Alternative zu WHO-Rezepten: Desinfektionsmittel mit Produkten aus dem Reformhaus selbst herstellen

Von 24. März 2020 Aktualisiert: 31. März 2020 8:51
Vielerorts sind Desinfektionsmittel knapp oder ausverkauft. Die WHO veröffentlichte zwei Rezepte zum Selbstherstellen, die beide Wasserstoffperoxid zur Konservierung enthalten. Wasserstoffperoxid ist stark ätzend und zu Hause nicht leicht zu handhaben. Hier ein Alternative zur Desinfektion von Oberflächen und Händen gegen Viren.

Von Seiten der WHO und dem Center für Disease Prevention and Control wird Handhygiene besonders großgeschrieben, um Virusinfektionen zu vermeiden. Abgesehen von gründlichem Händewaschen mit Wasser und Seife greifen auch immer mehr Menschen zu kommerziellen Desinfektionsmitteln für Hände und Oberflächen. Diese sind aber aufgrund der hohen Nachfrage in vielen Geschäften und Apotheken ausverkauft.

Die WHO hatte kürzlich öffentliche Richtlinien für Apotheken im Umgang mit dem Coronavirus herausgegeben. Darin befinden sich zwei Rezepte für Apotheken, um Desinfektionsmittel selbst herzustellen. Viele Leute wollen nun die Herstellung von Desinfektionsmitteln mit den veröffentlichten Rezepten zu Hause selbst umsetzen. Da die Rezepte in beiden Fällen hochprozentige Alkohole und Wasserstoffperoxid zur Konservierung beinhalten, welches stark ätzend und nicht so leicht zu handhaben ist, gestaltet sich dies oft nicht so einfach.

Wasserstoffperoxid wird in den WHO Rezepten nicht zur zusätzlichen Abtötung der Viren eingesetzt, sondern um das zugesetzte Glycerin zu konservieren. Man kann dies in folgendem Alternativrezept zur Desinfektion von Oberflächen und Händen jedoch gut umgehen.

Rezept ohne Wasserstoffperoxid

Für die Herstellung von 1 Liter Desinfektionsmittel benötigen Sie:

  • 805 ml Isopropylalkohol (=Isopropanol, kosmetischer Rohstoff 99,5 %, erhältlich im Reformhaus). Isopropanol zeigte sich in diesem Review-Artikel in einer Konzentration ab 75 % als stark wirksam gegen Coronaviren. In dem Rezept wird ein Gehalt von 80 % Isopropylalkohol erreicht.
  • 160 ml Wasser (wenn möglich gefiltert und nicht zu kalkhaltig)
  • 15 ml Glycerin (erhältlich in Reformhaus oder Apotheke, zum Schutz der Hände, da Desinfektionsmittel die Haut stark austrocknen; kann bei geplanter Anwendung zur Desinfektion auf Oberflächen weggelassen werden)
  • 12,5 ml ätherisches Teebaumöl (stark wirksam gegen Viren und mikrobiellen Befall)
  • 10 ml Vitamin E (erhältlich in Reformhaus oder Apotheke (1-5 %), verhindert, dass Glycerin ranzig wird und pflegt gleichzeitig die Haut)

Zusätzlich benötigt man:

  • Messbecher, um Volumina ablesen zu können
  • Kleiner Kochlöffel/Glasstab/Spatel zum Umrühren
  • Glasflasche (entweder mit Sprühaufsatz oder mit Verschluss)

Herstellung:

1.) Wasser aufkochen und auf Raumtemperatur (25 °C) abkühlen lassen. Vorsicht: Verwenden Sie kein warmes Wasser für die Herstellung! Isopropanol ist leicht entflammbar!

2.) Isopropanol in ein Gefäß füllen und Glycerin hinzugeben. Gut verrühren, bis man keine Schlieren mehr sieht.

3.) Teebaumöl hinzugeben

4.) Abgekühltes Wasser hinzugeben

5.) Vitamin E hinzugeben

6.) Alles gut verrühren.

7.) In gut verschließbares Gefäß abfüllen

8.) Nicht über Raumtemperatur lagern.

Desinfektionsmittel trocknen bei längerer oder zu häufiger Anwendung trotz Glycerinzugabe die Haut aus. Verwenden Sie deshalb nach dem Desinfizieren eine pflegende Creme, zum Beispiel Ringelblumensalbe oder fettreiche Handcremes.

Tipp: Falls kein Isopropanol erhältlich sein sollte, hat sich auch Essig traditionell als gutes Desinfektionsmittel gegen Bakterien und Viren bewährt. Haushaltsessig dazu 1:2 mit Wasser vermischen, also beispielsweise für 1,5 Liter Gesamtmenge 0,5 Liter Essig und 1 Liter Wasser (abgekocht und ausgekühlt). Anschließend 25 Tropfen Teebaumöl hinzu und alles gut verrühren.

Von offizieller Seite wird Essig zurzeit bei Coronaviren nicht empfohlen, da dessen Wirksamkeit auf diese spezifische Virusart noch nicht untersucht wurde, wie Andreas Widmer, Leiter der Spitalhygiene am Universitätsspital Basel miteilte.

Dieser Artikel erschien im Original in Vision Times

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