Sollten die Menschen nicht ihre Wurzeln schützen?Foto: iStock

Warum wir radikal umdenken müssen

Von 22. Mai 2018 Aktualisiert: 22. Mai 2018 21:32
Sollte ein Volk nicht alles daran setzen ... die mutwilligen oder geistig völlig überforderten, charakterlich sehr fragwürdigen Zerstörer der eigenen Grundlagen, welche versuchen, die Hand anzulegen an die Wurzeln des eigenen Baumes, loszuwerden? Ein Beitrag von Jürgen Fritz.

„Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?“ – Bertolt Brecht

Wenn jemand aus der Kultur X in die Kultur A umsiedeln möchte, dies aber gleichsam nur, um die Früchte vom Baum in A zu pflücken beziehungsweise sich diese womöglich auch noch servieren zu lassen, ohne sich für den Baum in A selbst oder gar dessen Wurzeln und all das zu interessieren, was diesen und die Früchte erst möglich gemacht haben, ja wenn dieser, der aus X emigriert, um in A zu immigrieren, sogar den Baum selbst und dessen Wurzeln ablehnt und verachtet, meint, seine Sträucher, die er von zu Hause kenne, seien die viel besseren, die er daher in A anbauen und den Baum in A beseitigen möchte, zugleich jedoch die Früchte des Baumes in A genießen will, die es so nur in A gibt, sonst nirgends auf der Welt, wäre es dann nicht richtig, dass die Bewohner in A, so sie auch nur einen Funken Würde und Selbstachtung in sich tragen, diesem Neuankömmling klipp und klar sagen, was sie von ihm halten und dass er unter diesen Umständen doch bitte zuhause bleiben und die dürftigen Resultate seiner Sträucher konsumieren möge, die er nicht müde wird Tag für Tag x-mal zu lobpreisen?

Nichts ist ohne Wurzeln und ohne Wurzeln ist alles nichts

Dabei gehört übrigens zu den Wurzeln des Baumes in A hundertmal mehr als nur das Vulgärökonomische – die Äste des Baumstamms, an dem die Früchte hängen. Dazu gehören, wenn es sich bei A um eine moderne, aufgeklärte, zivilisierte Gesellschaft handelt, Dinge wie:

  • Das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit: Alle Staatsgewalten sind an die Verfassung und die Gesetze gebunden, niemand steht über diesen. Die Staatsgewalt ist also nicht berechtigt, nach Belieben in die Rechte des Bürgers einzugreifen und diese haben bei jeglicher Art von staatlichem Eingriff einen Anspruch auf rechtliches Gehör und gerichtliche Prüfung sowie ein Widerstandsrecht, wenn dieses Prinzip beseitigt werden soll.
  • Der Gedanke des Fairplay
  • Rechte des Individuums
  • Beschränkung der Staatsgewalt
  • Gewaltenteilung: Legislative, Exekutive und Judikative um übermäßigen Machtmissbrauch zu verhindern.
  • Trennung von Staat und Religion
  • Verbindung von Individualismus und Gemeinwohlorientierung
  • Recht auf freie Meinungsäußerung und Weltanschauungsfreiheit
  • Kritisch-reflexives Denken, inklusive Religions- und Ideologiekritik!
  • Die Fähigkeit, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen und über sich selbst und seine eigenen Unzulänglichkeiten lachen zu können
  • Mentale Dispositionen wie Arbeitsethos und Fleiß
  • Tüchtigkeit und Verlässlichkeit
  • Genauigkeit und Gründlichkeit
  • Orientierung am Fortschritt
  • Forschungsfreiheit
  • Ausbildung von gegenseitigem Vertrauen als Basis des Zusammenlebens
  • Wertschätzung von Wissenschaft und Zivilisation, Bildung und Erziehung.

All das und anderes mehr gehört zu diesen Wurzeln, die den Wohlstand überhaupt erst ermöglichen.

Wer A verachtet, sollte so ehrlich sein und A verlassen

Wer diese Grundlagen des Wohlstands und der Sicherheit ablehnt, wer die Wurzeln verachtet, die Früchte aber genießen und sich servieren lassen will, der ist nichts anderes als ein Heuchler, der ist nichts anderes als ein Absahner und der hat in A nicht das Geringste zu suchen. Wäre es also nicht mehr als recht und billig, wenn alle in A dies solchen Verächtern auch klipp und klar sagen würden und nicht nur das? Sollten sie nicht auch entsprechend agieren und dies in aller Konsequenz?

Und falls es in den hegemonialen Schaltzentralen der Macht in A, sei es im eigenen Land oder sei es eine Ebene höher, auf supranationaler Ebene, Personen geben sollte, die die Wurzeln des eigenen Baumes nicht kennen oder nicht wertschätzen, diese kappen und zerstören wollten, ja, vielleicht sogar die Bewohner in A insgeheim verachten und am liebsten austauschen würden, sollte dann das Volk in A nicht auch diesen Personen in den Schaltzentralen der Macht deutlich machen, dass auch sie nichts zu suchen haben in A?

Wer sollte wen auflösen und austauschen?

Und sollte dieses Volk nicht alles daran setzen, gemeinsam die Kraft aufzubringen, diese mutwilligen oder geistig völlig überforderten, charakterlich sehr fragwürdigen Zerstörer der eigenen Grundlagen, welche versuchen, die Hand anzulegen an die Wurzeln des eigenen Baumes, loszuwerden?

Um zu unserem Ausgangspunkt zurückzukommen, wenn Volk und Regierung das Vertrauen zueinander verloren haben, wäre es da nicht einfacher, das Volk löste die Regierung auf und wählte eine andere?

Stolz

„Eigenliebe ist beginnender Stolz. Stolz ist entfesselte Eigenliebe.“ – Leo Tolstoi

Der Beitrag erschien zuerst auf dem Blog von Jürgen Fritz.



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