Eine Reise zwischen Parallelwelten: Cannabis hilft gegen Krebs (+VIDEO)

Epoch Times7. April 2016 Aktualisiert: 8. Juli 2016 4:50
Das Bundesverwaltungsgericht hat gestern erstmalig einem schwerkranken Mann den Cannabis-Anbau zu Hause erlaubt. Das lässt Cannabis als Krebstherapie wieder in den Fokus rücken. Wir schauen uns die Recherchen einer 3sat-Journalistin zu Cannabis einmal näher an.

Beim Thema Cannabis scheiden sich die Geister. Es scheint da Parallelwelten zu geben. Die einen meinen, am eigenen Leib erfahren zu haben, wie Cannabisöl ihren Krebs heilte. Andere bewegen sich ohne wissenschaftliche Belege keinen Schritt von der Stelle. Eines Tages werden sich die Parallelwelten wahrscheinlich aufeinander zubewegen und wir landen beim berühmten Satz von Immanuel Kant: “Sinnliche Erfahrung ist dunkel und täuschungsanfällig. Erst durch die Vernunft, die erkennt, was Wirklichkeit und Wahrheit ist, wird die sinnliche Erfahrung geordnet und erhellt.”

Um vorab alle Unklarheiten im Begriffsdschungel rund um Cannabis zu klären: Cannabis ist die lateinische Bezeichnung für die Hanfpflanze, deren getrocknete Blüten Marihuana oder Gras heißen, wenn die Pflanze weiblich ist. An den Drüsenhaaren der "weiblichen" Blüten sitzt das "Harz" der Pflanze, das viel THC, CBD und andere Cannabinoide enthält. Es wird Haschisch genannt. Haschisch kann auch aus den mit Harzen besetzten Blättern gewonnen werden. Aus den Cannabisblüten kann man außerdem Cannabisöl extrahieren.

Wir wollen an dieser Stelle nochmals darauf hinweisen, dass Anbau, Herstellung und Handel mit Cannabis in Deutschland strafbar sind. In den Niederlanden gibt es Marihuana in Coffeeshops. Auch in den USA boomt derzeit eine ganze Industrie.

Weil in letzter Zeit viele Krebsheilerfahrungen mit Cannabisöl im Netz auftauchten und gestern das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig einem Mann gestattete, daheim Hanf anzupflanzen, begeben wir uns gemeinsam mit einer 3sat-Journalistin auf die Fährte des umworbenen Wundermittels.

Die Krebsheilerfolge des Rick Simpson

Zu allererst hat sich die 3sat-Journalistin auf die Suche nach einem Mann begeben. Der heißt Rick Simpson und lebt nicht mehr in Kanada, sondern in Kroatien. Das hat seinen Grund. Er nahm jahrelang Cannabisöl und heilte sich damit von Krebs, Tinnitus und Arthrose.

Doch damit nicht genug. Als er sah, welch erstaunliche Heilreaktionen das Cannabisöl bei Krebs hervorrief, verschenkte er es zuhauf an andere Menschen. Deshalb stand er in Kanada mehrfach wegen illegalen Rauschgiftbesitzes vor Gericht.

Als er selbst an Hautkrebs litt, therapierte er sich mit Cannabisöl. Als er das Pflaster abnahm, war zu seiner Überraschung der Krebs verschwunden. “Ich erinnere mich, dass völlig verheilte Haut zum Vorschein kam”, sagt er. Daraufhin behandelte er mit Erfolg, so seine Worte, Menschen mit Krebs im Endstadium.

Besonders gut konnte Rick Simpson die Menschen behandeln, die “noch nicht von der Schulmedizin geschädigt waren.” Der Cannabis-Experte schätzt, dass es Hunderttausende, wenn nicht sogar Millionen sind, die Cannabis als Krebsmedikament nehmen.

Die Cannabinoide THC und CBD 

Es war für lange Zeit nur zu erahnen, dass es einige der 100 Inhaltsstoffe der Cannabispflanze sein müssen, die den Krebszellen den Garaus machen. Einige sind besser untersucht, etwa TetraHydroCannabiol (THC) und CannaBiDiol (CBD). Dabei wirkt THC eher berauschend, während man von CBD sagt, es sei antientzündlich, entkrampfend und angstlösend.

Ende 2014 gab es einen nicht unbeachtlichen Durchbruch von wissenschaftlicher Seite her. Pharmakologen der Universität Rostock, allen voran Burkhard Hinz, untersuchten die Wirkung von CBD auf Krebszellen. Sie machten den Krebs dingfest.

Rostocker Forscher zeigen: CBD lässt Tumorzellen platzen

Während Krebszellen normalerweise wie Chamäleons sind, die für vom Immunsystem ausgesandte Killerzellen unentdeckt bleiben wollen, schafften es die Forscher mit Hilfe eines Proteins namens ICAM-1, die Tarnwesten der Krebszellen zu kennzeichnen. Durch das angedockte ICAM-1 wurden die Krebszellen für die körpereigenen Killerzellen sichtbar und wurden dann förmlich “zum Platzen gebracht”, heißt es in Pressemitteilungen.

Es wurde bemerkt, dass CBD die Bildung von Tochtergeschwülsten hemmt. Zudem verminderten Cannabinoide über ICAM-1 und einen nachgeschalteten Signalweg die Fähigkeit von Zellen zur Bildung von Blutgefäßen, die das Tumorwachstum begünstigen, so “NDR.de”.

Die Rostocker Forscher durften Cannabis verwenden. Sie mussten den Gebrauch allerdings beantragen und Cannabis bestellen. In Deutschland gibt es aber auch Cannabispräparate, die man Patienten verschreiben kann. Doch nur 600 Patienten erhalten Cannabisöl auf Rezept.

Cannabis-Medikamente in Deutschland nur für Krebspatienten im Endstadium

In Deutschland gibt es Cannabis-Medikamente leider in den meisten Fällen erst dann, wenn die Patienten dem Tode geweiht sind und es vor Schmerzen kaum mehr aushalten können. Ein solcher Fall ist der elfjährige Luca Klippel, der seit seinem dritten Lebensjahr einen Hirntumor mit sich herumträgt. Ihm hat Mediziner Sven Gottschling vom Universitätsklinikum des Saarlandes Dronabinol verschrieben. Das ist im Wesentlichen das Cannabinoid THC.

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Lucas Mutter Jasmin freut sich darüber riesig und sagt über ihren Sohn: “Das ist das einzigste Medikament in den letzten 10 Jahren, wovon er nur profitiert und keine Nebenwirkungen bekommen hat.” Gottschling bestätigt dies: “Der Tumor zeigt seit den letzten drei Jahren keine Wachstumstendenz mehr.”

Einer, der beim Verschreiben von Cannabismedikamenten mutiger ist, heißt Dr. Franjo Grotenhermen und leitet die AG Cannabis als Medizin. Der in Nordrhein-Westfalen lebende Cannabis-Experte weiß: “Krebspatienten sind bereit, alles zu machen.” Viele sind zu ihm gekommen und ließen sich Präparate verschreiben. Er beoachtet ein weltweit wachsendes Interesse an Cannabis.

Internationale Therapieerfolge mit Cannabis

Der Madrider Mediziner Manuel Guzman hat eine Studie mit Cannabis an neun Krebspatienten im Endstadium durchgeführt. Zwar überlebte keiner, doch war nach der Cannabistherapie eine krebshemmende Wirkung zu sehen.

Aber wie er sagt “nur teilweise.” Dennoch können wir festhalten: Der Spanier zeigte mit seiner Studie, dass THC und andere Cannabinoide in normalen Dosen und Anwendungsformen für den Patienten ungefährlich sind.

In Israel kann man sich Cannabis in der Apotheke abholen, die von einer Sicherheitskraft bewacht wird. In Kliniken wird Cannabis leider nur therapiebegleitend eingesetzt. Hier steht Chemotherapie an erster Stelle der möglichen Behandlungen. Bei der Beurteilung von Cannabis wird man aber auch in Israel derzeit wieder vorsichtiger.

In Deutschland ist Cannabis in den Laboren und Reagenzgläsern steckengeblieben. Das neueste Cannabisurteil vom Bundesverwaltungsgericht Leipzig ist nur ein kleiner Schritt dahin, dass sich die Parallelwelten die Hände geben und Forscher bestätigen können, was Experimentierfreudige und Krebsgepeinigte schon lange am eigenen Leib erfahren haben: Cannabis hilft gegen Krebs. (kf)

Mehr Infos:

https://www.epochtimes.de/gesundheit/cannabis-und-tumorzellen-a1293422.html

http://www.cannabis-oel.de/herstellen/