Höckes Frontalangriff gegen Bodo Ramelow: „Inshallah – das ist der schönste Tag meines Lebens“

Epoch Times26. Oktober 2019 Aktualisiert: 27. Oktober 2019 18:10
Dreht Höcke am Wahlsonntag die Uhren zurück? Mit seinem neuesten Facebook-Beirag erinnert Thüringens AfD-Chef Björn Höcke an die Worte des Ministerpräsidenten Bodo Ramelow, mit denen er den ersten Zug syrischer Migranten am 5. September 2015 in Saalfeld begrüßte.

Ganz Deutschland schaut auf Thüringen. Rund 1,73 Millionen Wahlberechtigte werden zur Urne gebeten. Eine heiße Phase im Endspurt läutete der AfD-Spitzenkandidat Björn Höcke gestern mit einem Facebook-Beitrag ein, der fast 2.000 Mal geteilt und knapp 500 Mal kommentiert wurde.

Auf dem geposteten Video-Beitrag begrüßt Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) am Abend des 5. September 2015 die mit dem ersten Zug in Deutschland angekommenen syrischen Migranten mit den Worten:

Wir freuen uns, dass ihr in Thüringen angekommen seid, Insha allah. Ich freue mich, dass ich euch hier begrüßen darf.“

Die erste Zugankunft in Deutschland mit syrischen Flüchtlingen sei „ehrlich gesagt, der schönste Tag meines Lebens“, sagte Ramelow damals.

Diese Worte kritisiert Höcke auf das Schärfste. Dass Thüringens Ministerpräsident „500 überwiegend jungen Männer aus dem Orient, von denen wir wussten, dass sie eine schwere Belastung für unsere Sozialsysteme, von denen wir wussten, dass sie eine schwere Belastung für unsere innere Sicherheit darstellen würden“ mit den Worten „Insha allah, das ist der schönste Tag in meinem Leben“ begrüßt hat, dürfe man „diesem Mann niemals vergessen“.

Vergessen dürfe man auch nicht das „Versagen“ von Ramelow bei den streikenden Kali-Kumpeln und „allein dafür hat er es verdient, aus dem Amt gewählt zu werden“, so Höcke.

Inzwischen hagelte es fast 500 Kommentare. Facebook-User scheinen entsetzt über Ramelows Worte. Einer schreibt: „Unfassbar! Einfach unfassbar.“ Andere bedauern die „arme Wurst“ Ramelow, dass dies der schönste Tag seines Leben gewesen sei.

Foto: screenshot facebook

Jemand schreibt:

In Anbetracht der Tatsache das er 2 Kinder hat, ist das ein Schlag ins Gesicht ebendieser…bei normalen Menschen ist doch die Geburt des eigenen Kindes der schönste Tag im Leben…aber was soll man schon erwarten.“

Foto: screenshot facebook

Der User Mike sagt zu Ramelows Worten: „Und? Netter Mensch. Ich mein, was hätte er oder sonst wer sagen sollen? Vielleicht hätte er Sachen sagen sollen, die international D [Deutschland] wegen rassistischen Ideologien eventuell besser kategorisieren könnten, keine Ahnung? Also war er nett und freundlich, genau so, wie es sich gehört. Ich bin kein Anhänger der Partei die Linke, aber nett und freundlich sein, von mir aus auf seine eigene Art, finde ich gut und stört mich nicht.“

Ein anderer kommentiert:

Foto: screenshot facebook

„Kaputtgespielter Radikaler“

Mit seinem Facebook-Beitrag hat Höcke unmittelbar vor der Landtagswahl die Wählerschaft noch einmal mächtig aufgewirbelt. Über 19.000 Mal wurde der Beitrag aufgerufen, fast 2.000 Mal geteilt. Ob das ausreicht, um Ramelow als Ministerpräsidenten zu entthronen?

In den vergangenen Tagen gab es viel Gegenwind für Höcke in den Medien. Sollte Facebook daran etwas ändern können?

Vom „kaputtgespielten Radikalen“ ist in den „Dresdener Neuesten Nachrichten“  die Rede. Mit seinen zwei täglichen Wahlkampfreden hätte der AfD-Landeschef von Thüringen die „Grenze seiner Leistungsfähigkeit“ erreicht, heißt es. Der 47-Jährige hätte am Rednerpult in Gotha schon nach einer halben Stunde gesagt: „Meine Stimme ist etwas angegriffen, ich muss mich über die Zeit retten.“

„Wer die AfD wählt, bekommt Björn Höcke, über den man sich keine Illusionen machen kann“, meldet „Spiegel-Online“. Höcke sei ein „Rechtsaußen mit extremen Ansichten“. Wer für ihn stimme, stimme gegen die liberale Demokratie.

Auf „t-online“ wird die Frage gestellt, ob Höcke der AfD in Thüringen schade? Und: Würde die AfD wegen oder trotz Höcke gewählt? „Nach den Umfragewerten muss man sagen: trotz Höcke. Er hat weniger Zustimmung als andere Landespolitiker der AfD“, sagte der Erfurter Politikwissenschaftler Andre Brodocz.

Ergebnisse der Forschergruppe Wahlen für das ZDF würden Höcke auf einer Skala von plus bis minus fünf mit minus 3,5 bewertet. Die AfD-Anhänger bringen ihn lediglich auf 0,7 Punkte in der Skala. Doch das würde die Menschen nicht davon abgehalten, die AfD zu wählen, so Brododocz. Ihnen sei daran gelegen, dass Themen wie Migration im Landtag auf den Tisch kommen. „Dafür nehmen sie in Kauf, von Höcke vertreten zu werden“, sagte der Politikwissenschaftler. (sua)

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