Papst Franziskus: Problem einer sinkenden Geburtenrate mit Migration begegnen

Epoch Times20. Juni 2018 Aktualisiert: 21. Juni 2018 20:50
Papst Franziskus zeigt sich besorgt um eine "demographische Leere" in Europa und sieht die Migration als notwendigen Akt, der sinkenden Geburtenrate entgegen zu wirken.

Papst Franziskus glaubt nicht, dass es heute eine Angst vor dem Islam gibt, sondern eher „vor dem IS und seinem Eroberungskrieg, der zum Teil aus dem Islam stammt“, sagte er in einem Interview mit der französischen Zeitung „La Croix“Es sei wahr, dass die Idee der Eroberung in der Seele des Islam wohne, aber man könne dieses Ziel auch ins Matthäusevangelium hinein interpretieren, wo Jesus seine Jünger zu allen Nationen sandte, im Sinne derselben Idee der Eroberung. 

Die Integration der Migranten sei heute „umso notwendiger, da Europa als Ergebnis einer selbstsüchtigen Suche nach Wohlstand das ernste Problem einer sinkenden Geburtenrate erlebt“, erklärt er. “Eine demographische Leere entwickelt sich.“ Er sieht die Migration als notwendigen Akt, der sinkenden Geburtenrate entgegen zu wirken.

Katholische Kirchenvertreter wollen soziale Marktwirtschaft

Von der europäischen Geschichte wolle der Papst nicht viel lernen, seiner Meinung nach gäbe es da zu viele “kolonialistische Obertöne“, heißt es weiter im Interview. Statt dessen setzte er sich offen für die Förderung des Sozialismus ein. Ein komplett freier Markt würde nicht funktionieren. Märkte seien zwar gut, aber sie benötigten auch einen Drehpunkt, eine dritte Partei oder einen Staat, um sie zu überwachen und sie auszugleichen. Deswegen brauche man eher eine soziale Marktwirtschaft, meint Papst Franziskus.

Dieselben Töne hörte man bereits vom deutschen Vorsitzenden der katholischen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der sich als Kirchenvertreter anlässlich des 200. Geburtstages von Karl Marx zu Wort gemeldet und sich als Befürworter einer „globalen Sozialen Marktwirtschaft“ geoutet hatte. Der Kapitalismus müsse „gezähmt und reformiert“ werden, meinte dieser.

Der Münchner Kardinal ist zudem der Meinung, dass man seinem Namensvetter Karl Marx Unrecht tue, wenn man alles Böse, was andere später in seinem Namen getan hätten, ihm zuschreiben würde. In den Schriften von Marx finde man zwar den einen oder anderen totalitären Gedanken, aber ihn in „direkte Verbindung zur Lehre des späteren politischen Marxismus-Leninismus oder gar zu den Straf- und Arbeitslagern im Sowjetreich“ zu bringen, sei falsch, erklärt der Erzbischof in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Man schätzt, dass allein im 20. Jahrhundert der Sozialismus und der Kommunismus zum Tod von mindestens 130 Millionen Menschen geführt haben. (mcd)


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