Trump: Hamas-Geiselnahme von US-Bürgern ist eine „dunkle Zeit für Amerika“

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump ist der Ansicht, dass die Terrororganisation Hamas „keinen Respekt“ vor Amerika hat. Der Grund: Bei einer Befreiung von einigen Geiseln waren keine US-Bürger dabei. Wie reagiert der amtierende US-Präsident darauf?
Donald Trump
Der ehemalige US-Präsident Donald Trump spricht am 18. November 2023 in der Fort Dodge Senior High School in Fort Dodge, Iowa, zu einer Gruppe von UnterstützernFoto: Jim Vondruska/Getty Images
Von 28. November 2023

Die Terrororganisation Hamas hatte am ersten Tag der Feuerpause 17 Geiseln freigelassen. Da sich darunter kein einziger US-Bürger befand, habe die Hamas „keinen Respekt“ vor Amerika unter Präsident Joe Biden, schlussfolgerte der ehemalige US-Präsident Donald Trump. Allerdings ließ die Hamas zwei Tage später ein vierjähriges amerikanisches Mädchen frei.

Die Hamas hatte am 20. Oktober zwei US-Bürger freigelassen. Nach Angaben des US-Geheimdienstes befinden sich unter den Geiseln der Terrororganisation noch rund zehn Amerikaner. Bei ihrem Überfall auf israelische Siedlungen am 7. Oktober, bei dem sie mehr als 1.000 Menschen brutal getötet hatten, nahm die Hamas auch etliche Menschen als Geiseln.

„Ist jemandem aufgefallen, dass die Hamas Menschen aus anderen Ländern zurückgebracht hat, aber bisher keine einzige amerikanische Geisel? Dafür gibt es nur einen Grund: Sie haben keinen Respekt vor unserem Land oder unserer politischen Führung. Dies ist eine sehr traurige und dunkle Zeit für Amerika.“ Das schrieb Präsident Trump am Samstag in einem Beitrag auf Truth Social, der auch auf X erschien.

Biden im Urlaub

Unterdessen sagte Präsident Joe Biden am Freitag während seines Urlaubs in Nantucket, Massachusetts, er erwarte, dass die amerikanischen Geiseln freigelassen würden.

„Wir wissen nicht, wann das geschehen wird, aber wir gehen davon aus, dass es geschehen wird“, teilte Biden hoffnungsvoll mit. „Wir kennen die Liste aller Geiseln nicht und wissen auch nicht, wann sie freigelassen werden, aber wir kennen die Zahl der Geiseln, die freigelassen werden. Und ich hoffe und erwarte, dass es bald geschieht“, fügte er hinzu.

Der Druck auf den Präsidenten wegen der von der Hamas gefangen gehaltenen US-Bürger wächst. „Die Hamas weigert sich, die amerikanischen Bürger, die sie als Geiseln genommen hat, freizulassen“, sagte die republikanische Abgeordnete Lauren Boebert in einem Beitrag auf X.

Das Verhalten von Biden kritisiert sie scharf: „Was tut der Präsident der Vereinigten Staaten in dieser Sache? Er genießt weiterhin seinen Urlaub in einer 40-Millionen-Dollar-Villa.“

Vierjähriges Mädchen frei

Ein Tag nach Trumps Beschwerden war unter den freigelassenen Geiseln aus dem Gazastreifen auch ein vierjähriges Mädchen, das neben der israelischen auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt. „Sie ist frei und sie ist jetzt in Israel“, sagte der Präsident am Sonntag bei einer Rede im Massachusetts. Er fügte aber hinzu: „Sie hat ein schreckliches Trauma erlitten.“

Die kleine Abigail war am 7. Oktober zusammen mit etwa 240 weiteren Menschen von der radikalislamischen Hamas aus Israel als Geisel in den Gazastreifen verschleppt worden. Bei dem brutalen Überfall der Islamisten auf israelische Dörfer musste das Mädchen laut dem Berater des Weißen Hauses, Jake Sullivan, „mit ansehen, wie seine Eltern vor seinen Augen getötet wurden“. In Geiselhaft wurde das Mädchen am Freitag vier Jahre alt, wie der Präsident sagte.

Israel und Hamas verlängern Feuerpause um zwei Tage

Am Montagabend, wenige Stunden vor Ablauf der zunächst auf vier Tage angelegten Feuerpause im Gaza-Krieg, haben Israel und die islamistische Hamas sich nach Darstellung Katars auf eine Verlängerung geeinigt. Die seit Freitagmorgen geltende Feuerpause werde um zwei Tage verlängert, teilte Madschid al-Ansari, Sprecher des katarischen Außenministeriums, am Montag mit. Damit dürfte sie bis Donnerstagfrüh andauern. Auch die islamistische Hamas bestätigte die Verlängerung der Feuerpause. Nach Darstellung der Terrororganisation gelten für die zwei weiteren Tage der Kampfpause die gleichen Bedingungen wie für die vier zuvor.

Laut dem ägyptischen Staatsinformationsdienst soll die verlängerte Waffenpause auch die tägliche Freilassung von zehn im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln im Austausch gegen 30 palästinensische Gefangene in israelischen Gefängnissen umfassen. Zusätzlich solle die Einfuhr von medizinischen Hilfsgütern, Nahrungsmitteln und Treibstoff in den Gazastreifen fortgesetzt werden.

Israel und die Hamas hatten sich zunächst auf eine viertägige Feuerpause geeinigt, die bis auf zehn Tage verlängert werden kann. Teil des Deals ist ein Austausch von bis zu 100 Geiseln gegen bis zu 300 palästinensische Häftlinge. Dabei kamen bisher 58 Geiseln und 117 Häftlinge frei.

(Mit Materialien von Agentur)



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