Nützliche Idioten: Warum muslimische Staaten in großem Stil US-Universitäten finanzieren

Von 21. Oktober 2019 Aktualisiert: 22. Oktober 2019 9:27
In Staaten mit radikal-islamischen Regierungen landen Kommunisten und andere Linke regelmäßig im Gefängnis oder im Grab. In westlichen Staaten jedoch finanzieren die gleichen Staaten linksdominierte Universitäten mit hunderten Millionen US-Dollar.

Wo der radikale Islam stark genug ist, um selbst die Machtfrage zu stellen, bleibt für die extreme Linke kein Raum mehr – das zeigt die Geschichte der vergangenen 40 Jahre. Im Iran kämpften die Mullahs und die Kommunisten gemeinsam gegen die prowestliche Schah-Regierung, ehe Khomeini sich durchsetzte, Tudeh und andere linke Gruppierungen verbot und ihre Anhänger exekutieren ließ.

In Afghanistan ermordeten die Taliban nach ihrer Machtergreifung den langjährigen postsowjetischen kommunistischen Potentaten Mohammed Nadschibullāh, in den Palästinensergebieten ging die islamistische Hamas nach der Übergabe des Gazastreifens 2005 gegen die regierende nationalistisch-sozialistische Fatah vor und im Norden Syriens bekämpft die Türkei zurzeit mithilfe islamistischer Milizen die PKK.

In westlichen Staaten hingegen scheinen Regierungen und Gruppen, die den weltweiten Einfluss des politischen Islam maximieren wollen, die radikale Linke als wichtigen Bündnispartner oder zumindest nützliches Instrument zur Förderung der eigenen Anliegen zu betrachten. Dabei setzt man – neben politischen Assets wie die demokratischen US-Kongressabgeordneten Rashida Tlaib und Ilhan Omar – schwerpunktmäßig auf die Jugend und angehende oder fertige Akademiker.

Kreml bei der Einflussnahme nur auf Platz 5

Versuche ausländischer Regierungen, auf die politische Willensbildung in den USA Einfluss zu erlangen, sind im Zusammenhang mit den eher unbeholfenen Versuchen des Kreml in der Öffentlichkeit zum Thema geworden, in sozialen Medien durch skurrile Anzeigenkampagnen Verwirrung zu stiften oder durch englisch- oder spanischsprachige Ausgaben des staatlichen Auslandssenders RT eine Gegenöffentlichkeit zu schaffen.

Was demgegenüber kaum zur Sprache kommt, ist, dass die Einflussversuche der Russischen Föderation in Aufwand und Wirkung deutlich hinter jenen zurückbleiben, die Staaten wie China (beispielsweise über akademische Austauschprogramme und „Konfuzius-Institute“) oder aber auch Länder wie der Iran, Katar oder Saudi-Arabien entfalten.

Das US-Bildungsministerium untersucht derzeit, inwieweit sich hinter Spenden und anderen Zuwendungen an US-amerikanische Universitäten, die aus autoritären und totalitären Staaten herrühren, der Zweck politischer Einflussnahme verbarg.

Bereits 2017 hatten US-Medien wie das „Wall Street Journal“ berichtet, dass die Qatar Foundation (QFI) seit Beginn der 2010er Jahre insgesamt mehreren Dutzend öffentlichen Schulen in den USA, schwerpunktmäßig in den Bundesstaaten New York und Oregon, 30,6 Millionen US-Dollar zur Verfügung gestellt hatte. Ziel der Bemühungen sei es nach eigenen Angaben, die Bedeutung der arabischen Sprache und Kultur in den US-amerikanischen Lehrplänen zu steigern und Schüler fit für die Globalisierung zu machen.

Katar wendet doppelt so viel auf wie China

Noch deutlich mehr, nämlich insgesamt 1,5 Milliarden US-Dollar, soll der Golfstaat, der im Verdacht steht, die Muslimbruderschaft und andere extremistische und terroristische Islamisten-Vereinigungen in aller Welt zu unterstützen, dem Clarion Project zufolge seit 2012 in Universitäten und Colleges in den USA investiert haben. Die QFI soll allein im Vorjahr der Georgetown-Universität 33 Millionen US-Dollar offiziell für bildungsbezogene Zwecke zur Verfügung gestellt haben – und das sind nur die Mittel, die tatsächlich in den Büchern auftauchten. Daneben gibt es, wie Clarion herausgefunden hat, auch eine Vielzahl an „inoffiziellen“ Wegen zum Transfer von Zuwendungen.

Clarion hatte schon im Vorfeld zu seiner aktuellen Studie herausgefunden, wie das iranische Regime seit dem Jahr 2000 bis zu 30 Universitäten in Kanada und den USA mit Spenden ausgestattet hatte, deren Höhe sich zwischen 350 und 351.600 US-Dollar bewegte. Außerdem ging das Projekt Geldflüssen nach, die von der Muslimbruderschaft oder von Saudi-Arabien an US-amerikanische akademische Einrichtungen geflossen waren.

Nun hat Clarion eine umfassende Studie herausgebracht, in der ausländische Einflussoperationen auf US-Universitäten seit 2012 aufgelistet werden – und konkrete Summen genannt. An der Spitze steht dabei Katar, das 28 Einrichtungen mit insgesamt knapp 1,5 Milliarden US-Dollar gefördert hat, vor China (mehr als 680 Millionen US-Dollar für 87 Universitäten), Saudi-Arabien (knapp 650 Millionen für 63 Universitäten) und den Vereinigten Arabischen Emiraten (230 Millionen US-Dollar für 32 Akademien). Russland landet mit knapp 100 Millionen für 13 Universitäten erst auf Platz 5.

Saudis haben ihre Schwerpunkte verändert

Dreistellige Millionenbeträge zwischen 275 und 376 Millionen US-Dollar aus Katar gingen unter anderem an die Carnegie Mellon University, an Georgetown, an die Northwestern University und an die Texas A&M. Saudi-Arabien spendete 83 Millionen US-Dollar an das MIT, 75 Millionen an die George Washington University, 59 Millionen an die George Mason University und 31 Millionen an Harvard – wohin auch die selbst zu großen Teilen von ausländischen Zuwendungen abhängige Palästinensische Autonomiebehörde mehr als eine Million US-Dollar transferierte.

Neben den bereits erwähnten arabischen und/oder islamisch orientierten Ländern rangieren auch Kuwait, der Irak, die Türkei, Pakistan, Syrien und der Libanon unter jenen Staaten, die mindestens eine sechsstellige Gesamtsumme in das US-Hochschulwesen transferiert hatten.

Die Ziele und Anliegen hinter den Zuwendungen sind zum Teil sehr unterschiedlich. Saudi-Arabien hatte Investitionen im Ausland lange Zeit als Instrument betrachtet, um die wahhabitische Lesart des Islam in aller Welt zu fördern, wie es auch dem eigenen Selbstverständnis entspricht. Seit daraus nicht selten salafistische oder gewalttätige islamistische Zellen in westlichen Staaten entstanden waren, versucht man sich in Schadensbegrenzung. Nun geht es schwerpunktmäßig eher um Projekte zum Spracherwerb oder die Finanzierung von Arbeiten und Studien, die den Islam im Westen in einem besseren Licht erscheinen lassen sollen.

Auch Katar verfolgt eine mehrgleisige Strategie. Eigene Medienkanäle wie Al-Jazeera oder der von der Muslimbruderschaft betriebene Sender „Middle East Monitor“ legen ihre Schwerpunkte auf die Dämonisierung Israels und großteils als „Fake-News“ einzuordnende Berichte über angebliche oder tatsächliche Gräueltaten an Anhängern der Muslimbruderschaft durch Saudi-Arabien, Ägypten oder das Assad-Regime.

Der Harem als emanzipatorische Einrichtung

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An US-Universitäten finden auch regelmäßig Konferenzen mit starkem anti-israelischem Bias statt, die auf eine Federführung durch die Muslimbruderschaft oder ähnliche radikal-islamische Akteure schließen ließen. Allerdings stehen nicht in jedem Fall tatsächlich diese Akteure dahinter.

Die reichen islamischen Sponsoren, teilweise auch staatliche Akteure, meiden eher die offene Agitation und setzen auf subtilere Strategien. So sehen sie in westlichen akademischen Institutionen ein Forum, um ein positives Bild des Islam zu popularisieren, Islamkritiker – auch und gerade solche aus den Einwanderercommunitys selbst – zu diskreditieren und eigene Narrative zu Geschichte und Gegenwart zu verankern.

Historische Seminare, in denen beispielsweise die islamische Herrschaftsperiode über Spanien als Zeit der Offenheit, Toleranz und multireligiösen Harmonie dargestellt wird, sind ebenso in diesem Kontext zu sehen wie akademische Arbeiten, die den Harem als fortschrittliche Einrichtung zum Wohle der Emanzipation und sexuellen Selbsterstärkung der Frau schildern.

Historiker Dario Fernandez-Morera sieht hinter dem Zustandekommen solcher Arbeiten ähnliche Mechanismen wie Klimaskeptiker sie hinter dem „97-Prozent-Konsens“ über die „menschengemachte Erderwärmung“ vermuten: Bestimmte Narrative zu schaffen, aufrechtzuerhalten oder zuzuspitzen bringt viel Geld und die Aussicht auf ein dauerhaft sicheres Auskommen. Was aber an den Universitäten kultiviert werde, sickere in weiterer Folge in andere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens durch: etwa in Schule, Medien, Kirchen und andere Institutionen.

Kulturmarxisten als Stichwortgeber

Neben dem eigenen alternativen Narrativ kommen aber auch die Kultur des Selbsthasses („White Guilt“) und die Kultivierung radikaler Ideologien, meist aus dem Fundus kulturmarxistischer Gedankenwelten, wie sie an westlichen Universitäten dominieren, den Machtstrategien des politischen Islam zugute.

Wie die Muslimbrüder oder andere islamische Extremisten sind auch orthodoxe und kulturelle Marxisten, wie man sie unter westlichen Intellektuellen findet, von einem abgrundtiefen Hass auf die westliche Zivilisation, die „kapitalistische“ Ordnung, die kulturellen Traditionen der westlichen Nationen, den Staat Israel und das freiheitliche politische System erfüllt. Nicht von ungefähr wird der Chefideologe der Muslimbruderschaft, Sayyid Qutb, als der „Karl Marx des islamischen Dschihad“ bezeichnet.

Vom Kommunismus abgeschrieben hat der radikale Islamismus den verkürzenden Narrativ, wonach der Erfolg des einen in der Welt nur das Resultat der „Ausbeutung“ eines anderen sein könne, die Welt sich demnach in „Ausbeuter“ und „Ausgebeutete“ einteilen lasse und Letztgenannte dazu legitimiert seien, die auf „Ausbeutung“ beruhenden gegebenen Strukturen notfalls gewaltsam zu „dekonstruieren“.

Der an US-amerikanischen Universitäten vor allem in geisteswissenschaftlichen Fächern oder Bereichen wie der Ethnologie vorherrschende Konsens, wonach die westlichen Länder, allen voran die USA, eine „imperialistische“ und „rassistische“ Ordnung geschaffen hätten, deren Opfer die islamische Welt wäre, deckt sich 1:1 mit dem Narrativ, den auch die Muslimbrüder oder das iranische Regime kultivieren.

Den radikalen Islam und westliche Linksextremisten eint das gemeinsame Ziel, den Westen, allen voran die USA, von innen heraus zu schwächen, in seinen Gesellschaften Spaltung und Hass zu schüren, seinen Wohlstand zu untergraben – was auch das Interesse durch Erdöl reich gewordener arabischer Staaten erklärt, im Westen den „Klimaschutz“ zu forcieren – und Selbsthass zu mobilisieren.

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.