Ungereimtheiten um die Landtagswahl: Was war los in Sachsen-Anhalt?

Von 9. Juni 2021 Aktualisiert: 10. Juni 2021 8:36

Die Wahl in Sachsen-Anhalt gibt durchaus Rätsel auf, die abseits der allgemeinen politischen Kommentare zum Wahlausgang wenig Aufmerksamkeit haben. Ein Wählervotum „gegen Rechts“, wie es Reiner Haseloff darstellen möchte, sieht wohl anders aus.

Deshalb hier noch ein paar Punkte, in Bezug auf die Wahl, die aus der Sicht eines durchschnittlichen Menschenverstandes nicht plausibel wirken.

Wahlbeteiligung:

Die Wahllokale wurden um 18:00 Uhr wie üblich geschlossen. Gegen 16:00 Uhr lag die Wahlbeteiligung nach übereinstimmenden Medienberichten noch bei vierzig Prozent. Gegen 18:00 Uhr sollen es schon über sechzig Prozent gewesen sein, etwas weniger als die Wahlbeteiligung 2016. Zwanzig Prozent der Wahlberechtigten sind 360.000 Menschen. Die haben in den letzten zwei Stunden vor Schließung der Wahllokale noch schnell gewählt. Schwer vorstellbar – angesichts der komplizierten Zugänge zu den Wahllokalen während der Pandemie. Es hätte zwischen 16:00 und 18:00 Uhr Menschenschlangen vor den Wahllokalen geben müssen, von denen aber nicht berichtet wurde.

Lag es vielleicht an den Briefwählern? Wann wurden diese registriert und wann wurden sie ausgezählt? Es bleiben Merkwürdigkeiten, die man sich schlecht erklären kann. Fakt ist, dass die Briefwähler 29,1 Prozent der Wahlbeteiligung ausmachten, die Landeswahlleiterin aber die Wahlbeteiligung von 60,3 Prozent für 18:00 Uhr angab. Der Sprung in der Wahlbeteiligung zwischen 16:00 und 18:00 Uhr ist vielleicht durch die Briefwähler bedingt, vielleicht auch nicht. Hier fehlen eindeutige Informationen.

Die Wahlbeteiligung ist immerhin ein kritischer Wert, zur Beurteilung einer Wahl (wo kamen die Stimmen, in welcher Menge und zu welchem Zeitpunkt her), es geht bei diesen Verlaufswerten auch immer darum, auszuschließen, dass zu einem gewissen Zeitpunkt „falsche Wahlzettel“ eingeschleust wurden oder Wähler von einer Partei (meist der regierenden Partei) in Bussen massenhaft an die Wahlurnen gebracht werden, um das Ergebnis zu drehen, wie wir es aus autoritären Staaten kennen.

Nichtwähler:

INSA berichtet heute, dass etwa 65.000 Nichtwähler die Union gewählt hätten. Wenn man die aktuellen Nichtwähler abziehe, die 2016 noch für die Union gestimmt hätten, dieses Mal aber gar nicht mehr zur Wahl gegangen sind, blieben immerhin 37.000 Nichtwähler, die am Sonntag die Union wählten. Wo kommen die her? Die Wahlbeteiligung ist niedriger als 2016. Die Zahl der Nichtwähler hat sich tatsächlich um 41.000 Menschen reduziert. Diese 41.000 Wähler, die vorher Nichtwähler waren, hätten dann zu 90,24 Prozent die Union gewählt. Fantastisch! Aber auch glaubwürdig? Woher kommen diese ehemaligen Nichtwähler, die der Union ein Ergebnis beschert haben, das in absoluten Zahlen 65.000 Stimmen mehr als 2016 bedeutet. Erstaunlich – genau diese Nichtwähler haben das bewirkt, und die anderen Wähler?

Wählerwanderung:

Die Union konnte 2021 etwa zwei Drittel ihrer Wähler halten, verlor also ein Drittel an die anderen Parteien und an die Nichtwähler. Was irritiert daran? Von AfD, SPD und Linke kamen etwa 45.000 Wähler dazu. Zusammen mit den neu gewonnen Nichtwählern von 65.000 sind das 110.000 Stimmen, die die Union dazu bekommen hat, während sie ein Drittel ihrer Wähler von 2016, also 113.000 Wähler, verloren hat. Damit würde die Union auf absolut 339.000 Stimmen kommen und nicht, wie im offiziellen Wahlergebnis angegeben auf 399.000 Stimmen. Die Wählerwanderung erklärt also nicht den Stimmenzuwachs der Union. Nach dieser Rechnung hätte die Union etwas schlechter abgeschnitten als 2016.

Nun mag sich das alles ja durch Experten logisch aufklären lassen, aber die Frage nach der Plausibilität dieses immensen Zugewinns der Union, nachdem wenige Tage vorher noch ein Patt zwischen AfD und CDU in den Umfragen bestanden hatte, müsste – angesichts dieses Erdrutsches – schon einmal erklärt werden.

Interpretation des Wahlergebnisses:

Nicht nur das Wahlergebnis selbst gibt Rätsel auf, sondern auch seine Interpretation, die derzeit durch die Medien geht.

Von prominentester Stelle, also von Haseloff, kam die Botschaft, dass die Sachsen-Anhalter eine Botschaft „gegen Rechts“ gewählt haben. Diese Behauptung ist an Absurdität nicht zu überbieten, denn fast alle linke Parteien haben bei dieser Wahl einen Absturz gehabt und kommen zusammen auf nicht mehr als 25 Prozent. Die linke Spitzenkandidatin von Angern räumt selbst ein, dass diese Wahl ein Desaster für alle linken Parteien war und über sechzig Prozent der Wähler rechts gewählt haben.

Kann man ein Wahlergebnis derart ungestraft umbiegen, wie es derzeit die Union versucht?

Die Medien jedenfalls lassen die Behauptung, dass in Sachsen-Anhalt der „Kampf gegen Rechts“ gewonnen wurde, einfach so stehen und ignorieren die Tatsache, dass die AfD gegenüber 2016 zwar 18 Prozent ihrer Wähler verloren hat, die SPD aber 26 Prozent und die Linke 34 Prozent ihrer Wähler einbüßen mussten. Nur die Grünen und die FDP hatten relative Wählerzuwächse um 11 Prozent für die Grünen, respektive 23 Prozent für die FDP gegenüber 2016.

Eine Wahl „gegen Rechts“ sieht wohl anders aus.

Zusammenfassend lässt sich nicht ausschließen, dass es sich hier um eine manipulierte Wahl handelte, sowohl was die merkwürdigen Stimmenzuwächse der Union angeht, als auch, was die Interpretation derselben betrifft.

Man muss hier wohl misstrauisch werden!

Gastautor Sönke Paulsen ist freier Blogger und Publizist. Er schreibt auch in seiner eigenen Zeitschrift „Heralt“

 

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.


Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Unsere Buchempfehlung

Alle Völker der Welt kennen den Teufel aus ihren Geschichten und Legenden, Traditionen und Religionen. Auch in der modernen Zeit führt er – verborgen oder offen – auf jedem erdenklichen Gebiet seinen Kampf gegen die Menschheit: Religion, Familie, Politik, Wirtschaft, Finanzen, Militär, Bildung, Kunst, Kultur, Medien, Unterhaltung, soziale Angelegenheiten und internationale Beziehungen.

Er verdirbt die Jugend und formt sich eine neue, noch leichter beeinflussbare Generation. Er fördert Massenbewegungen, Aufstände und Revolutionen, destabilisiert Länder und führt sie in Krisen. Er heftet sich - einer zehrenden Krankheit gleich - an die staatlichen Organe und die Gesellschaft und verschwendet ihre Ressourcen für seine Zwecke.

In ihrer Verzweiflung greifen die Menschen dann zum erstbesten „Retter“, der im Mantel bestimmter Ideologien erscheint, wie Kommunismus und Sozialismus, Liberalismus und Feminismus, bis hin zur Globalisierungsbewegung. Grenzenloses Glück und Freiheit für alle werden versprochen. Der Köder ist allzu verlockend. Doch der Weg führt in die Dunkelheit und die Falle ist bereits aufgestellt. Hier mehr zum Buch.

Jetzt bestellen - Das dreibändige Buch ist sofort erhältlich zum Sonderpreis von 50,50 Euro im Epoch Times Online Shop

Das dreibändige Buch „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ untersucht auf insgesamt 1008 Seiten historische Trends und die Entwicklung von Jahrhunderten aus einer neuen Perspektive. Es analysiert, wie der Teufel unsere Welt in verschiedenen Masken und mit raffinierten Mitteln besetzt und manipuliert hat.

Gebundenes Buch: Alle 3 Bände für 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands); Hörbuch und E-Book: 43,- Euro.

Weitere Bestellmöglichkeiten: Bei Amazon oder direkt beim Verlag der Epoch Times – Tel.: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]

Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion