Business Insider: E-Auto-Prämie für deutsche Hersteller mehr Trauma als Traum

Von 1. September 2020 Aktualisiert: 1. September 2020 15:22
Deutsche Automarken wie Mercedes, BMW und VW liegen bei Deutschen offenbar nicht so hoch im Kurs wie sich die Bundesregierung erhofft hat. Ähnlich wie bei der Abwrackprämie 2009 profitierten vor allem „ausländische Billigauto-Hersteller“ von der E-Auto-Prämie. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sprach vor mehr als zehn Jahren von einem Konjunkturprogramm für Rumänien, Tschechien oder Italien. Wiederholt sich das „Trauma Abwrackprämie“?

Weder Mehrwertsteuersenkung noch E-Auto-Prämie würden in den von Kurzarbeit bedrohten Werken deutscher Automobilhersteller eine einzige Stunde Kurzarbeit einsparen. „Das Trauma Abwrackprämie holt deutsche Autobauer ein: Auch von der E-Prämie profitieren zu einem großen Teil Konkurrenten im Ausland“, titelte das Wirtschaftsmagazin „Business Insider“ Ende August.

In der jüngsten Krise setzt die Bundesregierung nicht auf einen allgemeinen Kaufanreiz, sondern gibt gleichzeitig ein Klima-politisches Statement ab: Wenn schon neu, dann bitte (teil-)elektrisch. Gerade diesen Bereich der Motorenpalette decken die deutschen Automobilbauer weniger ab als ausländische Marken. Das spiegelt sich laut Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle auch in den Zahlen der Förderanträge wider.

„Eigentor Abwrackprämie“

Während 2009 nach Angaben des CAR-Instituts VW 193.000 Autos mehr verkaufte, steht Volkswagen nun trotz ID.3, E-Golf und E-Up! auf der Seite der Verlierer. Insgesamt seien bisher etwa 235.000 Anträge eingegangen. Am beliebtesten bei den Deutschen Antragstellern zeigen sich der Renault Zoe sowie der Nissan Leaf. Auch Teslas „Volkswagen“ Model 3 findet sich unter den Top 5. Deutsche (Premium-)Hersteller sucht man vergeblich – sowohl 2009 als auch 2020.

Laut Berechnung der CAR-Experten hätten Mercedes, BMW und Audi ohne Abwrackprämie knapp 60.000 Autos mehr verkauft. Der Marktanteil der drei ur-deutschen Hersteller sank infolge der Kaufanreize für „ausländische Billigautos“ von 62 Prozent auf unter 58 Prozent. Das entspricht einem Verlust von knapp zwei Millionen Kunden. Ein „klassisches Eigentor“, zitiert Business Insider den Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer.

Stefan Randak, Leiter der Fachgruppe Fahrzeuge beim Beratungsunternehmen Atreus, spricht nicht von einem Eigentor, sieht den Sinn und Zweck der E-Auto-Prämie jedoch verfehlt. „Für die deutsche Automobilindustrie bringt [die Corona-Hilfe] nahezu nichts“, sagte er im „Manager-Magazin“.

Soll die Automobilindustrie zielgerichtet gefördert werden, um möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten, müssen die Prioritäten anders gesetzt werden.“

Deutsche E-Autos nicht kostendeckend

Den Corona-bedingten Stillstand der Gesellschaft bekommt die KFZ-Wirtschaft doppelt zu spüren. Durch die Schließung der KFZ-Behörden sanken die Zulassungszahlen im ersten Halbjahr deutlich. Bis Ende Juli wurden etwa 30 Prozent weniger Fahrzeuge – ungefähr 1,5 Millionen Fahrzeuge – neu zugelassen. In den Monaten März, April und Mai waren es sogar bis zu 60 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Während die Hersteller zu Beginn der Krise noch produzieren konnten, müssten Kunden jetzt lange Wartezeiten in Kauf nehmen – oder den Hersteller wechseln.

Auch zehn Jahre nach der Abwrackprämie beruht das Hauptgeschäft deutscher Hersteller auf Verbrennungsmotoren. Sowohl Benzin- als auch Dieselmotoren haben sich in den letzten Jahren spürbar entwickelt und sind sauberer geworden. An die per Definition bereinigten E-Autos kommen aber auch neueste Diesel- oder Gasmotoren nicht heran – und fallen somit aus der Förderung. Ein Versuch der Autolobby, die jüngste Förderung auf das Spezialgebiet der Deutschen – die vermutlich saubersten Verbrennungsmotoren der Welt – auszuweiten, scheiterte.

Bezüglich E-Mobilität müssten sowohl die deutschen Autofahrer als auch -hersteller „dazulernen“. E-Autos gelten noch immer als unpraktisch – und sind deutlich teurer als Verbrenner. Für Kunden und Hersteller. So bestätigte Volkswagen-Chef Herbert Diess laut Insiderinformationen dass, die Verkaufszahlen der elektrischen VW-Modelle noch nicht einmal die angefallenen Kosten decken könnten.

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN

Unsere Buchempfehlung

Wenn Politiker in demokratischen Ländern verzweifelt nach Lösungen suchen, lenken sie oft ihre Länder in Richtung „Big Government“ und sozialistischer Hochsteuerpolitik. Das bedeutet, einen Pakt mit dem Teufel zu schließen. Zombie-Unternehmen blühen auf.

Die Macht des Staates steigt, wenn er eine aktive Rolle in der Wirtschaft übernimmt und Interventionismus betreibt. Staatseigentum und Planwirtschaft sind Systeme der Sklaverei. Das System des Staatseigentums unterdrückt die Kraft und Leistungsmotivation der Menschen, untergräbt die Moral, fördert Unwirtschaftlichkeit und verursacht Verluste. Alle Ideen und Stimmen, die nicht regimekonform sind, können durch wirtschaftliche Sanktionen ausgeschaltet werden.

Ein Staat, der traditionell nur Gesetze verabschiedete und durchsetzte, wird dadurch zu einem führenden Akteur in der Wirtschaft. Genau darum geht es im 9. Kapitel des Buches „Wie der Teufel die Welt beherrscht“, es trägt den Titel: „Die kommunistische Wohlstandsfalle“. Hier mehr zum Buch.

Jetzt bestellen - Das dreibändige Buch ist sofort erhältlich zum Sonderpreis von 50,50 Euro im Epoch Times Online Shop

Das dreibändige Buch „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ untersucht auf insgesamt 1008 Seiten historische Trends und die Entwicklung von Jahrhunderten aus einer neuen Perspektive. Es analysiert, wie der Teufel unsere Welt in verschiedenen Masken und mit raffinierten Mitteln besetzt und manipuliert hat.

Gebundenes Buch: Alle 3 Bände für 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands); Hörbuch und E-Book: 43,- Euro.

Weitere Bestellmöglichkeiten: Bei Amazon oder direkt beim Verlag der Epoch Times – Tel.: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]