Black Lives Matter-Protest.Foto: JOHANNES EISELE/AFP via Getty Images

Yascha Mounk: Diversität ist Gefahr und Herausforderung zugleich

Epoch Times5. April 2022 Aktualisiert: 5. April 2022 17:44
Der renommierte deutsch-amerikanische Politologe und Journalist Yascha Mounk will mit seinem neuen Buch „Das große Experiment: Wie Diversität die Demokratie bedroht und bereichert“ eine Gebrauchsanweisung für unsere plurale Gesellschaft liefern.

Wie Demokratie in diversen Gesellschaften funktionieren kann, ist das Kernthema im neuen Buch von Yascha Mounk. Er glaubt an einen möglichen Erfolg, obwohl die Geschichte das Gegenteil beweist.

Die meisten Demokratien von der Antike bis heute seien sehr homogen gewesen, sagt Mounk in einem Interview in „Deutschlandfunk Kultur“. „Viele der erfolgreichen diversen Gesellschaften waren eher Monarchien von Bagdad im 9. Jahrhundert bis Wien im 19. Jahrhundert“, erklärt Mounk weiter.

Heute prägten Globalisierung, Migration und Identitätspolitik Deutschland und stellten das politische System vor ungeahnte Herausforderungen.

In einem Interview mit „Welt“ äußert Yascha Mounk, dass Gruppenbildung in der Natur des Menschen liege und Konflikte, also Außenstehende zu diskriminieren, vorprogrammiert seien. Daher sei es eine der großen Aufgaben einer diversen Demokratie, ein Solidaritätsgefühl zu entwickeln.

Die Betonung von unseren Unterschieden bei Hautfarbe, Religion oder politischer Einstellung sei ein Fehler. Stattdessen sollten wir uns auf unsere Gemeinsamkeiten besinnen.

Laut Yascha Mounk gibt es drei verschiedene Formen des Patriotismus: Den ethnischen Patriotismus, eine Art von Verfassungspatriotismus und den kulturellen Patriotismus.

Seine Vorstellung eines kulturellen Patriotismus stellt Mounk in seinem neuen Buch vor und begründet: „Wenn Menschen heute Deutschland lieben, dann liegt das daran, dass sie die Städte und die Landschaften, die Geschmäcke und die Gerüche, die Umgangsformen und die – übrigens immer diversere – Alltagskultur des Landes lieben. Davor sollten wir keine Scheu haben.“

Für den Politikwissenschaftler ist der Patriotismus ein halbwildes Tier, das wir zähmen und nutzen müssten.

Wir stünden vor einer Herausforderung, die durchaus existenzieller Art ist. „Aber es ist möglich, eine diverse Gesellschaft auf der Basis unserer freiheitlich-demokratischen Grundprinzipien zum Erfolg zu verhelfen. Ob wir das auch schaffen und damit eine dystopische Zukunft verhindern, liegt jetzt an uns.“

Yascha Mounk ist Politikwissenschaftler, Associate Professor an der Johns-Hopkins-Universität und Betreiber der Internetplattform „Persuasion“. Als freier Publizist schreibt er unter anderem für das Magazin „The Atlantic“ und die „New York Times“. Sein jüngstes Buch „Das große Experiment: Wie Diversität die Demokratie bedroht und bereichert“ ist aktuell bei Droemer erschienen. (bs)



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