FBI wird aufgeräumt – Vier leitende Cybersicherheitsbeamte verlassen das FBI

Von 23. Juli 2018 Aktualisiert: 23. Juli 2018 21:23
Im FBI hat das große Stühlerücken begonnen. Dabei hilft, dass viele Beamte der Führungsebene die Pensionsgrenze erreicht haben. Auch manche der diskreditierten Mitarbeiter zogen es vor, von allein ihren Hut zu nehmen.

Fünf hochrangige FBI-Beamte – von denen vier Teil der Cybersicherheits-Abteilung des Büros waren – sind entweder schon seit dem Juni ausgeschieden oder werden diesen Monat in den Ruhestand gehen. Das FBI bestätigte drei der Pensionierungen, kommentiert Personalangelegenheiten unterhalb der Führungsebene aber nicht.

David Resch, zuletzt stellvertretende Direktor der CCRSB, in der die meisten Ermittlungsaufgaben zusammengefasst sind, geht nach 28 Jahren Dienst. FBI Direktor Christopher Wray beförderte Resch erst im April auf diesen Posten.

Reschs Untergebener in der Cyber-Abteilung, der stellvertretende Direktor Scott Smith, geht nach 22 Jahren beim FBI in den Privatsektor, sagte das FBI. Comey beförderte Smith im Oktober 2016 auf den Posten.

Carl Ghattas, der stellvertretende Direktor der Abteilung für nationale Sicherheit des FBI, geht nach 20 Jahren Dienst, um im privaten Sektor zu arbeiten, sagte das FBI. Ghattas wurde vom ehemaligen Direktor James Comey im Februar 2017 auf den Posten berufen.

„Ich liebe das FBI und respektiere weiterhin die gute Arbeit, die das FBI leistet, um das amerikanische Volk zu schützen und die Verfassung aufrechtzuerhalten“, sagte Resch in einer Erklärung des FBI. „Da ich nach 28 Jahren Regierungsdienst zum Übergang in den Ruhestand in den Privatsektor gehe, habe ich volles Vertrauen, dass das FBI unter der unerschütterlichen Führung von Direktor Wray das FBI bleiben wird, dem das amerikanische Volk 110 Jahre lang vertraut hat.“

Die Beamten leiteten sensible Bereiche

Das FBI kommuniziert keine Personalangelegenheiten unterhalb der Führungsebene, aber wie aus Jeffrey Tricolis LinkedIn-Profil zu erfahren war, wechselte der Chef der Cyber-Abteilung des FBIs und Co-Leiter der Foreign Influence Task Force, im Juni zu einem privatwirtschaftlichen Job.

Darüber hinaus ist der stellvertretende Direktor Howard Marshall, Reschs Untergebener in der Cyber-Abteilung, ebenfalls in den Ruhestand gegangen, wie aus einer kurzen Rede zu erfahren war, die der Abgeordnete French Hill aus Arizona am 17. Juli hielt, um ihn zu ehren.

Resch, Smith und Marshall waren die Direktoren der Cyberabteilung des FBI. Tricoli war der ausführende Leiter der Cyber-Abteilung und Co-Leiter der Foreign Influence Task Force (FITF), die von Wray im Herbst letzten Jahres zusammengestellt wurde. Die Abteilung soll Einmischungen ausländischer Parteien in Wahlen untersuchen und abwehren helfen.

Wray und Tricoli sprachen im Januar auf einer Cybersecurity-Konferenz an der Fordham University über FITF. Ein Teil der Arbeit der Einheit besteht darin, ausländische Einflussversuche zu identifizieren und die Öffentlichkeit und Medienunternehmen zu informieren. Vieles über die Task Force bleibt geheim, einschließlich des beteiligten Personals. Nach Angaben eines FBI-Sprechers ist FITF eine Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen für Spionageabwehr, Cyber, Kriminalität und Terrorismusbekämpfung.

Es gibt genügend Nachwuchs

„Wir geben keinen Kommentar zu spezifischen Personalangelegenheiten ab, aber wir würden feststellen, dass das FBI fast 37.000 Mitarbeiter hat, darunter extrem fähige Führungskräfte, deren Karrieren sich ändern und wachsen“, sagte ein Sprecher des FBI. „Die Mission der Abteilungen und Task Forces ist nicht von einer einzigen Person abhängig. Die Task Force ‚Ausländischer Einfluss‘ des FBI setzt ihre Arbeit ohne Unterbrechung fort.“

Sonderermittler Robert Mueller hat am 13. Juli 12 russische Geheimdienstler angeklagt, weil sie angeblich Computersysteme der Demokratische Partei gehackt, E-Mails und Dateien gestohlen und den Inhalt online gestellt haben, mit dem Ziel, sich in die Wahl 2016 einzumischen. Der Inhalt der Anklage stimmt mit den Beweisen überein, die in einem Bericht des Geheimdienstausschusses im April letzten Jahres veröffentlicht wurden, so der Ausschussvorsitzende Devin Nunes (R-Calif.) Die Anklage erwähnte allerdings die Beweise nicht, die belegen, dass die Russen auch versuchten, republikanische Systeme zu hacken.

Zweifel an manchen Ermittlungsergebnissen

Die Pensionierungen der hohen Beamten erfolgen zu einer Zeit, während der der Kongress immer noch nachforscht, wie sich bestimmte FBI Beamte in der Zeit vor und nach der Wahl 2016 verhalten haben.

Textnachrichten, die sich der stellvertretende FBI-Direktor Peter Strzok und die FBI-Anwältin Lisa Page während dieser Zeit schickten, warfen eine dunklen Schatten auf die Ermittlungen zu Hillary Clintons Verwendung eines privaten E-Mail-Servers und die Ermittlungen gegen die Wahl-Kampagne von Donald Trump.

Strzok war der leitende Agent bei beiden Ermittlungen, brachte aber eine intensive Voreingenommenheit gegen Trump und zugunsten von Clinton zum Ausdruck. Strzok schlug vor, dass Clinton „100.000.000[zu] 0 gewinnen würde“, schrieb, dass er Trump davon abhalten würde, Präsident zu werden, diskutierte eine „Versicherungspolice“ für den Fall, dass Trump gewänne, und dachte über „Amtsenthebung“ nach der Wahl nach.

Ghattas wollte Ermittler im Clinton Fall sogar belobigen

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Ghattas, einer der pensionierten Beamten, leitete die Überprüfung der Clinton-Untersuchung im Oktober 2017, nachdem die Texte zwischen Strzok und Page entdeckt wurden. Die Agenten, die die Überprüfung durchführten, kamen zu dem Schluss, dass die Agenten, die die Clinton-Untersuchung durchführten, „gelobt“ werden sollten.

Entgegen der Schlussfolgerung von Ghattas Team stellte der Generalinspektor fest, dass die Textnachrichten zwischen Strzok, Page und drei anderen FBI-Beamten „eine dunkle Wolke warfen“ und „Zweifel an der Arbeit des FBI bei der Clinton-Untersuchung säen“.

„Wir fanden heraus, dass sich diese fünf FBI-Mitarbeiter durch ihr Verhalten selbst in Misskredit brachten, Zweifel an der Handhabung der Midyear-Untersuchung durch das FBI säten und den Ruf des FBI beeinträchtigten“, sagte der Generalinspekteur im Bericht.

Ghattas war einer der fünf Beamten, die vom Abgeordneten Louie Gohmert Jr. (Republikaner-Texas) während einer Anhörung mit Wray im Dezember letzten Jahres befragt wurden. Gohmert fragte Wray, ob Ghattas Vorurteile gegen die Trump-Administration äußerte.

„Meine Erfahrungen mit dem stellvertretenden Direktor Ghattas waren sehr positiv und er war ein absoluter Profi in all meinen Interaktionen mit ihm“, sagte Wray.

Zur Zeit werden viele FBI Beamte pensioniert

Laut einer Person, die mit FBI-Personalangelegenheiten vertraut ist, ist der jüngste Anstieg der Pensionierungen von Spezialagenten auf einen Einstellungsboom zurückzuführen, den das FBI Ende der 90er Jahre hatte. FBI-Agenten sind berechtigt, nach 20 Jahren im Dienst in Pension zu gehen, wenn sie 50 Jahre alt werden. Das obligatorische Pensionsalter für Agenten beträgt 57 Jahre.

Viele der Agenten, die das FBI während des Booms in den 90er Jahren einstellte, können nun in den Ruhestand gehen. Das FBI erwartet, dass das höhere Niveau der Anzahl an Agentenpensionierungen noch einige Jahre anhalten wird. Die Fluktuationsrate für Agenten, die in den letzten drei Geschäftsjahren eingestellt wurden, beträgt weniger als 0,6 Prozent, sagte die Person.

Ungewöhnlich viele Pensionierungen auf der Leitungsebene

„Es scheint höchst ungewöhnlich, dass so viele Führungskräfte in so kurzer Zeit ihren Abschied nehmen“, sagte Marc Ruskin, ein Veteran des FBI mit 27-jähriger Dienstzeit und Kolumnist der Epoch Times. „Das sind im Wesentlichen C-Level-Manager, die oberste Ebene des FBI.“

Ruskin sagte, dass in Verbindung mit der Entlassung von Comey und seinem Stellvertreter, Andrew McCabe, dem Abschied von Page und der Befragung von Strzok durch den Kongress, Wray anscheinend „versucht, das FBI komplett zu säubern“.

„Es ist im Wesentlichen eine komplette Hausreinigung,“ sagte Ruskin und betonte, dass Smith, Marshall, Resch, Ghattas und Tricoli alle während der Amtszeit von Mueller und Comey aufgestiegen sind.

„Ob sie miteinander verbunden sind oder nicht, kann man nicht mit Sicherheit sagen. Aber es kann eine vernünftige Interpretation sein, dass Wray versucht, das Büro vollständig zu säubern, um neues Blut zu fördern und Leute zu gewinnen, die seiner Führung zugänglicher sein würden,“ sagte Ruskin.

Das Original erschien in The Epoch Times USA] (deutsche Bearbeitung von al)

Originalartikel: Four Senior FBI Cybersecurity Officials Depart Bureau