„Warum ich die Antifa verlassen habe“: Der Essay eines Linken, der zu hinterfragen sich wagte

Von 25. März 2021 Aktualisiert: 26. März 2021 8:14
Wenn der schwarze Block, die Kampfformation der Antifa, durch die Straßen marschiert, gibt es meistens massiven Ärger. Ein Antifa-Aussteiger blickt in einem Essay zurück auf seine Zeit in der linksextremen Gruppe. Er selbst diskutiert gern, auch mit AfDlern, doch das ist in der Gruppe nicht erwünscht – stattdessen wird auf Hetzparolen und Gewalt gesetzt.

Vor zwei Wochen veröffentlichte die Website der „Freien Linken“, ein Zusammenschluss von Linken für Freiheit und Frieden und den Erhalt von Grund- und Menschenrechten, einen Essay eines Antifa-Aussteigers.

Unter dem Titel „‚Kühe, Schweine, Ostdeutschland‘. Warum ich die Antifa verlassen habe“ vergleicht der Mann, der anonym bleibt, die Irrwege linker Fanatiker mit denen der mittelalterlichen Kirche.

Hinterfragen unerwünscht

So, wie die radikalen Katholiken im Mittelalter Andersgläubige als im Bunde mit dem Teufel sahen, laufe jeder Kritiker der Linken Gefahr, als „rechter Spinner“ abgetan zu werden, kritisiert der Verfasser des Beitrages die linksextreme Organisation. Wie schon bei den Kommunisten unter Stalin zähle: „Entweder du bist mit oder gegen uns“ – was das ultimative Motto eines jeden Fanatikers sei.

„In diesem Sinne bin ich ein Häretiker der linksautonomen Szene, der ich mich für über ein Jahr zugehörig gefühlt habe“, gesteht er und „outet“ sich als kosmopolitischer Freidenker.

„Ein Mensch, der sich tief in seiner Seele nach einer besseren Welt sehnt, (…) muss sorgfältig prüfen, was zu Fortschritt führt und was uns in düstere Barbarei zurückfallen lässt“, schreibt er.

Der schwarze Block – Ein Schatten aus der Dunkelheit

Er kritisiert das vorherrschende Schwarz-Weiß-Denken der Antifa-Mitglieder, den Dogmatismus „und vielleicht am stärksten die inflationäre Verwendung von Fahnen, Symbolen, plakativen Parolen und die Uniformierung als schwarzer Block“.

Schwarz gekleidete, vermummte Menschen, im Chor Parolen brüllend, Fahnen schwenkend. Junge Menschen, die ihre Individualität für die Zugehörigkeit zu einer Gruppe vollkommen aufgegeben haben, erklärt er und zitiert dazu den berühmten Schweizer Psychoanalytiker Carl Gustav Jung:

Es ist ein erschreckender Gedanke, dass der Mensch auch eine Schattenseite in sich hat, die nicht nur aus kleinen Schwächen und Marotten besteht, sondern aus einer geradezu dämonischen Dynamik. (…) Aber laßt diese harmlosen Geschöpfe eine Masse bilden, und es entsteht ein wütendes Ungeheuer; und jeder Einzelne ist nur eine winzige Zelle im Körper des Ungeheuers, so daß er es auf Gedeih und Verderb auf seinen … Streifzügen begleiten und ihm sogar bis zum Äußersten helfen muß.“

(Carl Gustav Jung)

Alexander Solschenizyn, der berühmte russische Schriftsteller, Friedensnobelpreisträger, Systemkritiker, der „Der Archipel Gulag“ geschrieben hat, sagte:

Wenn nur alles so einfach wäre! Wenn es nur irgendwo böse Menschen gäbe, die heimtückisch böse Taten begehen, und es wäre nur notwendig, sie vom Rest von uns zu trennen und sie zu vernichten. Aber die Linie, die Gut und Böse trennt, schneidet durch das Herz eines jeden Menschen. Und wer ist bereit, ein Stück seines eigenen Herzens zu zerstören?“

(Alexander Solschenizyn)

Solschenizyn war dazu bereit. Er hatte in seinem Leben nicht nur Gulag und Verbannung erlebt, sondern eine Wandlung vom Atheisten und Kommunisten hin zum orthodoxen Christen durchgemacht.

Tröglitzer Brandanschlag von 2015 zeigt, was bei der Antifa schiefläuft

Der Antifa-Aufmarsch im Mai 2015 in Tröglitz, im äußersten Süden Sachsen-Anhalts, sei beispielhaft für alles, was in der linksautonomen Szene falsch laufe.

Dort seien die schwarz vermummten Jugendlichen und Studenten durch das Dorf gezogen und hätten im Chor Parolen gerufen wie: „Kühe, Schweine Ostdeutschland“, „Scheiß Drecksnest! Scheiß Drecksnest!“„Deutschland verrecke““Dorfgemeinschaft zerstören“.

Treibt man die Menschen mit solchen Parolen nicht direkt in die Hände rechtsextremer Demagogen, fragt der Autor. Mittlerweile sei ihm klar geworden, dass das aggressive Auftreten das Gegenteil des linken utopischen Geistes repräsentiere und der Dialog das zentrale Mittel zum Fortschritt unserer Zivilisation ist.

Ihm zufolge leide die Antifa unter einem fehlgeleiteten Menschenbild: „Der andere Mensch wird nicht als Individuum, sondern als ein rein politisches Subjekt gesehen… auf seine Gruppenzugehörigkeit reduziert“. In der Antifa sei die Einstellung weit verbreitet, dass die AfDler ihr Menschsein verwirkt hätten.

Er könnte der AfD immer noch nicht zustimmen, jedoch kann er verstehen, wie sie zu ihren Positionen kommen. Für die Zukunft wünscht er sich friedlichen Protest im Sinne von Mahatma Gandhi.

Hintergrund

In der Stadt Tröglitz war es in der Nacht zum 4. April 2015 zu einem Brandanschlag im unbewohnten Dachstuhl eines Wohnhauses gekommen, bei dem niemand verletzt wurde. In dem Gebäude sollten ab Mai Asylbewerber untergebracht werden, woraufhin es mehrere Proteste gab.

Es gab den Verdacht, dass Rechtsextreme hinter dem Feuer stehen, aber auch Gerüchte, dass Linksradikale für den Brand verantwortlich waren. Untersuchungen ergaben, dass der oder die Täter durch eine Seitentür gewaltsam ins Gebäude eingedrungen waren und dort Brandbeschleuniger aus zwei später aufgefundenen Kanistern verschüttet und angebrannt hatten.

Das Landeskriminalamt ging 350 Hinweisen aus der Öffentlichkeit nach, befragte 600 Haushalte in Tröglitz, führte 250 Vernehmungen durch, hatte am Ende sechs Personen unter Verdacht, der sich letztendlich aber nicht bestätigte. „Schließlich hat auch ein Abgleich der am Tatort festgestellten und gesicherten Spuren mit vorliegendem Vergleichsmaterial von über 100 Personen nicht zu einer Aufklärung des Verbrechens geführt“, erklärte die Staatsanwaltschaft Halle. Der oder die Täter blieben verschwunden. Die Polizei stellte ihre Ermittlungen schließlich im Juli 2016 trotz intensiver Bemühungen ergebnislos ein.



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