese Bananen garantieren eine minimale Umweltbelastung, maximalen Regenwaldschutz und sozialen Fortschritt in den Produzentenländern. Bio/Fair Trade muss erste Wahl beim Kauf von Bananen bleiben. Alle Initiativen, die diese Standards verwässern oder unterbieten, stellen keine sinnvolle Alternative dar.“ (Global 2000 Umweltschutzorganisation)



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