USA: Sanders will Abtreibung „vor allem in armen Ländern“ fördern – um das Klima zu retten

Von 7. September 2019 Aktualisiert: 6. September 2019 21:51
Um die Welt vor der angeblich drohenden „Klimakatastrophe“ zu retten, sollen weniger dunkelhäutige Kinder geboren werden: Das ist eine logisch ableitbare Deutung von Thesen, die der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders in einer Townhall-Veranstaltung von CNN zum Thema „Klimaschutz“ vertreten hat. Auf Twitter gab es dafür scharfe Kritik.

Lange Zeit versuchten Verfechter der These eines „menschengemachten Klimawandels“, den man mit politischen Mitteln bekämpfen müsse, Kritik von Skeptikern, die potenziell totalitäre Konsequenzen und eine Rückkehr zur Eugenik befürchteten, als böswillig oder „verschwörungstheoretisch“ abzutun.

Der Senator des US-Bundesstaates Vermont, Bernie Sanders, der sich zum zweiten Mal nach 2016 als Präsidentschaftskandidat der Demokraten bewirbt, hat sich nun jedoch offen dazu bekannt, politisch forcierte Bevölkerungskontrolle als Teil seiner Agenda im Zeichen des „Klimaschutzes“ zu betrachten.

Im Rahmen der von CNN moderierten „Townhall“-Veranstaltung am Mittwoch (4.9.) zum Thema „Klimaschutz“, die Kandidaten der Demokraten die Möglichkeit einräumen sollte, ihre Vorstellungen dazu darzulegen, brachte eine Teilnehmerin aus dem Publikum, eine Lehrerin, die Frage vor, ob Sanders die vermeintliche Notwendigkeit erkennen würde, „jedermann darüber zu unterrichten, dass wir das Bevölkerungswachstum drosseln müssen“.

Sanders für proaktive Maßnahmen

Die Fragestellerin meinte, es erfordere „Mut“, dieses Thema anzusprechen, und erklärte:

„Die Weltbevölkerung hat sich in den letzten 50 Jahren mehr als verdoppelt. Der Planet kann dieses Wachstum nicht ertragen. Mir ist klar, dass das ein vergiftetes Thema für Politiker ist, aber es ist entscheidend, es anzusprechen: Frauen zu erstärken und jedermann darüber aufzuklären, dass es nötig ist, das Bevölkerungswachstum zu drosseln, scheint mit ein vernünftiges Kampagnenthema zu sein. Wären Sie mutig genug, dieses Thema zu diskutieren und es zu einem Schlüsselbereich zu machen, um die Klimakatastrophe zu bekämpfen?“

Ungeachtet der Tatsache, dass allein im vergangenen halben Jahr gleich zwei Amokschützen ihren Massenmord an unschuldigen Menschen in Manifesten unter anderem mit ihrer Sorge vor einer angeblichen „Überbevölkerung“ rechtfertigten, ließ Sanders sich nicht lumpen und machte deutlich:

Die Antwort ist ‚ja‘. Und diese Antwort hat alles zu tun mit dem Umstand, dass, um das zu erwähnen, in den USA Frauen das Recht haben, über ihren eigenen Körper zu bestimmen und reproduktive Entscheidungen zu treffen.“

Das allein reicht aus Sicht des Senators aber nicht aus – und auch nicht aus jener der Fragestellerin. Sanders zeigte sich auch aufgeschlossen, wenn es darum geht, proaktiv Maßnahmen voranzubringen, um die Bevölkerung im Interesse des „Klimaschutzes“ einzudämmen. Er erklärte, den Gedanken, Steuermittel zu nutzen, um im Ausland Abtreibungen zu finanzieren, „sehr, sehr stark“ zu unterstützen, „insbesondere in armen Ländern rund um die Welt“.

„Dunkelhäutige Babys töten, um weniger Schuldgefühle beim privaten Fliegen zu haben“

Die Regierung Donald Trump hat bereits in der ersten Woche nach dessen Amtsantritt die sogenannte Mexiko-City-Politik wiedereingeführt, die erstmals Ronald Reagan begründet hatte und die es verbietet, mit US-amerikanischen Steuergeldern Organisationen zu finanzieren, die im Ausland Abtreibungen durchführen. Republikanische Präsidenten hatten seither diese Politik weitergeführt. Sanders wollte sich offenbar gegen diese Anordnung positionieren.

In sozialen Medien erntete der Senator und bekennende Sozialist scharfe Kritik an seinen Darstellungen. Die CNN-Moderatorin S.E. Cupp sprach auf Twitter von Eugenik, die aus den Worten von Sanders spreche und meinte: „Dass Bernie Sanders diese bösartige Idee tatsächlich umsetzen will, ist nicht nur widerlich, sie sollte eine Disqualifikation bedeuten.“

Kommentatorin Lizz Wheeler schrieb, Sanders wolle „Amerikaner dazu zwingen, dunkelhäutige Babys durch Abtreibung zu töten, damit er selbst sich nicht so schuldig fühlen muss, wenn er mit Privatjets fliegt und kommunistische Länder besucht“.

Alexandra DeSantis kommentierte in „National Review“:

Indem er vom Steuerzahler finanzierte Abtreibungen in ‚armen Ländern‘ fordert, übertreibt Sanders nicht nur die Bedrohung der Umwelt durch Überbevölkerung, sondern offenbart auch einen grotesken Chauvinismus, indem er der Welt befehlen will, die Besessenheit des Westens mit der Auslöschung unserer Zukunft zu übernehmen.“

Überbevölkerung ist ein Mythos

Einer Studie des Lancet Medical Journals zufolge ist die weltweite Geburtenrate seit Mitte der 1960er Jahre stetig im Sinken begriffen. Von etwa 4,7 Lebendgeburten pro Frau in gebärfähigem Alter zu jener Zeit ist sie auf 2,4 im Jahr 2017 gefallen. Da in einigen ärmeren Ländern des Südens die absoluten Geburtenzahlen noch wachsen, wird sich UNO-Prognosen zufolge die Gesamtbevölkerung der Erde bis 2100 noch von heute 7,5 auf dann 10,9 Milliarden erhöhen, ehe sie auch in absoluten Zahlen absinken wird.

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Die Hypothese einer angeblichen „Überbevölkerung“ wurde Ende des 18. Jahrhunderts vom britischen Kleriker Robert Malthus ersonnen. Er meinte, da die Bevölkerung zu seiner Zeit ein exponentielles, die Nahrungsmittelproduktion jedoch nur ein lineares Wachstum aufweise, würde es in absehbarer Zeit zwangsläufig nicht mehr möglich sein, alle Menschen mit den gegebenen Ressourcen zu ernähren.

Vor allem totalitäre Ideologien des 19. und 20. Jahrhunderts nahmen diese Theorie in ihr Programm auf und forderten auf dieser Grundlage ein Recht der Politik, darüber zu bestimmen, wer berechtigt sein soll, Kinder in die Welt zu setzen und wer nicht. Die Nationalsozialisten machten diese Entscheidung anhand von Merkmalen wie Rassenzugehörigkeit oder „Erbgesundheit“ fest, Kommunisten entwickelten Programme wie die chinesische Ein-Kind-Politik, die unter anderem mit Zwangssterilisationen, Zwangsabtreibungen oder auch der Tötung geborener Kinder arbeitete.

Unter dem Banner des „Klimaschutzes“ propagieren linke Sozialisten wie die in Bayern lebende Lehrerin und Buchautorin Verena Brunschweiger heute einen Verzicht auf eigenen Nachwuchs und Prämien für Kinderlosigkeit in entwickelten Ländern. Rechte Sozialisten wie der mittlerweile abgewählte Berliner Landeschef der „Jungen Alternative“, David Eckert, wollen hingegen Hilfen für arme Länder davon abhängig machen, dass diese eine Ein-Kind-Politik nach chinesischem Vorbild einführen. US-Senator Bernie Sanders strebt offenbar eine Synthese aus beiden Ansätzen an.

Auch die Rohstoffe sind nicht versiegt

Was Malthus in seiner Theorie völlig ausklammerte, war, dass Menschen nicht nur Ressourcen verbrauchen, sondern auch in der Lage sind, Innovationen zu schaffen, Technologien weiterzuentwickeln und Methoden zu finden, um auch wachsende Bevölkerungen zu ernähren. Aus diesem Grund haben sich nicht nur Modelle wie jene von Malthus oder von ihm inspirierter Theoretiker wie jenen des „Club of Rome“ über eine angebliche Katastrophe durch „Überbevölkerung“ nicht bewahrheitet, sondern auch solche über eine Erschöpfung von Ressourcen wie Öl oder Edelmetallen bis spätestens 2019.

Tatsächlich sind seit 1945 nicht nur Wohlstand und Lebensqualität weltweit ungeachtet eines deutlichen Bevölkerungswachstums in erheblichem Maße angestiegen, die Rohstoffpreise sind infolge der Entwicklung effizienterer Technologien sogar gesunken. Mehr Menschen bedeuten eben auch mehr Gehirne, die Lösungen erarbeiten können.