Huawei setzt im Schatten der US-Sanktionen auf Autogeschäft

Epoch Times12. April 2021 Aktualisiert: 13. April 2021 10:13
So bald dürften die USA ihre Sanktionen nicht lockern, befürchtet Huawei. Unterdessen erschließt sich der chinesische Technologie-Riese ein ganz neues Geschäftsfeld.

Der chinesische Huawei-Konzern stellt sich auf noch lange andauernde US-Sanktionen ein und setzt verstärkt auf neue Geschäftsbereiche wie selbstfahrende Autos.

Allein in diesem Jahr werde mehr als eine Milliarde Dollar (derzeit rund 840 Mio Euro) in die Entwicklung der Roboterwagen-Technologie investiert, sagte Huawei-Chef Eric Xu am Montag.

Zugleich halte Huawei an der 2018 getroffenen Entscheidung fest, kein eigenes Auto zu bauen, sondern als Partner ausgewählter Hersteller aufzutreten, betonte er. Bisher gebe es Vereinbarungen mit drei chinesischen Unternehmen, die Untermarken mit Huawei-Technik an Bord auf den Markt bringen wollen. Ein Logo – „Huawei Inside“ – werde darauf hinweisen, dass in dem gemeinsam entwickelten Wagen Technik zum autonomen Fahren des Technologiekonzerns stecke.

Es werde nur wenige Kooperationen dieser Art geben, sagte Eric Xu. Zugleich werde sich für Huawei die Investition rentieren, selbst wenn man sich auf den chinesischen Heimatmarkt mit aktuell 30 Millionen verkauften Fahrzeugen pro Jahr beschränken sollte.

Mit Blick auf die US-Sanktionen sagte Xu, die Strategie von Huawei sei darauf ausgelegt, unabhängig von der Politik Washingtons zu überleben und zu wachsen. Huawei gehe davon aus, noch lange Zeit auf der schwarzen Liste der US-Regierung zu stehen.

US-Präsident Donald Trump hatte den chinesischen Smartphone-Anbieter und Netzwerk-Ausrüster 2019 mit Sanktionen belegt – und die Maßnahmen im vergangenen Jahr auf den Chip-Bereich ausgeweitet. Huawei verlor dadurch den Zugang zu wichtigen Technologien aus dem Westen.

Seit der Konzern keine neuen Smartphones mit Google-Diensten verkaufen kann, stürzten die Verkäufe der Geräte außerhalb Chinas ab. Auf die Chip-Blockade reagierte Huawei mit Vorratskäufen, die nach Einschätzung von Experten zur aktuellen weltweiten Halbleiter-Knappheit beitrugen. Eric Xu machte am Montag die US-Sanktionen für die Engpässe verantwortlich.

Trump begründete seine Maßnahmen mit der Gefahr von Spionage und Sabotage durch Huawei, der Konzern weist die Vorwürfe zurück. Der neue US-Präsident Joe Biden stellte Trumps China-Maßnahmen auf den Prüfstand, es gab bisher aber keine Hinweise darauf, dass die Sanktionen gegen Huawei aufgehoben werden könnten. (dpa)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion