„Pioniergruß und brutale Bildsprache“: Berliner Kita- und Schulprojekt zieht Elternprotest nach sich

Von 6. März 2020 Aktualisiert: 6. März 2020 19:26
Ein Musik- und Tanzprojekt an einer Grundschule in Berlin-Kreuzberg sorgte für empörte Eltern. Sie sahen in dem Projekt mit der Liedermacherin und Sozialpädagogin Uli Puschban eine "Frühpolitisierung mit Pioniergruß" und beanstandeten eine "brutale Bildsprache". Der Berliner Senat als zuständiges Bildungsministerium sah dies allerdings anders.

„Gesten, die einem Pioniergruß der Jung- und Thälmannpioniere aus der DDR ähneln, Textstellen, die für die Rettung von Bootsflüchtlingen werben, und eine brutale Bildsprache“, so beschreiben Berliner Eltern ein Video- und Tanzprojekt für Kinder an der Rosa-Parks-Grundschule in Kreuzberg. Die Eltern zeigten sich empört und wandten sich mit dem Vorwurf der „Frühpolitisierung“ an die Berliner Bildungsverwaltung.

Ein Vater aus Schöneberg kritisierte in einem Brief an den Senat: Man könne Kindern doch nicht beibringen, jemanden zu treten, der am Boden liegt. Auch die Bildsprache des Videos finde er brutal. „Was macht das mit unseren Kindern, wenn das zum Alltag wird?“, fragt der Familienvater im Interview mit der „Berliner Zeitung“.

Liedtext: „Wenn er muckt und zuckt und spuckt, dann springt sie noch mal drauf“

Dabei bezieht sich der Vater auf eine Textstelle im Lied, die lautet: „Mit dem Gesicht vom Bösewicht wischt sie [„Supergirl“] den Boden auf. Wenn er muckt und zuckt und spuckt, dann springt sie noch mal drauf.“ Die Kinder springen im Video während dieser Textstelle in die Luft.

In der nächsten Liedzeile heißt es dann: „Jetzt und alle Zeit: Sie ist stets bereit!“ Bei „bereit“ heben im Gleichschritt laufende Kinder die Hand über den Kopf. Bei den Jung- und Thälmannpioniere der DDR gab es eine ähnliche Geste.

Dabei wurde beispielsweise bei regelmäßigen Fahnenappellen von einer Führungsperson der sozialistische Slogen „Für Frieden und Sozialismus – Seid bereit!“ gerufen. Die angetretenen Pioniere mussten darauf erwidern: „Immer bereit!“

Das Videoprojekt rief bei dem Vater starke Bedenken hervor, deshalb wandte er sich an die Berliner Senatsverwaltung. Daraufhin erhielt er laut „Berliner Zeitung“ von einer Pädagogik-Professorin die Antwort: Man müsse diese Textstelle „im Kontext des gesamten Liedes sehen, in dem sie die Wirkung von Comicfiguren wie Batman haben soll“, zitiert die Zeitung aus dem Antwortschreiben. Einen Pioniergruß hätte die Professorin jedoch nicht erkennen können, berichtet das Berliner Blatt weiter. Die Handgesten der Kinder sollten „einen Scheinwerfer“ symbolisieren, gab die Professorin an.

Senat: Künstlerin fördert die „diskriminierungssensible Kita und Schule“

Der FDP-Abgeordnete Marcel Luthe richtete im Zusammenhang mit diesem Projekt eine Anfrage an die Bildungsstaatssekretärin Beate Stoffers (SPD). Luthe fragte, „ob der im Zitat geschilderte Gewaltexzess“ dem Menschenbild der freiheitlich-demokratischen Grundordnung entsprechen würde?

Daraufhin erhielt er von der Bildungsstaatssekretärin die Antwort: „Es kann festgestellt werden, dass die Künstlerin mit ihrer kindgerechten Arbeit die Entwicklung der diskriminierungssensiblen Kindertagesstätte und Schule unterstützt.“

Zudem machte die Sekretärin im Antwortschreiben deutlich, dass ein einzelner Satz nicht gegen das Schulgesetz oder das Kindertagesstätten- förderungsgesetz (KitaFöG) verstoßen könne, „allenfalls die pädagogische Intention, mit der er vermittelt wird“.

Zu der Antwort des Senates kommentierte der FDP-Politiker: „Gewalt kann nie ein legitimes Mittel gesellschaftlicher Auseinandersetzung sein, auch nicht gegen einen ‚Bösewicht’ – genau dieses Denken ist schlicht totalitär und widerspricht den Werten des Grundgesetzes – ebenso wie die Vorstellung mancher Linker, ihren ‚gesellschaftlichen Gegner’ im #Klassenkampf zu erschießen.“

Emanzipation, Toleranz, Vielfalt, Anderssein – Kernthemen von Puschbans Liedprojekten

Hinter dem Projekt mit den Schulkindern steht die Kreuzberger Liedermacherin Suli Puschban, die mit ihrer Kapelle regelmäßig auf dem „Fest der Linken“ und bei CSD-Umzügen auftritt. Sie hat sich unter anderem auf Mitmach-Lieder für Kinder spezialisiert.

Mit Kindern der Rosa-Parks-Grundschule in Kreuzberg, an der sie als Horterzieherin arbeitet, entstand im Rahmen des kritisierten Projektes das Video mit dem Titel „Supergirl“.

Die aus Wien stammende Musikerin und Sozialpädagogin Puschban setzt sich nicht nur – wie in dem Projekt „Supergirl“ – für mehr Emanzipation bei Mädchen ein. In dem Liedprojekt „Ich hab die Schnauze voll von rosa“ hinterfragt sie in Bezug auf Mädchen das weibliche Geschlechterklischee.

In dem Song erklärt die rosa-rote Prinzessin Lilifee auf die Frage, wie es ihr denn so ginge… und was das Feenleben bringe: „Ich hab die Schnauze voll von Rosa … von lieb und nett und still … ich hab die Schnauze voll von rosa … ich mach jetzt was ich will.“

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Doch auch Klimaschutz und die Berichterstattung in den Medien sind in den Liedprojekten von Suli Puschban mit Kitakindern und Schülern Thema.

Zusammen mit ihrer Freundin und Musikerkollegin lebt Puschban in Kreuzberg in einem Hausprojekt, in dem ausschließlich Frauen wohnen.

Pioniergruß war offizieller Gruß der Jung- und Thälmannpioniere

Der Pioniergruß lautete: „Für Frieden und Sozialismus – seid bereit! – Immer bereit!“ Dabei wurde die rechte Hand mit den geschlossenen Fingern über den Kopf erhoben.

Die Pionierorganisation „Ernst Thälmann“ war die politische Massenorganisation für Kinder in der DDR. Sie war benannt nach dem ehemaligen Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) Ernst Thälmann.

Ihr gehörten seit den 1960er/1970er Jahren fast alle Schüler vom ersten bis zum siebenten Schuljahr als Jung- oder Thälmannpioniere an. Die Pionierorganisation war der Freien Deutschen Jugend (FDJ) als Massen-Jugendorganisation angegliedert.

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