Keine Zinsen: Rentenversicherung entgehen 54,5 Millionen Euro

Epoch Times12. April 2019 Aktualisiert: 12. April 2019 8:36
Die Nullzinspolitik führt auch zu Schwierigkeiten bei der Rentenversicherung und der Krankenversicherung. Allein die Rentenversicherung verlor dadurch im vergangenen Jahr netto 54,5 Millionen, die Krankenversicherung 9,2 Milliarden Euro.

Negativzinsen belasten zunehmend auch deutsche Sozialversicherungen und staatliche Fonds. Allein die Rentenversicherung verlor dadurch im vergangenen Jahr netto 54,5 Millionen Euro. Das geht aus der Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervor, über die die „Rheinische Post“ berichtet.

Krankenversicherung verlor 9,2 Millionen Euro

Der Gesundheitsfonds der gesetzlichen Krankenversicherung verbuchte demnach negative Erträge von netto 9,2 Millionen Euro. Auch der Ausgleichsfonds der Pflegeversicherung machte ein Minus von sechs Millionen Euro. Wegen der andauernden Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) haben viele Banken Negativzinsen für Geldkonten eingeführt.

Leidtragende sind private Kunden und Unternehmen, aber auch der Staat. Denn die Rücklagen der Rentenversicherung und auch die Gelder von Staatsfonds liegen auf Bankkonten.

Die vom Bundesfinanzministerium in seiner Antwort aufgelisteten Verluste sind Netto-Beträge, weil Aufwendungen durch Negativzinsen mit Zinserträgen der Fonds an anderer Stelle verrechnet werden.

Draghis Nullzinspolitik Schuld

Auch 2017 hatte die Rentenversicherung der Antwort zufolge netto 9,5 Millionen Euro Verlust durch Negativzinsen eingefahren. Brutto hatte sie sogenannte negative Vermögenserträge von 49 Millionen Euro verbuchen müssen, wie zuerst das „Handelsblatt“ im Sommer 2018 berichtet hatte.

„Draghis Nullzinspolitik hat zunehmend negative Folgen für die Sozialversicherungen in Deutschland“, sagte der FDP-Politiker Frank Schäffler.

Kurios am Rande: Weniger Geld zurückzahlen als man an Kredit aufnimmt?

Die Geschäftspolitik von Vergleichsportalen und ihrer Partner sorgt für Beschwerden bei Verbraucherschützern. Einige Portale locken damit, dass man weniger Geld zurückzahlen muss, als man aufnimmt.

Geworben wird mit Minuszinsen von mittlerweile bis zu 20 Prozent. Aus Sicht von Verbraucherschützern handelt es sich dabei in erster Linie aber um Marketingmaßnahmen, die vor allem sensible und lukrative Kundendaten einbringen sollen.

Laut Verbraucherzentrale Sachsen beschwerten sich Kunden, dass sie nach der Eingabe persönlicher Daten zahlreiche unaufgeforderte Alternativ-Kreditangebote erhalten hätten. (dts/dpa)

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