Kap. 12: Das Bildungswesen sabotieren: Wie Studenten zu dummen Radikalen umerzogen werden (Teil 1)

Von 24. Februar 2019 Aktualisiert: 11. Juni 2019 15:48
Heutige Studenten und Schüler sind weniger gebildet und haben geringere Fähigkeiten als frühere Generationen. Sie besitzen weniger Wissen. Ihre Fähigkeit, kritisch zu denken und unterschiedliche Meinungen zu verstehen, ist eingeschränkt. Stattdessen bläht sich ihr Ego und ihr Anspruchsdenken auf. Was sind die Hintergründe?

Bildung spielt bei der Förderung des individuellen Befindens und der Selbstverwirklichung des Einzelnen eine wichtige Rolle. Sie dient der Wahrung der sozialen Stabilität und der Sicherung der Zukunft einer Nation. Keine große Zivilisation in der Geschichte der Menschheit nahm Bildung auf die leichte Schulter.

Der vollständige Zusammenbruch des amerikanischen Bildungswesens ist eines der beunruhigendsten Dinge, die dem Land in den letzten Jahrzehnten passierte. Es zeigt den Erfolg des Kommunismus, die westliche Gesellschaft zu infiltrieren und zu korrumpieren.

Für die Linken geht es bei der Bildung nicht darum, die Essenz des Wissens und der menschlichen Zivilisation zu vermitteln, sondern die Schüler auf radikale Politik, sozialen Aktivismus und „soziale Gerechtigkeit“ vorzubereiten. Nach dem Abschluss und dem Eintritt in die Gesellschaft bringen sie ihre Unzufriedenheit mit dem gegenwärtigen System zum Ausdruck, indem sie gegen die traditionelle Kultur rebellieren und zu einer destruktiven Revolution aufrufen.

Dieser Text zeigt am Beispiel der USA, wie die Bildung in freien Gesellschaften durch den Kommunismus sabotiert wird. In ähnlicher Weise werden andere Staaten untergraben. Jeder Leser kann selbst erkennen, wie diese Mechanismen in seinem Land angewandt werden … Die Epoch Times veröffentlicht hier den ersten Teil des 12. Kapitels des neuen Buches „Wie der Teufel die Welt regiert“.

Inhaltsverzeichnis Teil 1

Einführung

1. Das Gespenst des Kommunismus an westlichen Universitäten

a) Die stark linksgerichtete Tendenz der Universitätsfakultäten

b) Umgestaltung der traditionellen Lehrfächer durch kommunistische Ideologie

Quellen

Die Serie wird im Teil 2 fortgesetzt mit den Punkten c bis h und anderem
c) Neue wissenschaftliche Felder zur ideologischen Infiltration
d) Förderung des linken Radikalismus
e) Verleugnung der großen amerikanischen Traditionen
f) Kampf gegen die Klassiker der westlichen Zivilisation
g) Monopolisierung von Lehrbüchern und geisteswissenschaftlichen akademischen Forschungen
h) Universitäts- „Umerziehung“: Gehirnwäsche und moralische Korruption

Weitere Themen der Teile 3 und 4: Kommunistische Elemente in der Grund- und Sekundarstufe, Die zerstörerische Natur der Reformpädagogik, Verdummung der Schüler, Psychologische Manipulation (moralischer Relativismus, Todeserziehung, Drogenprävention, obszöne Sexualerziehung), Selbstbezogenheit im Namen des „Selbstwertgefühls“ vergrößern, Irreführung der Eltern und der Öffentlichkeit, Manipulation der Lehrbücher …

Einführung

Bildung spielt bei der Förderung des individuellen Befindens und der Selbstverwirklichung des Einzelnen eine wichtige Rolle. Sie dient der Wahrung der sozialen Stabilität und der Sicherung der Zukunft einer Nation. Keine große Zivilisation in der Geschichte der Menschheit nahm Bildung auf die leichte Schulter.

Das wichtigste Ziel von Bildung ist es, die moralischen Standards der Menschheit und ihre Kultur zu bewahren, die von den Gottheiten stammt. Sie ist das Mittel, mit dem Wissen und Fertigkeiten vermittelt werden und lehrt, wie Menschen miteinander umgehen sollten.

Traditionell respektieren gut ausgebildete Menschen den Himmel. Sie glauben an Gottheiten und versuchen, der Tugend der Güte zu folgen. Sie verfügen über umfassende Kenntnisse der traditionellen Kultur und beherrschen ein oder mehrere Handwerke. Sie fühlen sich ihren Berufungen verpflichtet und verhalten sich freundlich und wohlwollend. Sie dienen als Säulen der Gesellschaft, sind die Besten der Nation und die Hüter der Zivilisation. Durch ihren außergewöhnlichen Charakter und ihr besonderes Verhalten erhalten sie göttliche Gunst und Segen.

Um die Menschheit zu zerstören, will das Gespenst des Kommunismus die Verbindungen zwischen Mensch und Gott trennen. Dabei ist die Zerstörung der traditionellen Bildung ein unverzichtbarer Schritt. Der Kommunismus entwickelte verschiedene Strategien, um die Bildung sowohl im Osten als auch im Westen anzugreifen und zu untergraben.

In den östlichen Ländern, die die Heimat tief verwurzelter kultureller Traditionen sind, reichte Täuschung allein nicht aus, um ein ganzes Volk zu betrügen. Dies erforderte das systematische Abschlachten traditioneller Eliten, um die Kulturträger physisch davon abzuhalten, ihr Erbe an die nächste Generation weiterzugeben. Gleichzeitig wurde der Rest der Bevölkerung unaufhörlich mit Propaganda bombardiert.

Die Geschichte und die Wurzeln der westlichen Kultur sind vergleichsweise einfach und bieten dem Kommunismus einen fruchtbaren Boden für die schrittweise Verseuchung der Gesellschaft durch Untergrabung und Sabotage der westlichen Bildung. Tatsächlich ist die Verdorbenheit westlicher Jugendlicher im Vergleich zu denen in China noch viel gravierender.

Während der US-Präsidentschaftswahl 2016 bewirkten die langjährigen Verleumdungen konservativer Kandidaten durch die Mainstream-Medien in Verbindung mit irreführenden Umfragen vor der Abstimmung, dass viele – insbesondere junge Studenten – unter Schock standen, nachdem das tatsächliche Wahlergebnis bekannt gegeben worden war.

Nach dem Sieg von Donald Trump zeigten sich in den Vereinigten Staaten absurde Phänomene an den Universitäten. Einige Schüler spürten eine solche Angst, Erschöpfung oder ein emotionales Trauma durch die Wahl, dass sie forderten, dass der Unterricht abgesagt und die Prüfungen verschoben werden sollten. Um die Schüler von ihrem Stress und ihrer Angst zu befreien, organisierten einige renommierte Schulen verschiedene therapeutische Aktivitäten. Dazu gehörten das Spielen mit Play-Doh-Knetgummi oder Bausteinen, Ausmalen von Bildern und Seifenblasen-Spiele. Einige stellten sogar Katzen und Hunde zur Verfügung, mit deren Hilfe sich die Schüler trösten konnten. Viele Universitäten boten den Studenten psychologische Beratung an, organisierten Hilfsgruppen und etablierten Dienstleistungen wie „Erholung nach der Wahl“ oder „Nach-Wahl-Hilfe und Unterstützung“. [1]

Die Absurdität, dass ein normaler demokratischer Prozess als schlimmer empfunden wurde als eine Naturkatastrophe oder ein Terroranschlag, zeigt das völlige Versagen des amerikanischen Bildungssystems. Studenten, die reif und rational sein sollten, wurden intolerant und infantil, als sie mit Veränderungen und Ängsten konfrontiert wurden.

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Der vollständige Zusammenbruch des amerikanischen Bildungswesens ist eines der beunruhigendsten Dinge, die dem Land in den letzten Jahrzehnten passierte. Es zeigt den Erfolg des Kommunismus, die westliche Gesellschaft zu infiltrieren und zu korrumpieren.

Dieses Kapitel zeigt am Beispiel der USA, wie die Bildung in freien Gesellschaften durch den Kommunismus sabotiert wird. In ähnlicher Weise werden andere Staaten untergraben. Jeder Leser kann selbst erkennen, wie diese Mechanismen in seinem Land angewandt werden.

Die kommunistische Infiltration der amerikanischen Bildung zeigt sich in mindestens fünf Bereichen.

Direkte Förderung der kommunistischen Ideologie unter den Jugendlichen.

Die kommunistische Ideologie übernahm allmählich die westliche Wissenschaft, indem sie wichtige traditionelle Studienrichtungen infiltrierte und neue Wissenschaften erzeugte, die durch ihren ideologischen Einfluss entstanden sind. Literatur, Geschichte, Philosophie, Sozialwissenschaften, Anthropologie, Rechtswissenschaften, Multimedia und andere Bereiche wurden mit verschiedenen Elementen der marxistischen Theorie überschwemmt. „Politische Korrektheit“ wurde zur Leitlinie für die Zensur des freien Denkens auf dem Campus.

Der jungen Generation wird die traditionelle Kultur nur noch in sehr reduzierter Form nahegebracht.

Traditionelle Kultur, orthodoxes Denken, die wirkliche Geschichte und klassische Literatur werden auf vielfältige Weise verleumdet und an den Rand gedrängt.

Absenkung des Bildungsstandards ab Kindergarten und Grundschule. Da das Niveau des Unterrichts schrittweise nach unten gedrückt wurde, sind die Schüler der neuen Generation weniger gebildet und haben geringere mathematische Fähigkeiten. Sie besitzen weniger Wissen und ihre Fähigkeit, kritisch zu denken, ist eingeschränkt. Es ist für diese Studenten schwierig, Schlüsselfragen des Lebens und der Gesellschaft logisch und klar zu bewältigen, und noch schwieriger ist es für sie, die Täuschungen des Kommunismus zu durchschauen.

Indoktrinieren von jungen Schülern mit falschen Vorstellungen. Wenn diese Kinder älter werden, werden die ihnen eingeimpften Konzepte so stark, dass sie von ihnen selbst fast nicht mehr zu entdecken und zu korrigieren sind.

Den Egoismus, die Gier und die Genusssucht der Schüler fördern. Dies beinhaltet die Ablehnung der Autorität und Tradition, die Aufblähung ihres Egos und ihres Anspruchsdenkens, die Einschränkung ihrer Fähigkeit, unterschiedliche Meinungen zu verstehen und zu tolerieren sowie die Vernachlässigung ihres psychologischen Wachstums.

Der Kommunismus hat seine Ziele in fast allen fünf Bereichen erreicht. Die linke Ideologie ist der führende Trend an amerikanischen Universitäten. Wissenschaftler mit anderen Vorstellungen wurden entweder an den Rand gedrängt oder es wurde ihnen untersagt, ihre traditionellen Ansichten zum Ausdruck zu bringen.

Die Jahre intensiver Indoktrination an den Hochschulen führen dazu, dass Absolventen Liberalismus und Progressivismus bevorzugen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit akzeptieren sie ohne weiteres den Atheismus, die Evolutionstheorie und den Materialismus. Sie werden zu engstirnigen „Schneeflocken“ („Generation Snowflake”), die keinen gesunden Menschenverstand haben und einen hedonistischen Lebensstil verfolgen, ohne Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen. Es fehlt ihnen an Wissen. Sie haben eine engstirnige Weltanschauung, wissen sehr wenig oder gar nichts über die Geschichte Amerikas oder der Welt und sind zum Hauptziel der kommunistischen Täuschung geworden.

In den Augen der Welt sind die Vereinigten Staaten im Bildungsbereich immer noch ein wichtiges Land. Das hat Gründe. Seit über einem Jahrhundert sind die Vereinigten Staaten eine politische, wirtschaftliche und militärische Supermacht. Die Mittel, die sie für die Bildung ausgeben, liegen weit über denen der meisten Länder. Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen die amerikanische Demokratie und der Wohlstand talentierte Menschen aus der ganzen Welt an. Ihre STEM-Absolventenprogramme und Fachschulen sind unübertroffen.

Doch im Inneren entfaltet sich eine Krise. Der Anteil ausländischer Studierender an den MINT-Programmen übersteigt bei weitem den der amerikanischen Studenten, und die Kluft nimmt mit jedem Jahr zu. Dies spiegelt die Zerstörung der elementaren, sekundären und postsekundären Bildung in den Vereinigten Staaten wider. Die Schüler werden gezielt verdummt und ruiniert. Die Folgen zeigen sich vor unseren Augen, und es werden noch mehr kommen.

Der übergelaufene KGB-Agent Juri Bezmenow, der in Kapitel Fünf vorgestellt wurde, beschrieb Anfang der 1980er Jahre, wie die kommunistische ideologische Infiltration in Amerika kurz vor dem Erfolg stand:

Selbst wenn Sie jetzt anfangen würden, jetzt in dieser Minute anfangen, eine neue Generation von Amerikanern zu erziehen, wird es immer noch fünfzehn bis zwanzig Jahre dauern, um die ideologisch veränderte Wahrnehmung der Realität wieder zur Normalität zurück zu bringen …“ [3]

Ein Drittel eines Jahrhunderts ist vergangen, seit Bezmenow sein Interview gab. In dieser Zeit, in der die Sowjetunion und andere sozialistische Regime in Osteuropa untergingen, dauerte die Infiltration und Subversion des Kommunismus im Westen an. Kommunistische Elemente im Westen setzen auf Bildung als ihr primäres Ziel. Sie haben auf allen Ebenen die Institutionen übernommen und verbreiten ihren Einfluss in der Familienbildung. Sie bewerben ihre eigenen verdrehten Theorien über Bildung und Pädagogik.

Es sollte betont werden, dass mehr oder weniger alle Menschen auf der Welt – insbesondere diejenigen, die nach den 1960er Jahren aufs College gingen – den kommunistischen Einflüssen ausgesetzt waren. Am stärksten betroffen sind die Geistes- und Sozialwissenschaften. Die meisten Menschen auf diesen Gebieten wurden unwissentlich indoktriniert. Nur wenige Menschen machten sich daran, die kommunistische Ideologie bewusst zu fördern. Wir zeigen hier auf, worauf der Kommunismus abzielt, damit der Leser dies erkennen und sich distanzieren kann.

1. Das Gespenst des Kommunismus an westlichen Universitäten

a) Die stark linksgerichtete Tendenz der Universitätsfakultäten

Ein großer Teil der Mitarbeiter an amerikanischen Universitäten tendiert politisch nach links. Dies ist eine der wichtigsten Ursachen dafür, dass Schüler sich sozialistischer oder kommunistischer Ideologie verschrieben haben, oder von radikalen Ideologien wie Feminismus und Umweltschutz beeinflusst werden (die später in diesem Buch diskutiert werden).

In einer Studie aus dem Jahr 2007 mit dem Titel „The Social and Political Views of American Professors“ hielten sich von den 1.417 befragten und vollzeitbeschäftigten Mitgliedern der Fakultäten 44,1 Prozent für liberal, 46,1 Prozent für moderat und nur 9,2 Prozent für konservativ. Unter ihnen war der Anteil der Konservativen an den Community Colleges etwas höher (19 Prozent) und jener der Liberalen etwas niedriger (37,1 Prozent). An Universitäten waren 61 Prozent der Fakultätsangestellten liberal, während die Konservativen nur 3,9 Prozent ausmachten. Die Studie stellte auch fest, dass die Mitglieder der Fakultäten, die sich dem Ruhestandsalter näherten, linksliberaler waren als die neuen Mitglieder der Fakultäten. In der Altersgruppe der 50- bis 64-Jährigen gaben sich 17,2 Prozent als linke Aktivisten aus. Die Studie ergab auch, dass die meisten Universitätsfakultäten Homosexualität und das Recht auf Abtreibung unterstützen. [4]

Studien nach 2007 bestätigen auch den linken Trend bei Professoren an Universitäten mit vierjähriger Ausbildung in den USA. Eine 2016 in der Zeitschrift Econ Journal Watch veröffentlichte Studie fragte den Wählerregistrierungsstatus von Professoren in den Fachbereichen Geschichte und Sozialwissenschaften an vierzig führenden US-Universitäten ab. Unter 7.243 befragten Professoren gab es 3.623 Demokraten und 314 Republikaner – ein Verhältnis von 11,5 zu 1. Unter den fünf untersuchten Abteilungen war die Geschichtsabteilung mit einem Verhältnis von 35:1 am unausgewogensten. Im Gegensatz dazu steht eine ähnliche Umfrage von 1968. Unter den Geschichtsprofessoren zu jener Zeit war das Verhältnis von Demokraten zu Republikanern 2,7 zu 1. [5]

Eine weitere Umfrage an einer Universität im Jahr 2016 ergab, dass die politische Neigung der Fakultäten weiterhin unausgewogen war, vor allem in Neuengland. Basierend auf Daten von 2014 ergab die Umfrage, dass das Verhältnis von liberalen und konservativen Professoren an Hochschulen und Universitäten im ganzen Land 6 zu 1 betrug. In Neuengland lag dieses Verhältnis bei 28 zu 1. Eine Studie des Pew Research Center aus dem Jahr 2016 ergab, dass 31 Prozent der Menschen, die an Graduiertenschulen studiert hatten, liberale Ansichten hatten, 23 Prozent waren eher liberal, nur 10 Prozent hatten konservative Ansichten und 17 Prozent waren eher konservativ. Die Studie ergab auch, dass seit 1994 liberale Ansichten bei Absolventen eines Masterstudiums deutlich zugenommen hatten. [7]

Eine Umfrage unter den Teilnehmern eines Seminars des  „American Enterprise Institute“ im Jahr 2016 zeigte, dass etwa 18 Prozent der Sozialwissenschaftler in den Vereinigten Staaten sich als Marxisten betrachten. Nur 5 Prozent hielten sich für konservativ. [8] Da die meisten Umfragen auf der Selbstbeurteilung der Befragten basieren, könnte die tatsächliche Unausgewogenheit noch stärker sein.

Der republikanische US-Senator Ted Cruz sagte einmal über die juristische Fakultät einer renommierten Universität, die er besucht hatte:  „Es gab mehr selbsternannte Kommunisten in der Fakultät, als es Republikaner gab.“ Und weiter:

Wenn man sie aufgefordert hätte, darüber abzustimmen, ob diese Nation eine sozialistische Nation werden sollte, hätten 80 Prozent der Fakultät mit Ja gestimmt, und 10 Prozent hätten gemeint, dass das zu konservativ sei.“ [9]

Der Kommunismus begann seine Infiltration der amerikanischen Bildungsinstitutionen in dem Moment, als er sich in den Vereinigten Staaten etablierte. Seit Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts haben viele amerikanische Intellektuelle kommunistische Ideen oder die der Fabian-Sozialisten akzeptiert. [10]

Die Anti-Kulturbewegung der 1960er Jahre brachte eine große Anzahl junger anti-traditioneller Studenten hervor. In ihren prägenden Lebensjahren wurden sie stark vom Kulturmarxismus und der Theorie der Frankfurter Schule beeinflusst. 1973, nachdem Präsident Nixon die amerikanischen Truppen aus dem Vietnamkrieg abgezogen hatte, begannen die mit der Antikriegsbewegung verbundenen Schülergruppen in Vergessenheit zu geraten, da der Hauptgrund für den Protest weg war. Doch der Radikalismus, der von diesen großen Studentenbewegungen ausging, verschwand nicht.

Radikale Studenten absolvierten ihr Studium häufig im sozialen und kulturellen Bereich – in Journalismus, Literatur, Philosophie, Soziologie, Bildung, Kulturwissenschaften und dergleichen. Nach Erhalt ihrer Abschlüsse begannen sie ihre Karriere in den Institutionen mit dem größten Einfluss auf Gesellschaft und Kultur, wie Universitäten, Nachrichtenmedien, Regierungsbehörden und Nichtregierungsorganisationen. Sie wurden damals vor allem von der Theorie des „langen Marsches durch die Institutionen“ des Italieners Antonio Gramsci angetrieben. Dieser „lange Marsch“ zielte darauf ab, die wichtigsten Traditionen der westlichen Zivilisation zu verändern.

Der Philosoph Herbert Marcuse, der zur Frankfurter Schule zählt, wurde von rebellischen westlichen Schülern als ihr „spiritueller Pate“ angesehen. 1974 behauptete er, dass die Neue Linke nicht gestorben sei, „und sie wird an den Universitäten wieder auferstehen“. [11] Tatsächlich hatte die Neue Linke nicht nur überlebt: Ihr langer Marsch durch die Institutionen war extrem erfolgreich. Ein radikaler Professor schrieb:

Nach dem Vietnamkrieg sind viele von uns nicht nur an ihre Schreibtische zurückgekehrt; wir haben auch akademische Positionen eingenommen. Mit dem Ende des Krieges wurden wir unsichtbar, und es schien für eine Weile – für die Unaufmerksamen – dass wir verschwunden waren. Jetzt haben wir die Amtszeit, und die Arbeit an der Neugestaltung der Universitäten hat ernsthaft begonnen.“ [12]

Der Begriff „gepflegte Radikale“ [im Original: „Tenured Radicals“] wurde von Roger Kimball in seinem 1989 erschienenen gleichnamigen Buch geprägt. Der Begriff bezog sich auf die radikalen Studenten, die in den 1960er Jahren in den Anti-Kriegs-, Bürgerrechts- oder feministischen Bewegungen aktiv waren und später an Universitäten lehrten und in den 1980er Jahren eine lebenslange Anstellung erhielten. Von dort aus übermittelten sie den Studenten ihr politisches Wertesystem und schufen eine neue Generation von Radikalen. Einige dieser neuen Radikalen wurden Professoren und Dekane. Der Zweck ihrer wissenschaftlichen Arbeit ist es nicht, die Wahrheit zu erforschen, sondern die Wissenschaft als Werkzeug zur Untergrabung der westlichen Zivilisation und Traditionen zu nutzen. Sie zielen darauf ab, die Mainstream-Gesellschaft und das politische System zu untergraben, indem sie noch mehr Revolutionäre hervorbringen.

Wenn sie fest angestellt sind, können Professoren in verschiedenen Gremien mitwirken. Sie haben ein großes Mitspracherecht bei der Rekrutierung neuer Fakultätsmitglieder, der Festlegung akademischer Standards, der Auswahl von Themen für Abschlussarbeiten und der Festlegung der Forschungsrichtung. Die Professoren und Dekane haben reichlich Gelegenheiten, um Kandidaten auszuschließen, die nicht ihrer Ideologie entsprechen. Aus diesem Grund werden konservative Menschen, die nach traditionellen Konzepten lehren und forschen, immer weiter an den Rand gedrängt. Wenn Professoren der älteren Generation in den Ruhestand gehen, werden sie meist durch linke Wissenschaftler ersetzt, die mit kommunistischen Ideen aufgewachsen sind.

Gramsci, der den Begriff vom „langen Marsch durch die Institutionen“ prägte, teilte die Intellektuellen in zwei Lager: traditionelle Intellektuelle und organische Intellektuelle. Erstere bilden das Rückgrat der Aufrechterhaltung der traditionellen Kultur und Gesellschaftsordnung. Die organischen Intellektuellen, die zu den aufstrebenden Schichten gehören, spielen eine kreative Rolle im Prozess des Kampfes für die Hegemonie in ihren Klassen oder Gruppe. [13] Das „Proletariat“ nutzt organische Intellektuelle auf seinem Weg, um die kulturelle und letztlich die politische Vorherrschaft zu ergreifen.

Viele „gepflegte Radikale“ definieren sich als „organische Intellektuelle“, die sich dem gegenwärtigen System widersetzen. Wie Gramsci folgen sie dem marxistischen Axiom: „Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt drauf an, sie zu verändern” [14]

Daher geht es für die Linken bei der Bildung nicht darum, die Essenz des Wissens und der menschlichen Zivilisation zu vermitteln, sondern die Schüler auf radikale Politik, sozialen Aktivismus und „soziale Gerechtigkeit“ vorzubereiten. Nach dem Abschluss und dem Eintritt in die Gesellschaft bringen sie ihre Unzufriedenheit mit dem gegenwärtigen System zum Ausdruck, indem sie gegen die traditionelle Kultur rebellieren und zu einer destruktiven Revolution aufrufen.

b) Umgestaltung traditioneller Fachrichtungen mit kommunistischer Ideologie

Der Marxismus-Leninismus ist die Leitideologie für jedes Studienfach in den kommunistischen Ländern, während im Westen die akademische Freiheit im Mittelpunkt steht. An Hochschulen sollte es, abgesehen von moralischen Standards und akademischen Normen, keine Bevorzugung bestimmter intellektueller Trends geben. Aber seit den 1930er Jahren sind Sozialismus, Kommunismus, Marxismus und die Frankfurter Schule in amerikanische Hochschulen eingetreten und haben die Geistes- und Sozialwissenschaften stark verändert.

Revolutionärer Dialog beherrscht die Geisteswissenschaften in Amerika

Der Historiker Alan Charles Kors von der Universität von Pennsylvania wurde im Buch „The Victims‘ Revolution: The Rise of Identity Studies and the Closing of the Liberal Mind“ von Bruce Bawer gefragt, welche drei Personen seiner Meinung nach den größten Einfluss auf die Geisteswissenschaften in den Vereinigten Staaten haben. Wie aus der Pistole geschossen, nannte Kors drei Bücher: Antonio Gramscis „Gefängnishefte“, Paulo Freires „Pädagogik der Unterdrückten“ und Frantz Fanons „Die Verdammten dieser Erde“. [15]

Antonio Gramsci, der italienische Marxist, braucht keine weitere Erklärung, da sein Werk in den vorangegangenen Kapiteln beschrieben wurde. Paulo Freire, ein brasilianischer Erziehungswissenschaftler, liebte Lenin, Mao, Castro und Che Guevara. Seine „Pädagogik der Unterdrückten“, die 1968 veröffentlicht und zwei Jahre später in englischer Sprache abgedruckt wurde, ist Teil der Pflichtlektüre für Universitäten in den Vereinigten Staaten geworden.

Bruce Bawer zitierte den Erzieher Sol Stern, der sagte, dass sich die „Pädagogik der Unterdrückten“ nicht mit spezifischen Bildungsaufgaben beschäftigt, sondern „ein utopischer politischer Leitfaden ist, der zum Sturz der kapitalistischen Vorherrschaft und zur Schaffung klassenloser Gesellschaften auffordert“. [16] Freires Werk ist die Neuauflage des Konzepts, dass es nur zwei Arten von Menschen auf der Welt gibt: den Unterdrücker und den Unterdrückten. Die Unterdrückten sollten ihre Erziehung ablehnen, ihre erbärmlichen Umstände erkennen und zur Rebellion angeregt werden.

Paulo Fanon wurde auf Martinique in der Karibik geboren und schloss sich dem algerischen Krieg gegen die französische Kolonialherrschaft an. Sein Werk „Die Verdammten dieser Erde“ wurde 1961 mit einem Vorwort des französischen Existenzialisten und Kommunisten Jean-Paul Sartre veröffentlicht. Sartre fasste seine Theorie so zusammen: Westliche Kolonisatoren seien die Verkörperung des Bösen, während Nicht-Westler von Natur aus edel sind, weil sie kolonisiert und ausgebeutet werden.

Fanon rief die Menschen in den Kolonien auf, sich gegen die koloniale herrschende Klasse zu erheben und Gewalt als ihren zentralen Ansatz zu nutzen. Er sagte, dass Gewalt auf der Ebene des Einzelnen eine reinigende Kraft sei.

Sie befreit den Eingeborenen von seinem Minderwertigkeitskomplex und von seiner Verzweiflung und Untätigkeit; sie macht ihn furchtlos und stellt seine Selbstachtung wieder her.“ [17]

Sartre nahm die Ideen von Fanon auf und schrieb im Vorwort:

Denn in den ersten Tagen der Revolte muss man töten: Einen Europäer abzuschießen bedeutet, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, einen Unterdrücker und den Mann, den er unterdrückt, gleichzeitig zu zerstören: Es bleiben ein Toter und ein freier Mann; der Überlebende fühlt zum ersten Mal einen nationalen Boden unter seinem Fuß.“ [18]

Die Ideen von Gramsci, Freire und Fanon sind hinterlistige Darstellungen, die Menschen dazu verleiten, Geschichte und Gesellschaft durch die Brille des Klassenkampfes zu betrachten. Sobald der Funke des Klassenhasses in ihre Herzen eindringt, lernen die Schüler, sich der normalen Struktur und dem normalen Funktionieren der Gesellschaft zu widersetzen. Durch Rebellion und Revolution erfolgt dann die Zerstörung der Gesellschaft.

Welcher Theoretiker oder welche Denkschule den größten Einfluss auf die Geistes- und Sozialwissenschaften an amerikanischen Colleges hatte, ist Gegenstand der Forschung. Klar ist jedoch, dass der Marxismus, die Frankfurter Schule, die freudsche Theorie und die Postmoderne (die Seite an Seite mit dem Kommunismus bei der Zerstörung von Kultur und Moral mitgewirkt haben) das Feld dominieren.

Kommunistische Theorie durchdringt die akademische und literarische Welt

Seit den 1960er Jahren erlebt die Literaturwissenschaft in den Vereinigten Staaten einen grundlegenden Paradigmenwechsel in ihren verschiedenen Teilbereichen, wie beispielsweise der englischen, französischen und vergleichenden Literatur. Traditionell schätzten Literaturkritiker die moralischen und ästhetischen Werte klassischer Werke. Sie betrachten die Literatur als eine wichtige Quelle, um den Horizont der Leser zu erweitern, ihren moralischen Charakter zu entwickeln und ihren intellektuellen Geschmack zu pflegen. Die akademische Literaturtheorie ist grundsätzlich der Literatur selbst untergeordnet und dient als Hilfsmittel für ihr Verständnis und ihre Interpretation.

Während des Höhepunkts der Anti-Kulturbewegung in den 1960er Jahren drangen populäre Trends der Philosophie, Psychologie und Kultur in verschiedene Arten von neuen literarischen Theorien ein. Die Beziehung zwischen Theorie und Literatur wurde umgekehrt, da die eigentlichen Werke auf eine Art Material zur Bewertung moderner Interpretationen reduziert wurden. [19]

Was ist die Substanz dieser Theorien? Zusammen machen sie in ihrer verzerrten Darstellung von Gesellschaft und Kultur ein Chaos aus den traditionellen akademischen Disziplinen wie Philosophie, Psychologie, Soziologie und Psychoanalyse. Wie der Literaturtheoretiker Jonathan Culler es ausdrückte: „Theorie ist oft eine kämpferische Kritik an Konzepten des gesunden Menschenverstands, und außerdem ein Versuch zu zeigen, dass das, was wir als selbstverständlich betrachten, tatsächlich eine historische Konstruktion ist, eine bestimmte Theorie, die uns so natürlich erscheint, dass wir sie nicht einmal als Theorie sehen.“ [20]

Mit anderen Worten, moderne akademische Theorien verharmlosen, zerstören und drehen das Verständnis von Recht und Unrecht, Gut und Böse, Schönheit und Hässlichkeit um. Dieses Verständnis basiert auf der traditionellen Familie, dem religiösen Glauben und der Ethik. Es wird ersetzt durch ein finsteres System ohne positive Werte.

Wenn man diese sogenannten Theorien von ihrer labyrinthischen akademischen Verpackung befreit, sind sie nur ein Durcheinander von klassischem Marxismus und Neo-Marxismus, der Frankfurter Schule, Psychoanalyse, Dekonstruktivismus, Post-Strukturalismus und Postmoderne. Zusammen bilden sie eine Ebene, die darauf abzielt, die Grundlagen der menschlichen Zivilisation zu zerstören. Gleichzeitig dient es als Tarnung für den Kommunismus, der sich in die westliche Wissenschaft hinein schmuggelt. Seit den 1960er Jahren hat der Kommunismus in Bereichen wie Literatur, Geschichte und Philosophie schnelle Durchbrüche gemacht und seine Dominanz in den Geistes- und Sozialwissenschaften gefestigt.

Die „Theorie“ ist, wie bereits angesprochen, mehr oder weniger dasselbe wie „Kritische Theorie“. Seine Varianten beinhalten die neu entstandenen kritischen Studien der Rechtswissenschaften, Rasse, Geschlecht, Gesellschaft, Wissenschaft, Medizin und dergleichen. Ihre Verbreitung ist Ausdruck der erfolgreichen Ausdehnung des Kommunismus in die akademischen und bildungspolitischen Bereiche. Diese verdirbt die Jugend mit verdrehtem Denken und ebnet einen Weg für die endgültige Zerstörung der Menschheit.

Die Politisierung der Literaturforschung

Aus der Sicht eines marxistischen Literaturkritikers liegt die Bedeutung eines literarischen Textes nicht in seinem inneren Wert, sondern darin, wie er widerspiegelt, dass die Ideen der herrschenden Klasse – zum Beispiel in Bezug auf Geschlecht oder Rasse – zur dominanten Klasse wurde. Aus dieser Perspektive haben die Klassiker keinerlei wahre Werte. Ein prominenter amerikanischer marxistischer Literaturtheoretiker erklärte in aller Deutlichkeit, dass die „politische Perspektive“ „den absoluten Horizont aller Lektüre und aller Interpretationen“ darstellt. [21] Alle literarischen Werke sollten als politische Allegorien behandelt werden. Nur wenn die tieferen Bedeutungen von Klasse, Rasse, Geschlecht oder sexueller Unterdrückung erkannt werden, kann das eigene Verständnis als tiefgründig oder qualifiziert angesehen werden.

Menschen aus kommunistischen Ländern sind mit dieser Art von dogmatischer Literaturkritik vertraut. Der chinesische Parteiführer Mao Zedong bewertete das Buch „Der Traum der Roten Kammer“, einen der vier großen chinesischen Klassiker, wie folgt: „Vier Familien, heftiger Klassenkampf und ein paar Dutzend Menschenleben.“

In den kommunistischen Ländern beschränkt sich der literarische Diskurs nicht immer auf zivilisierte und anspruchsvolle Debatten innerhalb des Elfenbeinturms der Literatur. Er kann sich manchmal in den Auslöser für einen blutigen Kampf umwandeln.

Mao Zedong rief dazu auf, von Hai Rui, einem ehrlichen und aufrechten Beamten der Ming-Dynastie zu lernen. Daraufhin verfasste der Historiker Wu Han das Bühnendrama „Hai Rui wird aus dem Amt entlassen“. Am 10. November 1965 veröffentlichte die Shanghaier Wenhui News eine kritische Rezension des Stückes. Die Rezension wurde von Yao Wenyuan geschrieben und von Maos vierter Frau, Jiang Qing, und dem radikalen Theoretiker Zhang Chunqiao gemeinsam verfasst. Sie behauptete, dass Hai Rui, der aus dem Amt entlassen wurde, eine Anspielung auf Peng Dehuai war, einen General der Volksbefreiungsarmee. Dieser leistete Widerstand gegen die „Drei Roten Fahnen“ und wurde entlassen. „Drei Rote Fahnen“ gaben die Richtung für den sozialistischen Aufbau, den Großen Sprung nach vorne und die Volkskommunen vor und führten zur großen chinesischen Hungersnot. Die Rezension an „Hai Rui wird aus dem Amt entlassen“ wurde zur Zündschnur, die die jahrzehntelange Brutalität der Kulturrevolution auslöste.

Der brutale Ansatz der chinesischen Kommunisten, alle literarischen Werke im Rahmen des Klassenkampfes zu deuten, kann der viel subtileren Literaturkritik gegenübergestellt werden, die in den letzten Jahrzehnten an westlichen Hochschulen zu finden war.

Die westliche neo-marxistische Literaturkritik ist wie ein Virus, der durch endlose Mutationen stärker und tödlicher wird. Andere Theorien werden so angepasst, dass sie zu Waffen werden. Die großen Werke der menschlichen Kultur – von den Klassikern Griechenlands und Roms über Dante, Shakespeare und viktorianische Romane – werden von der Literaturkritik zerlegt und neu zusammengesetzt. Diese Literaturkritik benutzt den literarischen Fachjargon, um einen Deckmantel von Intelligenz zu schaffen. Die Hauptargumente führen typischerweise zu dem Verdacht, dass Vorurteile gegen entrechtete Klassen, Frauen oder ethnische Minderheiten bestehen.

Moderne Kritiker bezeichnen diese Werke als der herrschenden Klasse zugehörig. Sie würden die Massen in ihren bedrückenden Zuständen betäuben und sie daran hindern, ein revolutionäres Klassenbewusstsein zu erreichen. Wie der englische Wissenschaftler Roger Scruton sagte:

Die Methoden des neuen Literaturtheoretikers sind wirklich Waffen der Subversion: sie sind ein Versuch, eine humane Bildung von innen heraus zu zerstören und die Kette des Mitgefühls zu zerstören, das uns an unsere Kultur bindet“. [22]

Die marxistische Theorie zur Ideologie

„Ideologie“ ist ein Kernkonzept in den marxistisch geprägten Geisteswissenschaften. Marx betrachtete Moral, Religion und Metaphysik zusammengenommen als Ideologie. Er glaubte, dass die dominante Ideologie in einer auf Klassen basierenden Gesellschaft die Ideologie der herrschenden Klasse sei, und dass ihre Werte nicht die Wirklichkeit widerspiegelten, sondern ihre Kehrseite. [23]

Der Neomarxismus des 20. Jahrhunderts machte die Zerstörung der Kultur zu einer notwendigen Etappe der Revolution. In seiner Literatur nimmt er ausführlich Bezug auf die Ideologie. Der ungarische Marxist Georg Lukács definierte Ideologie als das „falsche Bewusstsein“ im Gegensatz zum realen „Klassenbewusstsein“. Der französische Marxist Louis Althusser schlug das Konzept der „ideologischen Staatsapparate“ vor, die Religion, Bildung, Familie, Recht, Politik, Gewerkschaften, Kommunikation, Kultur und so weiter umfassen, diese in Verbindung mit einem brutalen Staatsapparat funktionieren würden.

Im Konzept der Ideologie findet man raffinierte Spitzfindigkeiten. Jede Gesellschaft oder jedes System hat seine Mängel, die ausgesprochen und korrigiert werden sollten. Althusser und andere Marxisten beschäftigen sich jedoch nicht mit spezifischen Problemen. Stattdessen lehnen sie das System in seiner Gesamtheit ab. Ihre Begründung ist, dass es sich um eine Struktur handelt, die von der herrschenden Klasse zum Schutz ihrer Interessen eingerichtet und unterhalten wird.

Diese umfassende „Vergiftung des Brunnens“ ist ein wichtiger Aspekt der marxistischen Fixierung auf die Ideologie, sie zeigt sich in Althussers komplizierter ideologischer Kritik. Anstatt die sachlichen Vorzüge eines Arguments zu untersuchen, basiert der ideologische Ansatz darauf, dass Gegner beschuldigt werden, andere Gedanken zu hegen oder den falschen Hintergrund zu haben. So wie niemand Wasser aus einem vergifteten Brunnen trinken kann, so wird eine Person für die Öffentlichkeit inakzeptabel, wenn Gerüchte oder andere Formen des Rufmords in Umlauf sind. Und das unabhängig davon, wie vernünftig oder logisch die Meinung dieses Menschen ist.

Althussers allumfassendes Konzept der „ideologischen Staatsapparate“ spiegelt die extreme Verachtung des Kommunismus für die menschliche Gesellschaft wider – nichts ist akzeptabel, außer völliger Rebellion und Zerstörung. Dies ist ein Zeichen dafür, dass der Kommunismus das Ziel verfolgt, die menschliche Kultur zu zerschlagen.

Das marxistische Konzept von Ideologie basiert auf abstrakten, verallgemeinerten und überflüssigen falschen Aussagen, die darauf abzielen, traditionelle moralische Werte zu beseitigen. Indem sie scheinbar moralisch entrüstet sind, verbergen sie ihre wahren Absichten. So haben Marxisten eine große Anzahl von Menschen getäuscht und beeinflusst.

Postmoderner Marxismus

Im Zuge der 1960er Jahre schuf eine Gruppe französischer Philosophen die bald mächtigste ideologische Waffe für Marxismus und Kommunismus in der amerikanischen akademischen Gemeinschaft. Unter ihnen sind Jacques Derrida und Michel Foucault. Aktuelle Daten geben einen Eindruck von ihrem heutigen Einfluss: Im Jahr 2007 war Foucault mit 2.521 Zitaten der meistzitierte Autor in den Geisteswissenschaften. Derrida belegte den dritten Platz und wurde 1.874 Mal zitiert. [24] Auffällig sind die Zusammenhänge von Postmoderne und Marxismus. [25] Daher ist es angebracht, sie gemeinschaftlich als postmodernen Marxismus zu bezeichnen.

Spätestens seit der Zeit der alten Griechen und des vorkaiserlichen China ist bekannt, dass die Sprache mehrdeutige und vielschichtige Bedeutungsebenen besitzt. Ein Text kann unterschiedliche Interpretationen haben.

Derridas Theorie der Dekonstruktion ist eine aufwendige Täuschung. Sie kombiniert Atheismus und Relativismus und wirkt, indem sie die Mehrdeutigkeit einer Sprache überbewertet. Das Ziel ist, Texte aufzuschlüsseln, selbst wenn die Bedeutung klar und gut definiert ist.

Im Gegensatz zum konventionellen Atheismus äußerte sich Jacques Derrida in der Sprache der Philosophen. Dies hat zur Folge, dass seine Standpunkte nicht nur für die Idee Gottes zerstörerisch sind, sondern auch für die Konzepte von Rationalität, Autorität und Bedeutungen, die mit traditionellen Überzeugungen verbunden sind. Theoretiker, die Derrida folgen, deuten diese Begriffe um, demontieren sie und lösen sie auf. Nachdem viele Menschen mit einer Fassade von geistiger Größe getäuscht wurden, wucherte die dekonstruktivistische Theorie durch die Geisteswissenschaften und wurde zu einem der mächtigsten Werkzeuge des Kommunismus zur Zerstörung von Glauben, Tradition und Kultur.

Michel Foucault trat einst der Kommunistischen Partei Frankreichs bei. Die Essenz seiner Theorie dreht sich um die Vorstellung, dass es keine Wahrheit gäbe, sondern nur Macht. Da die Macht das Recht auf Interpretation der Wahrheit an sich reißt, sei alles, was die Wahrheit bezeugt, heuchlerisch und unzuverlässig. In seinem Buch „Überwachen und Strafen“ (Surveiller et punir) stellte Foucault die folgende Frage: „Was ist so erstaunlich an der Tatsache, dass unsere Gefängnisse starke Ähnlichkeit zu unseren Fabriken, Schulen, Kasernen und Krankenhäusern haben, wenn all diese unseren Gefängnissen ähnlich sind?“ [26] Indem er die unverzichtbaren Institutionen einer Gesellschaft mit Gefängnissen gleichsetzt und die Menschen auffordert, diese „Gefängnisse“ zu stürzen, offenbart Foucault den unsozialen Charakter seiner Theorie.

Indem die Wissenschaftler alles relativieren, verdammen sie Tradition und Moral der Menschen. Ihre Methoden bestehen aus Dekonstruktion, Foucaults Theorie und anderen „kritischen“ Theorien. Sie leben von Grundsätzen wie „jede Interpretation ist eine Fehlinterpretation“, „es gibt keine Wahrheit, nur Interpretationen“ oder „es gibt keine Fakten, nur Interpretationen“. Sie haben das Wissen und Verständnis von grundlegenden Konzepten der Wahrheit, Freundlichkeit, Schönheit, Gerechtigkeit und so weiter relativiert und diese dann als Müll entsorgt.

Junge Studenten, die ein Studium der Geisteswissenschaften beginnen, wagen nicht, die Autorität ihrer Dozenten in Frage zu stellen. Noch schwieriger ist es, unter dem sich anschließenden ideologischen Bombardement klar im Kopf zu bleiben. Einmal auf das Studium der postmodernen marxistischen Theorie geprägt, ist es schwierig, sie dazu zu bewegen, in irgendeiner anderen Art und Weise zu denken. Dies ist ein wichtiges Werkzeug, mit dem sich die kommunistische Ideologie in den Geistes- und Sozialwissenschaften durchsetzte.

Fortsetzung

Quellen

[1] Robby Soave, “Elite Campuses Offer Students Coloring Books, Puppies to Get Over Trump,” Daily Beast, https://www.thedailybeast.com/elite-campuses-offer-students-coloring-books-puppies-to-get-over-trump.
[2] Elizabeth Redden, “Foreign Students and Graduate STEM Enrollment,” Inside Higher Ed, October 11, 2017, https://www.insidehighered.com/quicktakes/2017/10/11/foreign-students-and-graduate-stem-enrollment.
[3] G. Edward Griffin, Deception Was My Job: A Conversation with Yuri Bezmenov, Former Propagandist for the KGB, (American Media, 1984).
[4] Scott Jaschik, “Professors and Politics: What the Research Says,” Inside Higher Ed, February 27, 2017, https://www.insidehighered.com/news/2017/02/27/research-confirms-professors-lean-left-questions-assumptions-about-what-means.
[5] Ibid.
[6] Ibid.
[7] Ibid.
[8] “The Close-Minded Campus? The Stifling of Ideas in American Universities,” American Enterprise Institute website, June 8, 2016, https://www.aei.org/events/the-close-minded-campus-the-stifling-of-ideas-in-american-universities/.
[9] Fred Schwartz and David Noebel, You Can Still Trust the Communists… to Be Communists (Socialists and Progressives too) (Manitou Springs, Colo.: Christian Anti-Communism Crusade, 2010), 2–3.
[10] Zygmund Dobbs, “American Fabianism,” Keynes at Harvard: Economic Deception as a Political Credo. (Veritas Foundation, 1960), Chapter III.
[11] Robin S. Eubanks, Credentialed to Destroy: How and Why Education Became a Weapon (2013), 26.
[12] Walter Williams, More Liberty Means Less Government: Our Founders Knew This Well (Stanford: Hoover Institution Press, 1999), 126.
[13] David Macey, “Organic Intellectual,” The Penguin Dictionary of Critical Theory (London: Penguin Books, 2000), 282.
[14] Karl Marx, “Theses On Feuerbach” (Marx/Engels Selected Works, Volume One), 13–15.
[15] Bruce Bawer, The Victims’ Revolution: The Rise of Identity Studies and the Closing of the Liberal Mind (New York: Broadside Books, 2012), Chapter 1.
[16] Ibid.
[17] Franz Fanon, The Wretched of the Earth, trans. Constance Farrington (New York: Grove Press, 1963), 92.
[18] Jean Paul Sartre, “Preface,” The Wretched of the Earth, by Franz Fanon, 22.
[19] Roger Kimball, Tenured Radicals: How Politics Has Corrupted Our Higher Education, revised edition (Chicago: Ivan R. Dee, 1998), 25–29.
[20] Jonathan Culler, Literary Theory: A Very Short Introduction (Oxford: Oxford University Press, 1997), 4.
[21] Fredrick Jameson, The Political Unconscious: Narrative as a Socially Symbolic Act (Ithaca, NY: Cornell University Press, 1981), Chapter 1.
[22] Roger Kimball, “An Update, 1998,” Tenured Radicals: How Politics Has Corrupted Our Higher Education, 3rd Edition (Chicago: Ivan R. Dee, 2008), xviii.
[23] Karl Marx, “The German Ideology” (Progress Publishers, 1968).
[24] “Most Cited Authors of Books in the Humanities, 2007,” Times Higher Education, https://www.uky.edu/~eushe2/Bandura/BanduraTopHumanities.pdf.
[25] Joshua Phillip, “Jordan Peterson Exposes the Postmodernist Agenda,” The Epoch Times, June 21, 2017, https://www.theepochtimes.com/jordan-peterson-explains-how-communism-came-under-the-guise-of-identity-politics_2259668.html.
[26] Roger Kimball, “The Perversion of Foucault,” The New Criterion, March 1993, https://www.newcriterion.com/issues/1993/3/the-perversions-of-m-foucault.

Chinesisches Original: http://www.epochtimes.com/
Englische Version: https://www.theepochtimes.com/how-the-specter-of-communism-is-ruling-our-world

Hier die Liste der veröffentlichten Kapitel: Wie der Teufel die Welt regiert

Kurzform: Einführung, Kap. 1: 36 Strategien Teil 1, Teil 2Kap. 2: Marx Teil 1, Teil 2Kap. 3: NovemberrevolutionKap. 4: Der verborgene Feind der freien Gesellschaft Teil 1, Teil 2 Kap. 5: Offene oder verdeckte Gewalt Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5 – Kap. 6: Eine Generation ohne traditionelle Kultur Teil 1, Teil 2 – Kap. 7: Die Zerstörung der Familien Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4Kap. 8: Sozialstaat und Politik Teil 1, Teil 2Teil 3Kap. 9: Die Wohlstandsfalle Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4Kap. 10: Justiz, Gesetze und Staatsterrorismus Teil 1, Teil 2Kap. 11: Kunst Kap. 12: Bildungswesen Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4Kap 13: Medien Teil 1, Teil 2Kap. 14: Parteikultur und Pop-Kultur Teil 1, Teil 2Kap. 15: Terrorismus – Kap. 16:  Umweltschutz Teil 1, Teil 2Kap. 17: Globalisierung Kap. 18: Globaler Anspruch des „Modell China“ Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4Ausblick