Nena.Foto: Andreas Rentz/Getty Images

„Danke, Kassel“: Sängerin Nena richtet Solidaritätsadresse an Corona-Proteste

Von 25. März 2021 Aktualisiert: 25. März 2021 17:12
Mit einer recht unmissverständlichen Solidarisierung an die Adresse der Teilnehmer an der „Querdenken“-Kundgebung in Kassel hat Popsängerin Nena für Kontroversen gesorgt. Aus dem Management hieß es, man sehe einige Corona-Maßnahmen tatsächlich kritisch.

Eine Instagram-Story von Popsängerin Gabriele Kerner, besser bekannt als „Nena“, hat für neuerliche Kontroversen gesorgt. Bereits in den Monaten zuvor hatte die seit den 1980er Jahren populäre Interpretin in Beiträgen eine kritische Position zu Corona-Restriktionen angedeutet.

Zuletzt richtete sie am vergangenen Montag (22. März) auf Instagram ein „Danke, Kassel“ mit einem Herzsymbol an die Teilnehmer der „Querdenken“-Kundgebung, die zwei Tage zuvor in der nordhessischen Stadt stattgefunden hatte.

Das Video, das mittels der „Story“-Funktion des Messenger-Dienstes verbreitet wurde, war untermalt mit Passagen aus dem Song „Was stimmt nicht?“ von Xavier Naidoo und dem Musiker Jan, deren Video in Nenas Beitrag auch verlinkt wurde.

Eine der Passagen des Liedes, die in Nenas Beitrag zitiert waren, lautete: „Spiegel an der Wand, was ist los mit diesem Land? Das ist nicht das Land, das einmal für Freiheit stand.“ Der erst vor zwei Wochen online gestellte Song insgesamt befasst sich mit den Auswirkungen der Corona-Maßnahmen auf das Gemeinwesen und wirft Politik, Medien und Virologen Manipulation von Zahlen und Studien vor.

„Stern“ bezeichnet Nena als „verirrte Figur“

In traditionellen und sozialen Medien löste Nena mit ihrem Beitrag zum Teil heftige Reaktionen aus.

Eine unverhohlene Solidarisierung mit dem Sänger Xavier Naidoo, der in den vergangenen Jahren durch Aussagen in Erscheinung getreten war, die als verschwörungsideologisch bis sogar antisemitisch kritisiert wurden, wurde im Zusammenhang mit dem Beitrag ebenso beanstandet wie der Umstand, dass sich neben Corona-müden Normalbürgern auch politisch radikale Kräfte an der Kundgebung in Kassel beteiligt hatten.

Als „verirrte Figur“ bezeichnete Jens Maier sie im „Stern“. Mit moralisierendem Unterton schreibt er über Nena: „Von ‚Streichholz und Benzinkanister‘ hatte Nena in ihrem größten Hit ‚99 Luftballons‘ einst gesungen. Wer Krawallmachern und Chaoten dankt, zündelt selbst.“

Nena spricht für „radikalisiertes alternatives Millieu“

Als „ein bisschen neben der Spur und notorisch verpeilt“ ordnet der „Tagesspiegel“ die Sängerin ein. Allerdings ginge es „wohl zu weit, Nena konkrete politische Absichten zu unterstellen“.

Vielmehr sieht Kai Müller in dem Blatt eine Reaktion auf das Gefühl eines Bedeutungsverlustes, das alternative Bestrebungen erlebten, die noch in den 1970er und 1980er Jahren eine erhebliche Bedeutung in der öffentlichen Debatte erlangt hätten:

So spricht Nena heute für ein vom Staat radikalisiertes alternatives Millieu, das sich in Impfdebatten und pädagogischen Diskussionen um kindergerechtes Lernen zunehmend belächelt fühlt. Seine Freiräume schrumpfen. Während Umweltschutz und Klimarettung längst in die Hände der Techniker gefallen sind, klammert es sich nur umso fester an sein naturnahes Lebensideal.“

Veganerin und Schul-Mitgründerin

Nena galt Anfang der 1980er Jahre als bekannteste und erfolgreichste Interpretin der „Neuen Deutschen Welle“. Ihr Song „99 Luftballons“ erreichte in einer anglisierten Fassung sogar Platz 1 in den Billboard-Charts der USA. In der Zeit des Kalten Krieges traf sie das Lebensgefühl vor allem der jüngeren Generation. In weiterer Folge wurde Nena auch zu einer der bedeutendsten Stilikonen der 1980er.

Nach einer auch von privaten Schicksalsschlägen geprägten Durststrecke in den 1990er Jahren meldete sich Nena mit musikalischen Verkaufserfolgen und gut dotierten Werbeverträgen zurück. Im Jahr 2007 trat sie als Mitgründerin der „Neuen Schule Hamburg“ in ihrem Wohnbezirk Rahlstedt in Erscheinung. Die Schule ist nach dem antiautoritären Sudbury-Modell konzipiert, das seinerseits in der Tradition der englischen „Summerhill“-Schulen steht.

Nena selbst bekannte sich auch zu den Lehren des 1990 verstorbenen indischen Sektenführers Bhagwan Shree Rajneesh (Osho) und dessen „Dynamischer Meditation“. Auch für veganen Lebensstil setzte die Sängerin sich ein und wurde unter anderem mit Awards der Vereinigung PETA ausgezeichnet.

Bereits zuvor kritische Wortmeldungen in Corona-Debatte

In der Zeit der Corona-Pandemie hatte Nena sich erstmals im Herbst des Vorjahres öffentlich zu Wort gemeldet und sich in einem Instagram-Beitrag gegen übertriebene Angst gewendet. In ihrem Beitrag hieß es:

Ich habe meinen tiefen Glauben an Gott. Daher kommt mein Vertrauen ins Leben. Und ich habe meinen gesunden Menschenverstand, der die Informationen und die Panikmache, die von außen auf uns einströmen, in alle Einzelteile zerlegt.“

Sie bekannte sich dazu, sich „nicht hypnotisiert von Angst in die Dunkelheit ziehen zu lassen“. Als Parteinahme für oder gegen eine Seite in der Corona-Debatte wollte sie, wie das Management später mitteilte, ihre Äußerung nicht verstanden wissen.

Im Februar 2021, einige Wochen nach Beginn der Corona-Schutzimpfung, wandte sich Nena in einem weiteren Beitrag gegen eine „Zweiklassengesellschaft“ und erklärte, auf ihren Konzerten würden Geimpfte wie Nicht-Geimpfte gleichermaßen willkommen bleiben. Mit ihrem Beitrag reagierte sie auf Ankündigungen von Konzertveranstaltern, den Verkauf von Karten für Events künftig vom Nachweis einer Immunisierung gegen Corona abhängig zu machen.

„Zum ersten Mal mit einem autoritären Staat konfrontiert“

Nenas Management erklärt zu ihrem Beitrag zu Kassel, man sehe bestimmte Maßnahmen der Corona-Eindämmungsverordnung tatsächlich „einigermaßen kritisch“.

Dies beziehe sich nicht zuletzt auf die Maskenpflicht für Kinder oder darauf, dass Sterbende nicht von ihren Angehörigen besucht werden dürften. Angst sei kein guter Ratgeber, heißt es aus dem Umfeld der Künstlerin.

„Mit den starken Durchgriffsrechten des Seuchenschutzgesetzes, die nun zur Anwendung kommen, sehen sich viele Deutsche entweder zum ersten Mal überhaupt oder zum ersten Mal seit der Wende mit einem autoritären Staat konfrontiert“, analysiert der „Tagesspiegel“ das Sentiment hinter der Solidarität von Künstlern mit den Corona-Protesten.

„Statt seine Macht wie gewohnt in der Anpassung von Steuersätzen auszuleben, greift er massiv in das Privatleben der Bürger ein und schreibt Familien sogar vor, zu wie vielen Personen sie sich treffen können.“

Die Situation dauere nun bereits ein Jahr an, da sei „das Reservoir an Resilienz ausgeschöpft“.



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