Betten für Corona-Patienten in Berlin.Foto: Clemens Bilal-Pool/Getty Images

47 Todesfälle am Potsdamer Bergmann-Klinikum: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung

Epoch Times18. Juni 2020 Aktualisiert: 14. Oktober 2020 11:05
Im Potsdamer Klinikum "Ernst von Bergmann" sind im Frühjahr 47 Menschen an COVID-19 gestorben. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommen.

Der schwere Corona-Ausbruch im Potsdamer Klinikum „Ernst von Bergmann“ im März hat 47 Todesopfer gefordert. Die Staatsanwaltschaft hat nun Ermittlungen gegen drei leitende Ärzte und die damalige Geschäftsführung aufgenommen.

Den Behörden zufolge wird gegen fünf Beschuldigte ermittelt. Es bestehe der Verdacht der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung. In den Ermittlungsverfahren werde auch geprüft, ob sich die Mediziner auch wegen eines Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz strafbar gemacht haben.

Die beiden Geschäftsführer wurden im April beurlaubt. Wie dpa unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichtet, stünden die Geschäftsführer im Verdacht, schon im Vorfeld des Corona-Ausbruchs und auch danach entsprechende organisatorische Maßnahmen nicht oder nicht rechtzeitig ergriffen zu haben. Sie hätten außerdem verabsäumt, Experten in die Einsatzleitung des städtischen Krankenhauses mit einzubeziehen.

Den drei beschuldigten Ärzten werde vorgeworfen, COVID-19-Erkrankungen oder Verdachtsfälle nicht oder verspätet an das Gesundheitsamt gemeldet zu haben. Dies habe laut Staatsanwaltschaft dazu geführt, dass die Behörde keine Rückschlüsse auf die epidemiologische Lage in der Klinik ziehen konnte – wodurch auch die entsprechenden Maßnahmen nicht angeordnet werden konnten, die das Leben der Patienten hätte schützen können.

Klinik räumt Fehler ein

Im März ist es im größten Potsdamer Krankenhaus zu einer rasch steigenden Zahl Corona-Infizierten gekommen –  sowohl bei Patienten, als auch beim Personal. 47 Patienten sind in dieser Zeit gestorben. Daraufhin wurde die Klinik Anfang April für die Neuaufnahme von Patienten gesperrt, mit Ausnahme von Notfällen.

Das Krankenhaus räumte im Mai Fehler ein. Die Infektionen von Patienten und Mitarbeitern hätten in ihrem möglichen Zusammenhang betrachtet werden müssen. Inzwischen beschäftigt sich eine Untersuchungskommission mit dem Ausbruchsgeschehen.

In einer Mitteilung erklärte die Klinikleitung: Die Staatsanwaltschaft werde bei der Aufklärung des Sachverhalts umfassend unterstützt. Die Entscheidung über die Aufnahme eines Ermittlungsverfahrens sei jedoch keine Vorentscheidung über die Frage einer Anklageerhebung, hieß es in der Mitteilung. Insofern seien die Arbeitsverhältnisse von der Aufnahme eines Ermittlungsverfahrens nicht unmittelbar betroffen.

Deutsche Stiftung Patientenschutz stellt Strafanzeige

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hatte Mitte April Strafanzeige gegen das Klinikum gestellt. Für die Patienten sei die Aufnahme der Ermittlungen „richtig und wichtig“, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch laut dpa Anfang der Woche. Damit könnten Schadenersatzforderungen leichter durchgesetzt werden.

Es sei zu vermuten, dass sich Patienten im Klinikum infiziert hätten und einige auch an COVID-19 gestorben seien. Daher müsse strafrechtlich geklärt werden, „ob die Dimension des Ausbruchs oder der Tod von Patienten hätte verhindert werden können“, so Brysch.

Anfang Mai kündigte die neue Geschäftsführung an, dass das Schwerpunktkrankenhaus nach umfangreichen Umbauten und strukturellen Veränderungen bis Juli wieder in den Regelbetrieb zurückgeführt werde. (so)

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