Maas und Pompeo: Erst Blechschaden, dann Besuch des Tatorts in Halle

Epoch Times6. November 2019 Aktualisiert: 7. November 2019 20:58
Während des gemeinsamen Treffens zwischen den Außenministern Heiko Maas (SPD) und Mike Pompeo ging es nach einem Unfall weiter zum Tatort des Anschlages in Halle.

Knapp einen Monat nach dem Anschlag von Halle haben US-Außenminister Mike Pompeo und Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) den Tatort besucht. Vor einem Döner-Imbiss, in dem der Täter einen Mann erschossen hatte, und vor der Synagoge legten die Minister am Donnerstagabend weiße Rosen zum Gedenken an die Opfer nieder.

Der US-Außenminister hatte die Tat zuvor bei einer Pressekonferenz als „bösartigen Anschlag“ verurteilt. Die USA und Deutschland stünden im Kampf für die Glaubensfreiheit zusammen. In Halle hatte am 9. Oktober ein schwer bewaffneter Mann versucht, in die Synagoge einzudringen, in der rund 50 Gläubige den jüdischen Feiertag Jom Kippur begingen. Nach dem Scheitern seines Plans erschoss er zwei Zufallsopfer. Der später festgenommene Tatverdächtige räumte antisemitische und rechtsextremistische Motive ein.

Zwischenfall

Auf ihrem Weg zu Schauplätzen der deutschen Einheit ist es in der Autokolonne von US-Außenminister Mike Pompeo zuvor zu einem kleinen Unfall gekommen. Zu dem mit einem Blechschaden verbundenen Zwischenfall der etwa 40 Fahrzeuge umfassenden Kolonne kam es auf dem Weg vom US-Truppenübungsplatz Grafenwöhr in das während der deutschen Teilung geteilte Dorf Mödlareuth, wie Reporter am Donnerstag berichteten. Größere Folgen hatte dies aber nicht – alle Autos konnten die Fahrt fortsetzen. Die Kolonne von Pompeo und seinen Begleitern machte wegen ihrer Länge optisch großen Eindruck.

Maas würdigt USA

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) würdigte vor seinem Treffen mit Pompeo die USA als verlässlichen Partner. „Wir brauchen sie auch als einen Partner, denn letztlich verbinden uns unsere Werte Demokratie und Freiheit“, sagte Maas im ZDF-„Morgenmagazin“. Die westliche Welt insgesamt werde weiter darauf angewiesen sein, „dass wir zusammen mit den USA für diese Werte weltweit einstehen“.

US-Außenminister Mike Pompeo besucht am Donnerstag Symbole der deutschen Teilung und der Wende von 1989. Am Truppenübungsplatz Grafenwöhr traf Pompeo zu Gesprächen mit dort stationierten US-Soldaten zusammen. Im Anschluss besuchte er  „Little Berlin“, wo er Maas traf.

„Little Berlin“ haben die Amerikaner zu Zeiten der DDR das bayerische Dorf Mödlareuth genannt. Denn Mödlareuth war genauso geteilt wie die heutige Bundeshauptstadt. Fünf Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer entstand dort 1966 ebenfalls eine Betonmauer – 700 Meter lang und 3,30 Meter hoch.

Mödlareuth war schon 1810 entlang des Tannbachs geteilt worden, nach dem Ersten Weltkrieg fiel der Westteil dann an Bayern und der Ostteil an Thüringen. Dies hatte vor allem Verwaltungsfolgen, ihren Alltag lebten die Mödlareuther wie ein Dorf.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ort aber zum Politikum. Am 7. Juli 1945 besetzte die Sowjetarmee den bayerischen Teil, auf Druck der USA zog sie sich erst ein Jahr später zurück. Mit der Teilung Deutschlands wurde auch das Dorf geteilt – inklusive Mauerbau.

Eine einzige erfolgreiche Flucht

1973 gelang die einzige Flucht. Ein ortskundiger Thüringer fuhr mit seinem Auto direkt an die Mauer, kletterte aufs Autodach und konnte dort mit Hilfe einer Leiter über die Mauer in den Westen entkommen. Erst einen Monat nach dem Fall der Berliner Mauer wurde am 9. Dezember 1989 auch der Grenzübergang Mödlareuth geöffnet.

Bis heute ist der Ort allerdings zwischen Bayern und Thüringen getrennt. In Bayern gehört das Dorf zur Gemeinde Töpen, in Thüringen zur Stadt Gefell. Es gibt unterschiedliche Autokennzeichen, Postleitzahlen und Telefonvorwahlen – um die zusammen nur knapp 50 Einwohner kümmern sich zwei Bürgermeister.

In Leipzig sind anschließend ein Gespräch mit Zeitzeugen und ein Besuch der Nikolai-Kirche vorgesehen, die vor dem Mauerfall durch ihre Friedensgebete und als Ausgangspunkt für Demonstrationen bekannt wurde.

Dort wollen beide auch ein Gespräch führen und anschließend vor die Presse treten (16.35 Uhr). Bei einem Besuch in Halle wollen Maas und Pompeo abends ein „Zeichen gegen Rassismus und Antisemitismus“ setzen. Hier hatte ein Rechtsextremist Anfang Oktober einen Anschlag auf eine Synagoge verübt und zwei unbeteiligte Passanten getötet. (afp)

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