Wölfe.Foto: Bernd Wüstneck/Archiv/dpa

EU-Kommissar: Wolf bleibt besonders geschützt – Der Wolf als Teil des Ökosystems + Video

Epoch Times1. Dezember 2017 Aktualisiert: 1. Dezember 2017 9:15
Der Wolf verbreitet sich wieder vermehrt in Deutschland und Europa. Der Bundeslandwirtschaftsminister hat sich nun an die EU-Kommission gewandt und um eine Änderung des strengen Schutzstatus gebeten. Die EU-Kommission will den besonderen Schutzstatus des Tieres aber nicht ändern.

Der Wolf verbreitet sich wieder in Deutschland und Europa und die EU-Kommission will den besonderen Schutzstatus des Tieres nicht ändern. Das sagte EU-Agrarkommissar Phil Hogan der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitagsausgabe).

In weiten Teilen der Europäischen Union sei der Wolf nach wie vor eine gefährdete Art.

Der Wolf als Teil des Ökosystems

Auf der Schweizer Webseite chwolf.org heißt es, dass die Anwesenheit des Wolfes in den Wäldern ein wichtiger Bestandteil der Biodiversität ist.

Die Rückkehr des Wolfes in die Schweiz wird für das Ökosystem von grossem Vorteil sein. Es ist erwiesen, dass Wölfe aktiv dazu beitragen, dass Wildbestände vitaler werden und Ökosysteme natürlich im Gleichgewicht gehalten werden. Durch die Rückkehr des Wolfes und dessen natürlich regulierende Einwirkung auf den Wildbestand, verändert sich auch das Verhalten der Hirsche und Rehe. Sie werden vitaler, wandern mehr umher und fressen nicht immer an denselben Orten die jungen, frischen Triebe ab,“ heißt es auf der Seite.

Und:

Im Gegensatz zum menschlichen Jäger, der ein erlegtes Tier immer aus dem Wald nimmt und keiner sonst davon profitieren kann, frisst der Wolf meist nicht die gesamte Beute auf einmal. Die verstreuten Kadaverteile bedeuten für viele Aasfresser eine lebenswichtige Nahrungsquelle und bilden somit für viele Organismen notwendige ökologische Nischen.“

WWF fordert Existenzrecht der Wölfe in Deutschland

Im Januar diesen Jahres bezeichnete die Umweltschutzorganisation WWF die Diskussion um Wolfsabschüsse als „postfaktische Phantomdebatte“ und fordert von der Politik ein klares Bekenntnis zum Existenzrecht der Wölfe in Deutschland. Anstatt sich in ideologischen Grabenkämpfen zu verrennen bräuchte es vielmehr Lösungen für die substanziellen Probleme der extensiven Weidehaltung in Deutschland.

Mit Blick auf die vielfach diskutieren Übergriffe von Wölfen auf Nutztiere sieht der Naturschutzbund NABU in möglichen Abschüssen keine Lösung.

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller sagte: „Bei Übergriffen stellen wir fest, dass es fast immer zu Fehlern beim Schutz der Herden kam. Es wäre falsch, den Landwirten jetzt vorzugaukeln, mit dem Abschuss eines einzelnen Wolfes sei ihnen geholfen. Der Rest des Rudels wird dadurch keine Angst vor Weidetieren bekommen. Die Tötung eines Wolfes ist ein völlig ungeeignetes Mittel zum Schutz von Nutztieren.“

Stattdessen sei es wichtig, die Tierhalter stärker beim Schutz ihrer Herden, beispielsweise durch spezielle Zäune und Herdenschutzhunde, zu unterstützen und diese Maßnahmen ausreichend zu finanzieren.

Siehe: Wolfsdebatte: Naturschützer fordern Nutztierherdenschutz statt Abschuss von Wölfen

Wirtschaftsminister fordert Änderung des Schutzstatus

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hatte sich per Brief an die EU-Kommission gewandt und um eine Änderung des strengen Schutzstatus gebeten. Dafür hatte sich zuletzt auch Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) ausgesprochen.

Eine Umfrage der „NOZ“ in den Bundesländern hatte im vergangenen Jahr ergeben, dass Wölfe seit ihrer Rückkehr nach Deutschland mehr als 3500 Nutztiere wie etwa Schafe gerissen haben.

Siehe: Rückkehr der Wölfe erfreulich! – NABU-Umfrage zeigt hohe Zustimmung in der Bevölkerung

Der Kommission sei bewusst, dass die Ausbreitung der Wölfe mit Problemen verbunden sei, sagte Hogan. Er verwies aber darauf, dass der bessere Schutz von Weidetieren finanziell unterstützt werde.

Außerdem erlaube die jetzige Regelung gezielte einzelne Abschüsse von Wölfen, wenn es dem „Populationsmanagement“ diene und den Erhalt der Art nicht gefährde.

https://www.youtube.com/watch?v=_tTuFLyrqoc

(afp/so)


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