Umweltministerin Schulze plant Verbot von Plastiktüten

Epoch Times11. August 2019 Aktualisiert: 11. August 2019 19:09
Landesweit sollen Plastiktüten verboten werden, plant das Umweltministerium. Eine freiwillige Vereinbarung mit dem Handel sei bereits "sehr erfolgreich", seit 2016 sinke deren Verbrauch deutlich. Diese Entwicklung solle nun mit dem geplanten Verbot abgesichert werden

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) peilt ein landesweites Verbot von Plastiktüten an. Ihr Ministerium erarbeite derzeit eine entsprechende gesetzliche Regelung, sagte Schulze der „Bild am Sonntag“. Eine freiwillige Vereinbarung mit dem Handel zur Verringerung der Zahl dieser Tüten sei bereits „sehr erfolgreich“, seit 2016 sinke deren Verbrauch deutlich.

Diese Entwicklung solle nun mit dem geplanten Verbot abgesichert werden, sagte Schulze der Zeitung. Die Ministerin ließ demnach aber offen, wann der Gesetzentwurf fertig sein soll.

Der Freistaat Bayern hat dem Zeitungsbericht zufolge bereits eine Initiative zum Verbot von Plastiktüten in den Bundesrat eingebracht. Die Länderkammer werde sich am 20. September damit befassen.

Während Deutschlands Verbraucher generell deutlich seltener zu Plastiktüten greifen als noch vor einigen Jahren, bleibt die Verwendung beispielsweise bei dünnen Plastikbeuteln für Obst und Gemüse – den sogenannten Hemdchenbeuteln – weit verbreitet.

Nach Angaben des Umweltministeriums schneiden Plastiktüten und Papiertüten in der Ökobilanz ähnlich ab – Unterschiede gibt es aber bei den Auswirkungen. Durch weggeworfene Plastiktüten gelangen Kunststoffpartikeln in die Umwelt, die dort über viele Jahrzehnte bleiben und vor allem Meerestiere schädigen können.

Manchmal haben Plastiktüten jedoch Vorteile, denn eine nur einmal genutzte Papiertüte schneidet in der Ökobilanz schlechter ab als eine mehrfach genutzte Plastetüte.

Im Gegensatz zu Papiertüten sind Plastiktüten jedoch stabiler, insbesondere bei Nässe, und können öfter genutzt werden. Den größten Vorteil für die Ökobilanz bringt es dem Ministerium zufolge, wenn Verbraucher statt Einwegtragetaschen beispielsweise Rucksäcke, Mehrwegbeutel oder -netze nutzen. (afp)

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