Messerangriff auf Epoch Times Reporter in Hongkong während des Protest-Jahrestages

Epoch Times14. Juni 2020 Aktualisiert: 22. Juni 2020 21:42
Während einer Live-Berichterstattung zu den Hongkonger Protesten wurde ein Reporter der Epoch Times auf den Straßen Hongkongs mit einem Messer angegriffen. Man versuchte, ihm die Ausrüstung zu entwenden.

Während der Proteste im Rahmen des Jahrestages des Beginns der Hongkonger Demokratie-Proteste berichtete die ET-Hongkong per Live-Stream aus den Straßen. Dabei wurde unser Reporter von einem Mann mit einem Messer angegriffen. Ein 21-jähriger Hongkonger kam ihm zu Hilfe – und wurde an der Hand verletzt.

Der 21-Jährige fordert seine Mitbürger auf, die Freiheiten der Stadt zu schützen. Nach Angaben eines Freundes, der das Opfer im Krankenhaus begleitete, durchtrennte das Messer zwei Nerven in seiner Hand. Er sollte am Samstagmorgen operiert werden, sagte der Bezirksrat von Kwun Tong, Kinda Li.

Ungeachtet der schweren Verletzung drückte er seine Hoffnung aus, dass die Hongkonger „ihren Erwartungen gerecht werden“ und bereit sein würden, ihre Werte zu verteidigen.

„Viele Menschen könnten die Mentalität haben, dass ‚wenn ich diesmal nicht rausgehe, kann ich es nächstes Mal tun‘, oder dass ’selbst, wenn ich nicht rausgehe, machen das ja viele andere‘. Deshalb entscheiden sie sich dafür, nicht aufzustehen“, sagte der Hongkonger gegenüber The Epoch Times und gab damit seine Botschaft weiter. „Aber diese Denkweise ist ansteckend.“

Hongkonger sollten zusammenstehen

Der 21-Jährige sagte, er glaube, dass pekingfreundliche Personen wie der Angreifer nicht so „außer Kontrolle“ wären, wenn die zwei Millionen Hongkonger, die im vergangenen Juni auf die Straße gingen, um größere Freiheiten zu fordern, zusammenkommen könnten, um zu verhindern, dass sich ähnliche Einschüchterungsaktionen wiederholen.

Hongkonger Medien berichteten, dass der Angreifer vor der Messerattacke in der Nähe des Fotografen der Epoch Times pekingfreundliche Parolen rief – vor einem mit pro-demokratischen Parolen und Bildern geschmückten Straßenstand.

„Ehrlich gesagt habe ich keine Angst davor, auf der Straße erstochen zu werden, ich fürchte nur, dass die Herzen der Menschen kalt und apathisch werden, gleichgültig gegenüber allem um sie herum“, sagte der 21-Jährige laut seinem Freund.

Die Hongkonger Ausgabe der The Epoch Times drückte in einer Erklärung Wertschätzung und Respekt gegenüber dem überraschendem Helfer aus und fügte hinzu, man hoffe, dass er sich schnell erholen könne.

Angreifer war ein 27-Jähriger

Der Angreifer befindet sich in Polizeigewahrsam. Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei dem Mann um einen 27-jährigen Mann. Bei der Leibesvisitation fand die Polizei einen Messerkasten und zweieinhalb Tabletten. Ein etwa 7,5 Zentimeter langes Obstmesser wurde am Tatort auf dem Boden gefunden.

Der Mann wurde wegen Körperverletzung sowie wegen des Besitzes von Gift angeklagt.

Die Hongkonger Journalistenvereinigung verurteilte den gewaltsamen Angriff auf den Reporter „aufs Schärfste“ und forderte eine gründliche Untersuchung der Motivation der Person.

Der Hintergrund

Unser Epoch Times Reporter war am 12. Juni gegen 21 Uhr Ortszeit im Gebiet von Kwun Tong unterwegs. Dort filmte er gerade an einem Fußgängerüberweg nahe einem Straßenstand von Hongkonger Demokratie-Demonstranten. Sie hielten Schilder und Fotos hoch. Es waren Polizeikräfte in der Nähe.

Der Reporter sah eine Gruppe, die mit einem Mann in einem weißen Hemd in einen heftigen Streit geriet. Der Mann fiel während einer dann einsetzenden körperlichen Auseinandersetzung zu Boden. Als er aufstand, zog er ein Messer und begann, es auf die Menschen um ihn herum zu richten. Der Reporter filmte die Szene. Als der Mann sah, dass der Reporter ihn filmte, griff er ihn mit dem Messer an und versuchte seinen Fotoapparat und andere Ausrüstungsteile zu entwenden.

Helfer wollte den Angriff auf den Reporter stoppen

Während des nachfolgenden Gerangels griff ein Unbeteiligter mit bloßen Händen nach dem Messer, um den Angriff auf den Reporter zu stoppen, und verletzte sich dabei an der Hand. Aufnahmen vom Tatort zeigen Blutflecken und Verbandsmaterial, das auf den Boden verstreut lag.

Die dann eintreffenden Polizeikräfte überwältigten den Angreifer und verhaftete ihn wegen „Körperverletzung“, wie es in einer Polizeierklärung hieß. Der verletzte Mann wurde am Tatort von Ersthelfern versorgt, bevor er ins Krankenhaus gebracht wurde.

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Der Epoch Times Reporter, der bis auf ein paar kleine Verletzungen an seiner rechten Hand weitgehend unverletzt davonkam, war sowohl dankbar als auch besorgt über den Zustand des Helfers, der den Angriff auf ihn abwehrte.

„Er benutzte seine Hand, um das Messer zu stoppen“, sagte er in einem Telefoninterview. „Ich war ziemlich nervös. Ich wusste nicht, wie schwer er verletzt war.“

Als der Helfer erfuhr, dass der Reporter für die Epoch Times arbeitet, sagte er: „Ich bereue nicht, dass ich Ihnen geholfen habe.“

Unser Reporter hätte während des Angriffs sein Telefon fallen gelassen. Sein Fotografenpass sei abgerissen und die Kameratasche beschädigt worden, berichtet er. Der Angreifer wurde von der Polizei festgenommen. Der Epoch Times Reporter suchte anschließend eine Polizeiwache auf, um eine Aussage zum Vorfall zu machen.

Epoch Times fordert Polizei auf, Hintergrund des Angreifers zu untersuchen

Die Hongkonger Ausgabe der Epoch Times verurteilte in einer Erklärung die Gewalt gegen einen ihrer Reporter und forderte die örtlichen Behörden auf, den Vorfall und den Hintergrund des Angreifers zu untersuchen.

Das Hongkonger Epoch Times Büro hat in den letzten Jahren mehrere Angriffe erlebt. Im November setzten vier maskierte Einbrecher die Epoch Times Druckerei in Brand und beschädigten Maschinen und Druckpapier in der Fabrik.

Kürzlich bemerkte die Fabrik auch eine verdächtige Person, die auf dem Gelände herumlungerte und filmte, erklärt das Büro der Hongkonger Epoch Times. Mitarbeiter und Sicherheitsbeamte hätten sich daraufhin das Kennzeichen vom Auto der Person notiert.

Das ortsansässige Epoch Times Büro bedankte sich bei den Hongkonger Bürgern, die ihrem Mitarbeiter am Tatort unterstützten. Auch erklärte man gegenüber der Öffentlichkeit, dass man weiterhin über alle wichtigen Ereignisse in Hongkong aktuell und ausführlich berichten werde.

„Die Wahrheit hochhalten, wir werden niemals aufgeben“, schrieb das Epoch Times Büro in Hongkong in einer Stellungnahme zu dem Vorfall, der sich an ihre Leser richtete.

Auslieferungsgesetz sah Auslieferungen an das chinesische Festland vor

Ausgangspunkt für die Proteste im Juni 2019 war ein geplantes Auslieferungsgesetz der pro-chinesischen Führung in Hongkong. Es sah vor, dass Auslieferungen künftig an das chinesische Festland möglich sind. Es hätte auch Ausländer betroffen, die sich in Hongkong aufhielten.

Das Justizsystem in China wird von der KP Chinas gesteuert, die sich über jegliches Recht und Gesetz stellt und dabei auch nicht an die eigene Verfassung hält. Das Justizsystem entspricht daher keinem internationalen Standard.

Chinas Regime nutzt das Justizsystem, um die eigene Bevölkerung zu unterdrücken. Besonders Menschenrechtsaktivisten, Glaubensgemeinschaften, Rechtsanwälte oder ethnische und religiöse Minderheiten sind oft Angriffen ausgesetzt. Die Hongkonger sorgten sich darum, dass das Gesetz die Teilautonomie der Stadt als asiatische Wirtschafts- und Finanzmetropole und als chinesischen Landesteil mit Bürgerrechten und einer unabhängigen Justiz untergräbt.

Fünf Forderungen an die Hongkonger Regierung

In Hongkong gingen damals quer durch alle Gesellschaftsschichten über eine Million Hongkonger gegen das Auslieferungsgesetz nach China auf die Straße. Schließlich zog die pekingtreue Regierung den Gesetzesantrag zurück.

Die Hongkonger Bevölkerung geht nun auch weiterhin auf die Straße, weil die Rücknahme des Auslieferungsgesetzes nur eine von fünf Forderungen war. Sie fordern darüber hinaus den Rücktritt der pekingtreuen Regierungschefin Carrie Lam samt dem Regierungskabinett und freie Wahlen.

Auch soll es eine unabhängige Untersuchung der damals stattgefundenen Polizeigewalt gegen Demonstranten und eine Freilassung aller im Rahmen der Proteste festgenommenen Hongkonger geben. Zudem fordern sie von der Regierung, dass sie aufhört die Proteste als „Krawalle“ zu bezeichnen.

Die Hongkonger wollen die Proteste nicht eher einstellen bis alle Forderungen erfüllt sind.

Originalartikel: „Epoch Times Staffer Attacked by Knife-Wielding Man in Hong Kong“ (deutsche Bearbeitung: er)

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