Wie David gegen Goliath: Yuhan gegen die KPC

Von 12. August 2021 Aktualisiert: 13. August 2021 10:41
Er wollte eine ausländische Schulbildung genießen, so kam er mit 15 Jahren ohne Familie nach Deutschland. Mit freiem Informationszugang zu den Geschehnissen in seinem Heimatland China war Yuhan über die Verbrechen der Kommunistischen Partei Chinas geschockt. Warum er in die Junge Union eintrat, eine globale Bedrohung durch die Konfuzius-Institute sieht und warum es für ihn wichtig ist, „das Richtige zu tun“, erklärt er gegenüber Epoch Times.

Die Kommunistische Partei Chinas (KPC) feiert am 1. Juli 2021 ihr 100-jähriges Bestehen. Die Stimmung vor der chinesischen Botschaft in Berlin ist angespannt, zugleich getränkt in Trauer und Wut. Zahlreiche Menschenrechtsaktivisten demonstrieren gegen den Genozid an den muslimischen Uiguren in Xinjiang, den Organraub an Gewissensgefangenen wie Falun Gong-Praktizierenden sowie für die Freiheit und Unabhängigkeit von Tibet und Hongkong. Der deutsche Journalist Michael Leh mahnt mit Megafon, dass viele Millionen Menschen durch das totalitäre Regime ihr Leben verloren. An Kritik gegenüber der Botschaft des totalitären Regimes mangelt es nicht.

Adrett mit schwarzen Lackschuhen, schicker Jeans, Hemd und Jackett schwingt Yuhan in der Demonstrantengruppe eine große Flagge von Taiwan. Obwohl das Wetter regnerisch kalt ist, hält der 18-Jährige in dünner Bekleidung stand. Heute ist es ihm wichtig, nicht nur Flagge zu zeigen, sondern vielmehr „das Richtige zu tun“. Der 18-Jährige ist der Meinung, dass die Kommunistische Partei Chinas ein illegales Regime ist, dem jegliche Legitimation durch die Bevölkerung fehlt. Dem gegenüber stehe Taiwan, die Republik China, mit einer demokratisch gewählten Regierung.

Die gedankliche Kehrtwende

Seit seiner Einreise 2018 nach Deutschland liest er erstmals unzensierte Nachrichten im Internet. In seinem Heimatland gibt es keine Kritik an der Regierung. In der Schule wurde stets propagiert, „wie großartig die Kommunistische Partei Chinas ist“. In seinen ersten 15 Lebensjahren hat er nie etwas über das Massaker am Tiananmen-Platz von 1989 gehört, als die Demokratie-Bewegung von der Regierung blutig zerschlagen wurde. Ebenso die Unterdrückung von ethnischen Minderheiten und die Verfolgung jeglicher Religionsrichtungen existierten in seinem Bewusstsein ganz einfach nicht.

„Als ich so viele schlechte Dinge über die chinesische Regierung gehört habe, war ich erst mal traurig, dann wütend und dann hatte ich Angst“, erinnert sich Yuhan. Er sieht sich selber wie zwei unterschiedliche Personen, einmal vor und einmal nach seiner Zeit in China. Seine Überzeugung hat er völlig geändert: „Insbesondere gegenüber der chinesischen Regierung“, erklärt der Festland-Chinese.

Seither hegt er den dringenden Wunsch, aktiv mehr Öffentlichkeit zu den jahrzehntelangen und bis heute anhaltenden Verbrechen der KPC herzustellen und sucht nach Möglichkeiten. Warum? „Weil ich denke, die Leute müssen die richtigen Dinge machen. Das ist ganz wichtig“, appelliert Yuhan. Seine Entschlossenheit, gegen das Unrecht der KPC und die Menschenrechtsverletzungen vorzugehen, erinnert an den „Mut eines Davids“ gegen „Goliath zu kämpfen“.

Entschieden und mit einer enormen Portion Selbstsicherheit trägt der zierlich-elegante junge Mann seine Überzeugung in die Öffentlichkeit. An seinem Jackett glänzt ein Anstecker: Die Flaggen von Deutschland und Taiwan kreuzen sich. Peking betrachtet Taiwan als „abtrünnige Provinz“ und verneint die Selbstständigkeit und die Unabhängigkeit der Insel vom Festland. Mit diesem stilistischen Accessoire und der damit verbundenen Wertschätzung gegenüber Taiwan signalisiert Yuhan permanent seinen Widerstand gegen die KPC. Seiner Aussage zufolge sei die Regierung der Republik China – also von Taiwan – im Gegensatz zum Regime der Volksrepublik China des Festlands, die einzige legitime Regierung von ganz China. Denn, so erklärt Yuhan, während die Regierung in Taiwan durch Wahlen an die Macht kam, hat die KPC die Macht ohne jegliche Legitimation durch das Volk mit Gewalt an sich gerissen. 

Der Konfuzius-Institut-Trojaner

Als noch größere, globale Bedrohung freiheitlich-demokratischer Werte versteht Yuhan die Konfuzius-Institute. In dem Dokumentarfilm „Im Namen von Konfuzius“ wird gezeigt, wie Peking unter dem Deckmantel des Sprachunterrichts im Ausland die eigene Propaganda verbreitet. Aufgedeckt wird zudem, wie Arbeitsverträge des Konfuzius-Instituts die Aufgabe von religiösem Glauben fordern, wie Korruption, Manipulation und Verbreitung der Partei-Ideologie im Westen Einzug finden. Zudem ist es in dem Unterricht nicht erlaubt, offen über Peking-kritische Themen zu diskutieren.

„Ich fordere die deutschen Hochschulen auf, die Zusammenarbeit mit den chinesischen Konfuzius-Instituten zu beenden“, drängt Yuhan.

Yuhan hat sich intensiv mit den Methoden der Konfuzius-Institute auseinandergesetzt. Zusammen mit der Jungen Union Göttingen, in der er Mitglied ist, fordert er eine öffentliche Distanzierung der gesamten CDU von der Propaganda-Maschinerie der KPC. „Konfuzius-Institute verstoßen gegen die Meinungsfreiheit. Die Studierenden dürfen nicht über Themen wie Dalai-Lama, Tibet, Hongkong und Taiwan sprechen. Also sogenannte „sensible Themen“, welche „die Kommunistische Partei Chinas nicht mag“, erklärt Yuhan der Epoch Times. „Die Lehrkräfte und die Lehrmaterialien kommen auch direkt aus China. Daher ist viel von Pekings Propaganda enthalten.“

Mit den Konfuzius-Instituten verfolgt Peking eine „Soft-Power-Strategie“, die zur Manipulation der westlichen Studierenden gegenüber China genutzt wird, um ein positives Gedankenbild gegenüber dem totalitären Regime zu pflanzen. Neben Kanada haben bereits weitere Länder wie Schweden die Gefahr erkannt und gebannt, die von den Instituten ausgeht. In Deutschland wurden bereits einzelne Kooperationen mit den Instituten beendet, allerdings stünden immer noch 16 Konfuzius-Institute in aktiver Zusammenarbeit mit deutschen Hochschulen, berichtet Yuhan. Über die Motive zur Zusammenarbeit lasse sich nur mutmaßen. Jedoch scheinen die wirtschaftlichen Interessen ein entscheidender Faktor zu sein, da Peking einen enormen Finanzetat für das Betreiben der ausländischen Propaganda-Instrumente bereitstellt.

Im Glauben liegt die Kraft

Alleine in einem neuen Land angekommen und durch eine Vielzahl von Berichten über grausame Taten der KPC wachgerüttelt, brach sein Weltbild zusammen. In seinem Heimatland wird die Kommunistische Partei Chinas aufgrund der Propaganda geradezu vergöttert, wie Yuhan erklärt. In China wurde Yuhan schon zu Schulzeiten das Bild vermittelt, dass die Kommunistische Partei Chinas das chinesische Volk gerettet und die positive Entwicklung des Landes herbeigeführt hätte. „Deswegen wird die Partei und das Land immer vermischt“, analysiert Yuhan. Er erklärt, wie die Propaganda der KPC darauf abzielt, das Land China und die politische Führung als einheitliche Identität im Bewusstsein der Bevölkerung darzustellen. Damit würde ein psychologischer Effekt erzielt: Sobald jemand gegen die Partei ist, stelle man ihn als Verräter dar, der sein eigenes Land verraten würde.

Doch Millionen tote Landsleute, die Verfolgung und Unterdrückung von Religionen und Minderheiten oder der groß angelegte Organraub an Gewissensgefangenen sind jedoch Tabu-Themen, führt Yuhan aus. So ist er, wie viele andere Chinesen, ohne jegliche Kritik am Regime aufgewachsen. Wenn man über Apps wie zum Beispiel WeChat Kritik am Regime versendet, führt dies mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Polizeibesuch, erklärt der junge Aktivist.

Aufgrund der kommunistischen Propaganda war Yuhan zuvor Atheist. Auf der Suche nach einer aufrichtigen Orientierung im Leben besuchte er in Deutschland eine evangelische Kirche. Er fand den Glauben, ließ sich taufen und erhält seither viel Mut und Zuversicht aus seinem Gottvertrauen. „Am Anfang habe ich auch Angst gehabt, aber ich habe viel Kraft von meinem Glauben bekommen“, verdeutlicht der junge Christ.

Yuhans Weg erinnert an den biblischen Kampf, wonach David den mächtigen Goliath mit primitiver Steinschleuder und festem Glauben besiegte. Anstelle einer Waffe nutzt Yuhan Flaggen, Banner und politisches Engagement. Gegenüber steht ihm der riesige Einfluss der KPC, mit gewaltigem Militär, Spionen und einer Vielzahl von Chinesen im Ausland, die trotz der Unmenge an Verbrechen die KPC weiterhin unterstützen. Das findet Yuhan sehr problematisch:

„Weil die Kommunistische Partei Chinas so viele anti-menschliche Sachen getan hat, können ehrliche Menschen das nicht einfach so lassen und tolerieren.“

Sein Glauben, sein Verständnis vom Guten und Richtigen, motiviert ihn, gegen die Verbrechen aktiv zu werden. Aus diesem Grund ist er auch in die Junge Union eingetreten, weil er sich dort mit seiner religiösen Überzeugung gut verbunden fühlt.

Mittlerweile hat Yuhan in Deutschland politisches Asyl beantragt, da er von dem Schulprogramm, mit dem er nach Deutschland kam, wieder nach China geschickt werden sollte. Dort droht ihm Inhaftierung. Er würde als Volksverräter behandelt, weil er sich dafür entschieden hat, seinem Herz zu folgen, auf Gott zu vertrauen, für seine Meinung einzustehen und gegen das totalitäre Regime aktiv zu werden.



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion