Bei Aleppo.Foto: Stringer/dpa

Präsident Trump überrascht mit Ankündigung von baldigem Abzug aus Syrien

Epoch Times30. März 2018 Aktualisiert: 31. März 2018 6:56
US-Präsident Donald Trump will den Militäreinsatz in Syrien "sehr bald" beenden. "Wir werden sehr bald aus Syrien abziehen", sagte Trump überraschend in einer Rede.

US-Präsident Donald Trump hat eine baldiges Ende des Syrien-Einsatzes seines Landes angekündigt. „Wir werden sehr bald aus Syrien abziehen“, sagte Trump am Donnerstag in einer Rede vor Industriearbeitern im Bundesstaat Ohio. Die US-Soldaten sollten „zurück in unser Land kommen, wo sie auch hingehören“.

Das Außenministerium in Washington wusste nach eigenen Angaben nichts von einer entsprechenden Entscheidung. Auf die Frage, ob sie über die Pläne im Bilde sei, sagte Ministeriumssprecherin Heather Nauert: „Bin ich nicht, nein. Nein.“

Trump zog in seiner Rede eine verheerende Bilanz der US-Interventionen im Nahen Osten:

Wir haben sieben Billionen Dollar im Nahen Osten ausgegeben – und was haben wir dafür bekommen? Nichts.“

Um Syrien sollten sich nun „andere Leute“ kümmern, sagte Trump weiter. Wen er damit meint, sagte der US-Präsident aber nicht. Neben den USA haben noch Russland und der Iran größere Truppenkontingente in Syrien stationiert, beide unterstützten allerdings den syrischen Staatschef Baschar al-Assad und sind erklärte politische Gegner der USA.

Bisher 14 gefallene US-Soldaten

Die US-geführte Militärkoalition gab am Freitag bekannt, dass zwei ihrer Soldaten am Donnerstagabend bei der Explosion eines Sprengsatzes in der nordsyrischen Stadt Manbidsch getötet worden seien. Fünf weitere Soldaten seien verletzt worden.

Aus dem Pentagon verlautete, dass einer der beiden Toten ein US-Soldat sei. Damit stieg die Zahl der in Syrien und Irak im Kampf gegen den IS getöteten US-Soldaten auf 14. Die Nationalität des anderen getöteten Soldaten wurde nicht genannt.

Manbidsch war von kurdischen Kämpfern mit Unterstützung der US-geführten Koalition vom IS befreit worden und liegt 30 Kilometer südlich der türkischen Grenze. Die USA sind dort mit Spezialkräften präsent.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat mehrfach mit einem Angriff auf die von der Kurdenmiliz YPG kontrollierte Stadt gedroht – dies könnte zu einer direkten Konfrontation zwischen den USA und der Türkei führen.

Im Osten Syriens sind mehr als 2000 US-Soldaten im Einsatz, die den Kampf diverser Milizen gegen den IS unterstützen.

Die IS-Miliz hatte im Juni 2014 ein „Kalifat“ in großen Teilen Syriens und des Irak ausgerufen. Danach wurde eine von den USA angeführten Militärkoalition gegründet, die gegen den IS im Land vorgeht. Im Osten Syriens sind zudem mehr als 2000 US-Soldaten im Einsatz, die den Kampf diverser Milizen gegen den IS unterstützen.

Aber erst durch das Eingreifen Russlands verlor der IS in Syrien massiv an Boden. Ende 2015 bat Staatschef Baschar al-Assad die Russen im Kampf gegen die Islamisten-Milizen um Hilfe. Seit dem schaffte es die syrische Regierung, das Land fast gänzlich von den Terroristen zu befreien. (afp/so)

Weitere Artikel:

Putin ordnet Teilabzug von russischer Armee aus Syrien an: „Ihre Aufgabe ist im Wesentlichen erfüllt“

Türkei überfällt Syrien – Komplexe Gemengelage und undurchsichtige Diplomatie der Akteure

AfD-Abgeordnete zurück von Syrien-Reise: „Freunde, es geht. Warum ist kein Botschafter dort?“ + Video

„Willkommen in Syrien mein Freund“: Ein Reisebericht aus Damaskus – „Es ist ganz anders als von den Medien berichtet“



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion