Nach illegaler Rettungsaktion: Italienische Behörden setzen Schiff von spanischen Flüchtlingsrettern fest

Die Besatzung des Schiffs der spanischen Hilfsorganisation "Open Arms" weigerte sich, Flüchtlinge an ein eingetroffenes Schiff der libyschen Küstenwache zu übergeben, sondern brachte diese direkt nach Italien.

Die italienische Justiz hat ein Schiff einer spanischen Hilfsorganisation zur Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer beschlagnahmt. Die „Open Arms“ sei am Sonntagabend im sizilianischen Hafen von Pozzallo festgesetzt worden, teilte die Organisation Proactiva Open Arms am Montag mit.

Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen die Organisation, ihren Gründer, den Missionsleiter und den Kapitän des Schiffes eingeleitet. Der Vorwurf lautet auf Begünstigung illegaler Einwanderung.

Die „Open Arms“ hatte am Samstag 216 vor der libyschen Küste gerettete Flüchtlinge in Pozzallo abgesetzt. Die italienische Küstenwache hatte die Organisation zwei Tage vorher über zwei Flüchtlingsschiffe informiert, die sich in Schwierigkeiten befanden. Die „Open Arms“ fuhr in das angegebene Gebiet und begann mit der Bergung der Flüchtlinge, als das Kommando über den Rettungseinsatz an die libysche Küstenwache übergeben wurde.

Die Besatzung der „Open Arms“ weigerte sich aber, die Flüchtlinge an ein eingetroffenes Schiff der libyschen Küstenwache zu übergeben – denn dann wären die Geretteten in den nordafrikanischen Krisenstaat zurückgebracht worden. Stattdessen fuhr sie Richtung Italien, setzte zunächst in Malta eine Mutter und ihr Neugeborenes ab und kam dann in Pozzallo an. (afp)